Würden Wahlen etwas ändern, wären sie verboten

Das könnte man natürlich auch von Nichtwählen behaupten.
Natürlich verändern Wahlen etwas und sei es nur die Verteilung der Posten innerhalb des Systems. Sie werden nichts ändern in Bezug auf das, was man sich persönlich wünscht, das allerdings wird in den allerseltensten Fällen geschehen, außer, man hat selbst die Hand drauf und die Veränderung liegt in Bereichen, in denen man das absolute Sagen hat.

Wahlen dürfen weder über- noch unterschätzt werden. Überschätzt in dem Sinne, dass man mit Wahlen die Welt oder sein Land so gestalten könnte, wie es einem oder einer mehr oder weniger großen Gruppe von Menschen gefällt.
Das wird nicht funktionieren.

Unterschätzt sollten sie allerdings auch nicht werden. Man kann durchaus etwas verändern, eine bestimmte Richtung ins Spiel bringen oder das System entlarven und zwar derart, dass das System eine echte Opposition oder bestimmte Meinungen einfach nicht zulässt und von vornherein abwürgt.

Vor allem in diesen Bereichen können wir fündig werden, nicht unbedingt in dem Sinne, dass wir dort, in den abgewürgten Bereichen, Lösungen finden, sondern in dem Sinne, dass wir dort Dinge finden können, die das System und deren Lenker empfindlich stören.
Dort finden wir also die wunden Punkte und die verletzlichen Stellen.
Man kann also „links“, wie auch „rechts“ fündig werden.
Das im Netz weitverbreitete Totschlagargument, dass „links“ und „rechts“ dieselben Dinge kritisieren und deshalb gleich sind, ist falsch. Dass man dieselben Dinge kritisiert, bedeutet nun wirklich nicht, dass man dieselben Lösungsvorschläge hat.
Damit wird nur abgelenkt, denn der eine will die Linken nicht, der andere die Rechten und schon ist wieder alles in bester Ordnung und im Extremfall schlagen sich Linke und Rechte die Köpfe ein und der lachende Dritte behält Macht und Pfründe.

Was heutzutage nicht weh tut, finden wir im GG, in der FDGO und allem was sich innerhalb dieser Grenzen bewegt. Dort sind die Dinge niedergeschrieben und geregelt, die das System am Laufen halten, es beschützen und deutlich abgrenzen.

Wer meint, es wäre das Eigentum, der irrt, das Eigentum ist weder durch das GG, noch die FDGO geschützt. Das ist nur das Spitzenpropagandamärchen, um die Angst vor Linken und auch manchen Rechten zu schüren. „Leute, die wollen an euer Geld, an euer Häuschen, an euren Bauernhof.“ usw.
Dabei lenken sie davon ab, dass die Lenkenden und Herrschenden des Systems genau an diese Dinge wollen und sie sich mit den Mitteln des Systems, die im GG grundsätzlich geregelt oder eben nicht geregelt sind, holen.
Derzeit erleben wir eine starke Bewegung im „Holen“ des Eigentums anderer Leute, wobei während des Bestehens dieser Republik fast an nichts anderem gearbeitet wurde, als am „Holen“ des Eigentums fremder Leute.

Wie viele Kleinbauern mussten aufgeben, wieviele kleinen Geschäfte und Betriebe wurden niedergemacht, wieviel Geld wurde von unten (durch Leistung erarbeitet), nach oben (durch Ausnützen des Systems) verteilt bzw. verschoben? Und sei es nur durch das Aufbauen einer Börsenspekulation mittels der man die Sparbücher der gutgläubigen Menschen plündert. Ein anderes Stichwort: Inflation.
Raubzüge dieser Art und anderer Art erlaubt das System. Was nicht verboten ist, ist erlaubt.
Erlaubt ist alles, was es den Herrschenden erlaubt an das Geld der schaffenden Menschen zu kommen, nicht nur in der BRD, ich möchte sagen nahezu weltweit. Wenn sie nicht an das Geld kommen, so nutzen sie doch die Arbeits- und Schaffenskraft der Menschen, um ihre Macht zu festigen und auszubauen.

Genau dort ist der Hebel anzusetzen. Man muss ihnen dies zunächst erschweren, um es fortschreitend zu verhindern und letztendlich zu untersagen.

