Ein toller Hecht

Putin fing einen Hecht mit 21 kg, dies war sogar WeltOnline eine Schlagzeile wert. Allerdings berief man sich dabei auf Kritiker Putins die glaubten Putin der Lüge zu überführen. Er solle dieselbe Armbanduhr getragen haben, die er im Vorjahr irgendeinem einfachen Russen geschenkt habe und ein Hecht dieser Größe könne gar nicht schwimmen, er ging unter, so die Wahrheitsfinder. Das mit der Uhr ließ sich leicht klären, der Präsident trage die gleiche Uhr aber nicht dieselbe. Er trägt also ein Modell, das man im Laden kaufen kann, in Serie gefertigt wird und keine Sonderanfertigung ist.
Ich weiß, das alles ist normalerweise nicht der Rede wert aber momentan ist nicht viel los, außer dem ganz normalen Wahnsinn und jeden Tag über denselben Schmarrn schimpfen langweilt auch ein bisschen, den Schreiber, wie auch den Leser, nehme ich an.
Daher habe ich mich mal auf die schwierge Suche gemacht und versucht herauszufinden, wie schwer denn so ein Hecht wirklich werden kann. Dass die gefangenen Hechte immer ein paar Pfund schwerer sind, ein paar Zentimeter länger sind, dürfte jedem klar sein, der Fischer kennt. Daher auch der Ausdruck Anglerlatein und die Kollegen der jagenden Zunft stehen den Fischern da in nichts nach.
Die schießen ihren Bock dann gerne mal auf lockere 200 m, wenn´s auch nur 100 waren, aber, es kommt auch auf die gefühlte Entfernung an. Was für den einen 100 m sind, sind halt für den anderen 200 m, es gibt ja auch die gefühlten Temperaturen. Auch die Gwichtl eines noch nichterlegten Bockes werden gerne etwas höher. „A zwergste Hent üba de Luser“, eine gespreizte Hand über den Lauschern und so ähnlich lauten Geschichten über geheimnisvolle Böcke, die das Revier birgt. Erlegt wird dann vielleicht ein ganz normalelr Sechser, aber den alten, kapitalen Bock bekam man nicht mehr zu Gesicht.
Aber unterhaltsam ist es allemal und die Geschichten enden nie.

Putins Hecht wog also 21 kg und wäre nicht fähig zu schwimmen, er müsste untergehen. So die Meinung der Wahrheitsfinder.
Ja, also ich sehe die Sache so, wenn ein Hecht über Wasser „schwimmen“ würde, hätte er ein Problem. Er muss also unter Wasser schwimmen, was man gemeinhin als untergehen bezeichnet.
Aber soweit muss man ja auch gar nicht denken, es würde auch ein Blick in das allgemein zugängliche Netznachschlagewerk „Wikipedia“ genügen und der Leser könnte feststellen, dass Gewichte über 20 Kilo möglich sind. Ob sie damit untergehen steht natürlich nicht geschrieben oder ob ein Hecht wegen Übergewichts schon einmal „untergegangen“ ist. Übergewicht nicht nur ein Problem des Wassers im Kopf manchen Schreiberlings und Nachschreiberlings? Haare sollen ja Sumpfplanzen sein und besonders gut auf Wasserköpfen wachsen.
Dann gibt es noch eine Seite, die die zur Information von Fischern dient, dort wird der Hecht auch recht ausführlich beschrieben, nach dieser Seite können Hechte über 50 Pfund Gewicht erreichen.

„Ein so schwerer Hecht könnte überhaupt nicht schwimmen, er würde auf den Grund sinken“, schrieb der oppositionsnahe Journalist Oleg Kaschin, so Welt Online.

Vielleicht hat der Oleg ja noch nie so einen schweren Hecht gefangen und ist neidisch oder er hat überhaupt keine Ahnung. Er sollte sich aber doch mit dem Fischen auskennen, wenn er schon so etwas von sich gibt oder er könnte sich mal erkundigen, wie groß und schwer ein Hecht werden kann, dazu gibt es ganz einfache Mittel.
Aber egal, dass irgendein Kritiker Putins was schreibt, ist für dessen Leser interessant und die können sich selbst ein Bild über die Glaubwürdigkeit dieses Schreibers machen.
Die andere Sache ist die, dass WeltOnline, ein nicht gerade unbedeutendes Blatt des Hauses Springers, diese Nachricht aufnimmt und so tut als ob damit eine große Enthüllung gelungen wäre und der im Westen ungeliebte Präsident der Lüge überführt oder zumindest dessen Glaubwürdigkeit erschüttert wäre, ist eine ganz andere Sache.
Hätte der Springer-Schreiberling nur ein bisschen geprüft, hätte er zumindest dazuschreiben können, dass Hechte durchaus so schwer werden können und deshalb nicht auf den Grund sinken müssen, wenn sie dies nicht wollen, sondern immer noch sehr agile Jäger sind, die in der Lage sind auch größere Beutefische zu fangen.

