Monsanto verabschiedet sich von Europa als Markt

So titelte die FAZ vom 31. 5. 2013 und begründete dies durch eine Aussage des Sprechers von Monsanto Europa, Brandon Mitchener, der mitteilte, dass Monsanto die Lobbyarbeit einstellen werden und außerdem sei Europa sowieso ein unbedeutender Markt, nach seinen Worten werde Monsanto auch auf neue Feldversuche verzichten und keine Neuzulassungen mehr beantragen.

Einzig die FDP beeilte sich in Berlin durch ihre Agrarpolitikern Christel Happach-Kasan ihr Bedauern auszudrücken und sprach von einem „Verlust für Deutschland“, dadurch gingen wohl weiteres Wissen und Arbeitsplätze verloren.
Ich sage dazu, manches muss man einfach nicht wissen, braucht man nicht zu wissen und nicht alles, was Arbeitsplätze schafft, ist auch zum Nutzen der Gemeinschaft. Weder ist alles sozial was Arbeit schafft, noch ist alles notwendig oder nützlich, was Arbeit schafft. Das nur mal am Rande angemerkt.

Die Meldung lag bereits einige Tage auf meinem Tisch und ich wollte noch abwarten, zu unwahrscheinlich klang es mir in den Ohren, dass Monsanto die EU-Staaten als Kunden aufgeben wollten.

Am 7. 6. meldeten dann die DeutschenWirtschaftsNachrichten

Zu früh gefreut: Monsanto dementiert Rückzug aus Europa

Das Blatt meldet, Monsanto denke nicht an einen Rückzug und die Aussage war ein simpler Trick des Monsantosprechers, die einige Tage nach weltweiten Protesten gegen Monsanto, gemacht wurde.

Wie der Bund Naturschutz meldet, dass elf Pflanzen zur Zulassung auf EU-Äckern anstehen, allein für 3 gentechnisch veränderte Maissorten von Monsanto liefen Zulassungsanträge.

Wie die DWN weiter berichten, rechne Monsanto mit einem Aufschwung durch das Freihandelsabkommen zwischen den VSA und der EU. Dieses Abkommen könnte neue Türen, wenn nicht gar Tore für gentechnisch veränderte Pflanzen in den EU-Ländern öffnen.

Auch Monsanto selbst dementierte die Rückzugsmeldung, man werde weiterhin gentechnisch veränderte Sorten anbieten, wenn ein funktionierendes Zulassungssystem und breite Unterstützung auf landwirtschaftlicher und politischer Ebene für diese Technologie vorhanden sei.

Dies betrifft derzeit hauptsächliche Spanien und Portugal, in anderen Ländern spielen diese Pflanzen derzeit noch keine wesentliche Rolle, wenn man die Einfuhr von gentechnisch veränderten Pflanzen in Tierfuttermitteln nicht berücksichtigt.

Von einem Rückzug kann man wahrlich nicht sprechen. Monsanto ändert die Taktik, die Strategie wird angepasst, der Markt allerdings nicht aufgegeben. Man lullt die „Öffentlichkeit“ mit Hilfe mancher Medien ein und schlägt unerwartet oder unsichtbar für die „Öffentlichkeit“ an anderer Stelle zu. Es ist noch anzumerken, dass die „taz“ den Reigen eröffnete und als erste die Meldung brachte, dass Monsanto sich zurückziehen werden.Kein Schelm, wer böses dabei denkt.

 

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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10 Antworten zu Monsanto verabschiedet sich von Europa als Markt

  1. Pingback: Monsanto verabschiedet sich von Europa als Markt oder doch nicht? | rundertischdgf

  2. Moritz Haberland schreibt:

    Ich habe im Laufe meines Lebens gelernt, es gibt Meldungen, die glaubhaft sind, dann welche, die sehr erstaunlich sind und überprüft oder wenigstens „hinterfragt“ werden müssen, das sind die allermeisten.
    Doch dann gibt es immer auch Nachrichten / Meldungen, die ganz und gar und von vornherein ausgeschlossen sind, weil sie entweder durch Irrtum oder durch Irreführung zustande gekommen sind.
    „Monsanto verabschiedet sich von Europa als Markt.“ war so eine !
    Wie ich die TAZ kenne, war es für die dortige Redaktion eine etwas
    voreilige aber „echte“ Siegesmeldung.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Moritz, mal eine andere Frage. Monsanto und auch andere Firmen beschäftigen sich ja auch mit dem Gebiet der Unkrautbekämpfung. Dieses Unkraut oder Wildkräuter müssen ja auch bekämpft werden. Im Kleingarten ist dies durchaus mit der Hacke möglich, wenn auch arbeitsaufwendig und auf etwas größeren Flächen sehr schwierig, wie aber wird dies auf großen Flächen gemacht, wenn man auf derlei Produkte verzichten will?

      • Moritz Haberland schreibt:

        Oh, oh, Gerhard, da fragst Du mich etwas…wir „Uraltökos“ in noch älterer Tradition (!) haben mit allen möglichen Sachen experimentiert, funktioniert haben am besten ordinäre Abwaschmittel. Die vegitativen Flächen konnten durch die Haftunfähigkeit der Parasiten geschützt werden, die optimale Mischung mit parfümfreien Industriespülmittel war 1: 50, doch der Tensiteintrag war leider enorm. Und selbst das wäre nicht so schlimm, wenn man danach eine „nährstofffressende“ Pflanze als Fruchtfolge angebaut hätte, doch da waren sie (die Nährstoffe) schon sämtlichst und allesamt in das Grundwasser „abgerutscht“.