Beim Thema „Erschweren“ sind wir wieder bei den Wahlen. Hier kann ich erschweren, indem ich meine Stimme dorthin gebe, wo ich größtmöglichen Schaden anrichten kann. Größtmöglichen Schaden kann ich dort anrichten, wo das System seine Feinde sieht, sprich in die Ecke, die es am heftigsten bekämpft. Oder, falls mir die Ecke nicht gefällt, das soll´s ja auch geben, dann eben einer anderen Partei, die schon auf Grund ihrer Thematik nicht ins System passt, aber eben wegen ihrer Größe nicht ins Gewicht fällt, nicht ernst genommen wird. Ich sage mal eine Tierschutzpartei oder Bibeltreue Christen, das ist vollkommen egal. Nur zu sehr sollten sich die Protestwähler nicht zersplittern. Andrerseits gingen allle Nichtwähler zur Wahl und würden irgendeine Klein- oder Kleinstpartei wählen, kämen quasi über Nacht einige Parteien in die Parlamente, die vorher niemand auf der Rechnung hatte und der Hühnerhaufen der Systemparteien würde erst einmal gründlich durcheinander gewirbelt.
Auch Schadenfreude könnte empfunden werden, wenn der eine oder andere Abgeordnete sich um einen Arbeitsplatz kümmern müsste.

Dieses Durcheinander könnte geschaffen und sicherlich auch genutzt werden. Wichtig ist es, bei der Suche nach Möglichkeiten sich Parteien auszusuchen, die eine starke Grundüberzeugung haben, wie z. B. Bibeltreue Christen beim Thema Abtreibung oder ähnlichem oder Tierschützer in Puncto Massentierhaltung oder andere in Puncto Einwanderung usw.
Wichtig ist, dass somit Themen auf die Tagesordnung kommen, die das System gerne umgeht, nicht ansprechen will und somit in eine Verteidigungsposition gedrängt wird. Wenn auch erst mal punktuell, so aber doch in die Verteidigung.

Nichts bringt es und damit ist die Aussage richtig, Wahlen verändern nichts, innerhalb der Systemparteien oder der Parteien zu wählen, die sich ausdrücklich auf das System festlegen und mit den Grenzen des Systems hausieren gehen, um zu zeigen, nicht den Wählern, sondern den Herrschenden, seht her, wie können es auch, gebt uns eine Chance. „Wir sind in der Lage, die unzufriedenen Massen, die derzeit vagabundieren und unberechenbar sind, zu binden und in ihre Unzufriedenheit in ungefährliche Bahnen, für euch ungefährliche Bahnen, zu lenken.“

Wählen kann, wie vieles andere auch, Ausdruch des Protestes sein, kann ein Steinchen im Getriebe sein, das wie anderes auch, erst nur lästig ist, dann hinderlich und schließlich zum Problem wird.
„Viele Hunde sind des Hasen Tod“, die Hunde sind die verschiedenen Maßnahmen und Möglichkeiten die wir zur Verfügung haben, um Widerstand zu leisten, je mehr Hunde, desto besser.

Es darf allerdings nicht nur um den Tod des Hasen gehen, damit allein wäre nichts gewonnen. Wir müssen uns auch darüber Gedanken machen, was zukünftig verboten werden muss und welche Verbote evtl. aufgehoben werden müssen. Eine ganz wichtige Rolle wird dabei das Thema Geld spielen. Geld, das unbekannte Wesen, das Geldwesen kompliziert und undurchsichtig.
Hier möchte ein Stichwort ins Spiel bringen, „Bierdeckel“. Es wird immer wieder eine Steuergesetzgebung gefordert, die auf einem Bierdeckel Platz hat, das mag ein Vorteil sein oder auch nicht, das lasse ich mal dahingestellt.
Das Geldwesen muss auf einem Bierdeckel Platz haben, muss einfach und unkompliziert sein, ganz ohne Taschenspielerstricks, Gewichtungen hier, Ungewichtungen dort, Umbennungen aller Orten, weg mit dem ganzen Plunder. Das ist wichtiger als der berühmte Bierdeckel des Friedrich Merz. Geld muss Ausdruck der Leistung und der Schaffenskraft, sowohl des einzelnen, wie auch des Volkes sein. Dann ist es relativ unkompliziert und für jedermann verständlich.
Geld ist DER empflindliche Punkt und letztendlich DAS Mittel zur Entmachtung der Herrschenden.