Ansonsten der Fisch ist der verspeist, nachgewogen kann nicht werden, auch kann man nicht sagen, ob nicht doch der Daumen des Wiegers ein bisschen nachgeholfen hat oder wie es manche Hasenzüchter schon gemacht haben sollen, im Bauch des ausgenommen Hasen, in diesem Fall des Hechtes, etwas Gewicht platziert haben, ob die Waage richtig geeicht war, und und und.
Dem russischen Präsidenten sei empfohlen zukünftig unter notarieller Aufsicht seine Beutefische zu wiegen, natürlich unter Aufsicht eines buntesdeutschen, einer russischen Amtsperson würde ja kein Glaube geschenkt.

So, jetzt habe ich mal das gemacht, was die Schreiberlinge tagtäglich machen, viel heiße Luft geschrieben, eine unbedeutende Sache ein bisschen aufgebauscht und wie ich hoffe, die Glaubwürdigkeit, des Springerschreiberlings und des Hauses Springers, ein bisschen erschüttert.
Wobei ich auf einer Unterscheidung bestehe, ich habe ein paar Fakten eingefügt, das macht den kleinen aber feinen Unterschied zwischen schlechtmachen und nachweisen aus.

Putin sei sein Fang gegönnt, Petri Heil und ob Putin bei den Russen unbeliebter wäre, hätte sein Hecht nur 10, 15 oder 17 Kilo, mag jeder selbst beurteilen.

Etwas muss ich noch loswerden, wenn Angela Merkel ein Urlaubsland heimsucht, gibt es natürlich nichts zu berichten. Sie besteigt nicht die Zugspitze, fährt nicht mit dem Ruderboot einen deutschen Fluss von der Quelle bis zur Mündung, sie macht halt nichts, von dem es sich lohnen würde zu berichten, außer, dass sie einen arbeitslosen Kellner besucht. Als ob es im eigenen Land nicht genügend Arbeitslose gäbe. Ob die sich über einen Besuch freuen würden, ist eine andere Sache.
Kohl stolperte oder keuchte noch durch die Alpen, Merkel ginge auf den  Wanderwegen Kohls wahrscheinlich die Luft aus und müsste per Rettungshubschrauber abtransportiert werden. Eine Geschichte wäre es aber allemal, so verbleiben uns nur diverse Reiseberichte unserer Kanzlerin, die uns viele, viele Milliarden, auch hunderte Millarden kosten. Wäre es nicht billiger, wir würden ihr einen Dauerurlaub finanzieren, auf einer griechischen Insel, mit dem arbeitslosen Kellner an ihrer Seite?

Merkel reif für die Insel? Ich sage ja, auch der Atlantik soll manches Eiland bieten. Abenteuerurlaub auf Napoleons Spuren oder so.

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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Eine Antwort zu Ein toller Hecht

  1. Moritz Haberland schreibt:

    Zitat: „Wobei ich auf einer Unterscheidung bestehe, ich habe ein paar Fakten eingefügt, das macht den kleinen aber feinen Unterschied zwischen schlechtmachen und nachweisen aus.“

    Diesen feinen Unterschied kennt jeder, besonders auch im Springer-Verlag, doch wie erzeugt man einen neuen kalten Krieg (?), der längst wieder in vollem Gange ist, sicher nicht durch Nachweise, gern werden manipulierende Vokabeln benutzt, auch als Demagogie bekannt.

    Putins Rolle in / für Rußland und seine Popularität bei den Russen muß den Beherrschern ihrer Völker von fremden Gnaden natürlich ein Dorn im Auge sein, H. Chavez und V. Orban war / ist ebenfalls Paradebeispiele dafür, allein wegen ihrer Politik zugunsten ihrer Völker.

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