        Wenn ein einziger unserer aufwendigen Versuche geglückt wäre,
        hätten die „Agent-Orange-Verbrecher“ heute keine Chance.

        Ich war selbst in Kiel auf Demos gegen „Round Up“, 6 Monate
        Genehmigungsaufschub hat das damals gebracht.

        Und da sage ich jetzt mal was (kannst Du ja löschen, wenn zu sehr böse):
        Wäre die Interessengemeinschaft (IG Farben) weiterhin ununterbrochen
        tätig gewesen, hätten wir heute eine ökologische Schädlingsbekämpfung,
        das ist meine feste Überzeugung.

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Also kein entkommen, derzeit zumindest, denn auf großen Flächen müssen diese Gräser etc. ja bekämpft werden.

        Mit Spülmittel und solchen Zeugs habe ich schon versucht der Blattlausplage Herr zu werden, funktionierte nicht. Zerquetschen, mehr geht nicht und die größeren Pflanzen müssen zurechtkommen, wenn nicht, dann eben nicht.

      • Moritz Haberland schreibt:

        Allenfalls mit einer sehr ausgeklügelten und pingelich durchgeführten Fruchtfolge, die allerdings sehr genau auf den jeweiligen Standort (Boden, Regen, Sonne) abgestimmt sein müßte.

        Und das nächste Ding ist eigentlich, daß Du auf nährstoffarmen Böden viel besser chemiearm wirtschaften kannst als auf „guten“ Böden. Ein Jahr Erbsen, Kleegras oder sonsige Liguminosen und alles ist gut. Das allerdings setzt voraus, daß man das „Zeug“ wenigstens verfüttern kann, denn kein Bauer baut „Kompostpflanzen“ an.

        Genaugenommen ist heute chemiearme Landwirtschaft nur auf kleineren Einheiten möglich, so wie es immer war. Erst als Nebenerwerbslandwirt mit 5 ha Dreifelderwirtschaft und 12 ha Grünland kann ich von mir behaupten, chemiefreies Futter für meine beiden Töchter (nebst Gatten und Kindern), meine 10 Mutterschafe und 2 „blonden“ Engel (alle ebenfalls nebst Kindern) ernten zu können.

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Also einjährige Starkzehrer, die man als Gärtner ja kompostieren oder als Mulchmaterial (Schneckenfutter, grrr) verwenden kann, danach Gemüse aber keine Starkzehrer logischerweise, wenn ich Dich recht verstanden haben.
        Als Gründüngungspflanzen im Herbst verwende ich Phazelia und Senf. Im Frühjahr habe ich sie auch schon angebaut, hatte dann allerdings ein so großes Schneckenproblem, dass ich keine Tomaten, Paprika, Bohnen etc. hoch bekam. Vor allem die Häuserlschnecken waren dabei ein großes Problem, die haben alles kahlgefressen, bevor die Nacktschnecken überhaupt aus ihren Löchern kamen. Einsatz von Schneckenkorn rettete mich über die Zeit und die Erdbeerernte.
        Wenn´s not tut, werde ich auch rabiat.

      • Moritz Haberland schreibt:

        Ich muß zugeben, mit dem von mir ungeliebten Pflanzenanbau befasse ich mich auch heute nur widerwillig, ich hatte immer mit Mast und Milch zu tuen, dann lange Jahre mit Renaturierung, was ich auch heute noch nicht ganz los bin. Ich habe mir Land von meinem Hof bis runter zu unserem Fluß (leider „Bundeswasserstraße“) zusammen geschachert und bin mit den betreffenden Behörden immernoch im Streit für ein Otterrefugium auf meinem(!) Land, natürlich mit Anbindung an unser Fließgewässer.

        Im Wasser- und Schiffahrtsamt sagte man mir, sie würden mir eher eine privatwirtschaftliche „Marina“ mit 100 Stegen genehmigen als meinen Otterplan.

        Meine Mädels waren Feuer und Flamme,
        doch räumten sie einwenig enttäuscht ein:
        naja Vati, Du bist eben einfach anders,
        wenn Du da Otter ansiedelst, werden wir
        die niemals wieder los.
        Sie haben meine Enttäuschung gespürt !

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Mit Fischottern würdest Du Dir sicher viele Freunde machen, vor allem bei den Fischern, die ja sehr häufig schon in jedem Eisvogel einen Nahrungskonkurrenten sehen.

      • Moritz Haberland schreibt:

        Ich weiß, bester Gerhard, das ist das eigentliche Problem und man munkelt wohl nicht ganz grundlos von intensiven, ggf. verwandtschaftlichen Verbindungen zwischen unserer Angel- und Fischereilobbi und dem Wasser- und Schiffahrtsamt mit weitreichenden Verbindungen in das Brandendenburgische Umweltministerium.

        Das sind eben unsere „Amigos“.

        Eigentlich wollen sie ihre „Marina“, mein Ufer ist eine Bucht, der „Bedarf“ ist enorm, und „Fördermittel“ stehen in jeder von mir geforderten Höhe zur Verfügung, wie man mir sagte. Ich will seit 12 Jahren nicht, hoffentlich ende ich nicht wie Gustel Mollert 😦 .

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