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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15 Antworten zu Würden Wahlen etwas ändern, wären sie verboten

  1. Michel schreibt:

    ich bin ja nicht immer einer Meinung mit Herrn Bauer, aber in diesem Fall hat er meine vollste Zustimmung.

  2. Moritz Haberland schreibt:

    Sagen wir mal so: Wer einen Grund als Nichtwähler benennen kann, ist noch immer vom „demokratischen“ System enttäuscht, wer dieses längst überwunden hat, nimmt es als Spielaufgabe soweit ernst.
    Vergleichbar ist die „Werbung“ von Nichtwählern mit der „Drittmitteleinwerbung“
    in Wissenschaft und Forschung, Nichtwähler und Drittmittel sind unberechenbar.

  3. Notgroschen schreibt:

    Vielen Dank für das Aufgreifen meines am gestrigen Tage geäusserten Satzes, der ja nicht von mir stammt und schon einige Tage alt ist.
    Dennoch kann ich auch nach dieser, doch gutgemeinten Erklärung, nur das Folgende zum Nachdenken in den Raum stellen und dabei möchte ich es dann zu diesem Thema auch belassen.

    mit den besten Grüssen vom
    Notgroschen

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Wenn hier Meinungen ausgedrückt werden, versuche meist darauf einzugehen, entweder in kurzen Kommentaren oder wenn es das Thema hergibt, mit einem Artikel.
      Ich habe jetzt keine Zeit mir das Video anzuschauen, muss das schöne Wetter nutzen, der Garten ruft, werde es aber bei Gelegenheit nachholen, glaube aber, dass ich nichts wesentlich Neues erfahren werde.
      Das Thema Wahl wird uns immer wieder beschäftigen, ebenso wie die diversen Argumente von „Für“ und „Wider“, die weitgehend taktischer Natur sind.
      Den Spruch kenne ich und ich glaube er stammt von Brecht. Was ihn allerdings nicht richtiger macht.
      Wahlen sehe ich auch als eine Art Fragebogen, wie ihn Ernst Jünger im „Waldgang“ beschreibt.
      Ansonsten stimme ich auch Moritz zu.

    • Moritz Haberland schreibt:

      @ Notgroschen, Du hast ´ne schöne Seite. Wenn ich auch gar kein „lupenreiner Demokrat“ bin, so mag ich doch um so mehr das Internetz, weil es in meinem Leben kaum etwas demokratischeres gab und geben wird.

      Ich bin immer wieder wohlgemut, wenn ich sehe, wieviele
      gute, kluge Burschen sich in meinem Volke „verstecken“.

      • Gerhard Bauer schreibt:

        @Moritz und Notgroschen
        Ja, ist eine gute Seite.
        Wir sind nicht sowenige wie wir oft meinen.
        Vielleicht kann man daraus mal etwas machen, überlegenswert wäre es.

      • Notgroschen schreibt:

        Mal vielen Dank für euer Lob, auch wenn ich selbst nicht so sehr zufrieden bin!
        …und Gerhard, ja, überlegenswert ist es in jedem Fall, und meine Kontaktdaten findet man ja locker auf meiner Weltnetzseite! 🙂

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Wie bereits vermutet, brachte das Video, zumindest mir, keine neuen Erkenntnisse. Mit der Wissensmanufaktur habe ich mich vor einiger Zeit schon mal beschäftigt, habe es dann aber sein lassen, kommt mir ein bisschen suspekt vor.
      Zu einigen Aussagen im Video:
      Die Grünen seien mit besten Absichten gestartet, welche Grünen meint Popp, die der Friedensbewegung, die bekanntermaßen von der DDR finanziert wurden, die Grünen der K-Gruppen oder die Grünen um Petra Kelly?
      Die besten Absichten dieser Leute bestreite ich.

      Zu den Piraten, auch deren beste Absichten bestreite ich. Von bedingungslosem Grundeinkomemn halte ich überhaupt nichts. Arbeit für alle, jeder muss mit Arbeit seinen Lebensunterhalt finanzieren können. Wer nicht arbeiten will, braucht dies auch nicht zu tun, allerdings braucht er auch nicht in meine Tasche zu greifen. In meiner Tasche hat niemand etwas zu suchen, weder die herrschende Klasse, noch irgendwelche Nichtstuer. Nothilfe ist kein Thema und davon nicht berührt. Wobei auch hier eine Rückzahlung vereinbart werden könnte. Bei Unternehmen ebenso, wie bei Privatleuten.

      Zum Thema „Regional“. Wir haben „regionale“ Einheiten, das sind Bundesländer, die weitestgehend auf gewachsenen, historischen Strukturen basieren, wenn auch durch den Eingriff der Siegermächte etwas verändert. Wir haben innerhalb der BRD Völker, wie z. B. das baierische, das fränkische oder das friesische Volk. Da braucht man den Begriff regional nicht zu verwenden. Selbstbestimmungsrecht der Völker, auch für die deutschen. Ganz einfach.

      Dann noch zur Aussage von wegen Revolution, dass Revolutionen dann durchgeführt werden, wenn die Menschen sehen, dass sie nur noch ein Stück vom besseren Leben entfernt sind und nicht, wenn es ihnen schlecht geht.
      Das ist grundfalsch. Revolutionen werden aus der Not heraus gemacht, meist geführt von einer Bande gewissenloser Menschen, die die Not der Menschen für ihre Zwecke benutzt, um die Herrschaftsverhältnisse zu ändern und selbst an die Macht zu kommen. Revolutionen haben die Menschen noch nie in den Zustand eines besseren Lebens geführt. Die Unterdrücker und Herrscher haben gewechselt, das war es aber auch schon.

      Ich habe Popp und Albrecht schon in mehreren Videos beobachtet, ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als wenn sie mit allen Wassern gewaschene Verkaufstalente wären, sie sind nicht mein Fall.

      • Moritz Haberland schreibt:

        Das nur am Rande:
        Zitat: „Die Grünen seien mit besten Absichten gestartet…“
        Herbert Gruhl hatte meine Absichten, insofern die besten!
        Der Rest war Mist.

  4. Moritz Haberland schreibt:

    Das hat zwar nichts mit Wahlen zu tuen, jedoch mit „Drittmitteln“: 2009 war ich auf Einladung in einer kleinen, sehr wohlhabenden Privathochschule in Usa. Die forschen und arbeiten ganz ungeniert gegen „Monsanto“ an. Sie haben uns Versuchsreihen und damit verbundenen einen Haushalt (auf 10 Jahre) überlassen, da träumt die Humboldt-Uni von.

    Auch wenn uns die Regionalpresse als „Braune LPG“ und die Antifa als „Nazi-Kibutz“ bezeichnen, haben wir ein leistungsfähiges Gemeinwesen und ein anerkanntes, agrarwissenschaftliches Labor geschaffen. Ich gehöre nur als Berater dazu, das allerdings mit ganzem Herzen.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Moritz, berichte uns doch mehr darüber. Ich bin überzeugt, dass eine ganze Reihe von Lesern an solchen Dingen brennend interessiert ist.
      Hat die „LPG“ eine Netzseite oder gibt es einen Youtube-Kanal? Verkauft ihr eure Produkte oder sind sie ausschließlich für den Eigenbedarf?

      • Moritz Haberland schreibt:

        Na, da sagst Du was, ich will es auch nicht zu weit ausführen. Die drei bäuerlichen Gemeinschaften, die ich berate, sind ganz klar völkisch, basisdemokratisch und esoterisch.

        Auch wenn ich ihr bester Lobbyist bin, soll ich keine Werbung machen, gerade weil sie ihre Vertriebswege ganz prima organisiert haben. Ich glaube, die halbe Landesregierung von M-V. ernährt sich von unseren Produkten.

        Kein Mensch versaut sich seinen Exklusivmarkt.

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Alles klärchen.

      • Moritz Haberland schreibt:

        Bester Gerhard,
        Du bist in dem Alter, in dem Du das noch kennen müßtest:
        „Aus deutschen Landen frisch auf den Tisch.“
        Stell Dir mal diesen „Nazispruch“ heute im TV vor 🙂 .

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Um „deutsche Lande“, den Nazispruch, zu umgehen, wird heute von „regional“ gesprochen. Deutsches scheuen sie, wie der Teufel das Weihwasser. Das ist allerdings auch ihr Erkennungszeichen, wer sich scheut das Wort „Deutsch“ in positivem Sinne zu gebrauchen, ist einer von ihnen oder ein Opfer ihrer Propaganda, aber auch das lässt sich leicht herausfinden.

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