Zum Video: Bernd Lucke (Alternative für Deutschland) zu Gast bei 2+Leif im SWR

Im gestern vorgestellten Video, das ich von Lutz Radtke zugesandt bekommen haben, ging es auch um das Thema Vergemeinschaftung von Schulden. Das Thema wird ca. ab der 17 Minute.
Was ich erwähnen möchte ist, dass keiner der drei Profis in der Lage war, das aufzudröseln, um was es eigentlich ging.
Lucke redete von Vergemeinschaftung und meinte damit den ESM, womit er recht hat, der CDUler, ein ganz widerlicher Typ, bestritt die Vergemeinschaftung, ging auf den ESM überhaupt nicht ein, sondern sprach nur von zukünftigen „Projekten“, die Projekte von „Rot-Grün“ wären, nämlich von Eurobonds und der Oberspezialist, der Schwätzmeister, meinte gar, es könne jeder selbst definieren, was Vergemeinschaftung sei. Lucke war im Gegensatz zu den beiden anderen geradezu erfrischend. Der „Schluck Wasser“ steht meiner Meinung nach an der Parteispitze der CDU, auch die SPD kocht nur mit Wasser und der Vietnamese an der Spitze der Gelb-Blauen, ist auch nicht gerade das, was man einen beeindruckenden Menschen nennt. Darauf kommt es aber nicht an. Mit Charisma können wir uns nichts kaufen.

Ohne auf das Gespräch im Einzelnen eingehen zu wollen, Lucke behauptete, dass es uns gut gehe, da es anderen in der EU schlecht gehe. Na wenn das keine Steilvorlage für Entschädigungen ist. Kriminelle wolle die AfD auch nicht haben, davon steht allerdings nichts in der Satzung, was drin steht, ist das mit den Extremisten und Ausländerfeinden und wer dies sein soll, wird auch festgelegt, was die staatlichen Behörden als extremistisch und ausländerfeindlich festlegen, wird anerkannt. Da ist nichts zu spüren von der großen Freiheit, dem Willen des Volkes, in dem auch extremistische Ideen zu Hause sind.
Wobei man durchaus die CDU als extremistische Partei einstufen könnte, wenn man denn die Definitionshoheit hätte, dann hätte Herr Lucke eine extremistische Vergangenheit, dieser Herr Strobl wäre ein Hauptextremist.
Auch hier der Kotau vor den Herrschenden, nur nicht anecken, nur nicht in den Verdacht geraten, man wolle wirklich etwas ändern, keine echte Auseinandersetzung führen. Lucke war insofern erfrischend, da er doch mit Tatsachen operierte und nicht mit der politischen Mottenkiste wie sein Gegenüber.
Eine Ehrerbietung ist aber einzig und allein dann angebracht, wenn es gilt, den Deutschen und unserem Land die nötige Ehrerbietung zu erweisen, nicht aber einem politischen System.
Dieses System, jedes System steht immer zur Disposition, wird immer auf Tauglichkeit überprüft und darf niemals Selbstzweck sein. Die BRD war vielleicht einmal notwendig, ge- und erzwungenermaßen, wie auch die DDR, Zeiten ändern sich, die DDR verschwand, die BRD übernahm. Dass auch die Zeit der BRD gekommen ist, verhehlt nicht einmal die politische und wirtschaftliche Kaste, sie wollen dieses Provisorium in einem westeuropäischen Zentralstaat aufgehen lassen, die Deutschen einbinden, fesseln und sie ausnehmen wie eine Weihnachtsgans.
Also, wir sind nicht allein, die BRD soll abgeschafft werden, soll verschwinden, da könnte man auch sagen von der Landkarte, da die BRD nicht gemein ist mit dem deutschen Volk, den deutschen Landen, die BRD ist ein politisches Konstrukt, solche kommen und gehen. Was wirklich existiert und nicht ausradiert werden kann, das sind die deutschen Völker und ihre Länder. Die werden weiterhin bestehen, komme was da wolle und eines Tages werden diese Völker auch wieder Herr im eigenen Hause sein. Daran wird auch das dogmatische Festhalten an der FDGO nichts ändern.

Der CDUler arbeitete mit der Angst vor Massenarbeitslosigkeit und Armut, war ansonsten großkotzig und der typische altgediente Politfuzzy, der einen nur anwidern kann. Mich erinnerte er zeitweise an Helmut Kohl.

Ansonsten, bin ich der Meinung, der AfD wird es gehen, wie es deren Parteivorsitzenden am Ende der Sendung ging. Er darf sagen was er will, der andere, die Regierungspartei, kann tun und lassen was sie will, aber schön, dass man darüber gesprochen hat. Der Anschein der Demokratie ist gewahrt und es wird getan, was getan werden muss, was die Goldene Internationale vorgibt.

Was wählen? Die AfD, die nationale Opposition oder als Alternative zu „Rot-Grün“ gar die Union?
Was wollen wir denn, wir haben doch Alternativen zu Hauf, wir dürfen wählen, wir können wählen und um´s Wählen geht es doch in der Demokratie, wenn ich mich recht erinnere. Wahlrecht ist doch was Schönes und muss genutzt werden.
Wen juckt es da noch, was mit den abgegebenen Stimmen geschieht, was nach dem Wahltag geschieht, was mit den gegebenen Versprechen geschieht, was mit den Inhalten geschieht, die im Wahlkrampf überhaupt nicht behandelt wurde, da diese mit einem Schweigekartell totgeschwiegen werden und, und, und.
Da könnte man doch noch lange fortfahren, dies wäre allerdings nicht mit der FDGO vereinbar und mit der wollen wir es uns doch nicht verderben. Sie ist die heilige Kuh der BRD, vor der das Wahlvolk ehrfürchtig und dankbar niederzuknien hat, die unantastbare Wahrheit, das vollkommene Glück.

Die FDGO ist der Knebel, mit dem die Deutschen zum Schweigen gebracht werden sollen, ist die Fessel mit der sich die Deutschen der Parteienmacht anheimgeben, ist das Instrument, mit dem jede Systemopposition zum Schweigen gebracht werden kann.

Die FDGO ist ein wahres Meisterstück, in Puncto Unterdrückung und Verschleierung der wahren Zustände.

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Hier noch ein Kommentar von Frieder zum Video:

Frieder schreibt:

28/04/2013 um 19:38 (Bearbeiten)

Ich will das Interview mal nach drei Aspekten analysieren.
1. Stil der „Befragung“ bzw. Moderation
2. Wirkung der Protagonisten
3. Sachlicher Gehalt der Aussagen

Aus einem gewissen positiven „Vorurteil“ von mir gegenüber der Sache der AfD und Prof. Lucke mache ich keinen Hehl.

1. Der Moderator ließ vor allem Prof. Lucke selten ausreden. Man merkte ihm an, dass er für die AdF und deren Ideen keine Sympathien hat oder sich irgendwie erwärmen könnte. Den Schwiegersohn von Schäuble, Thomas Strobl mag er vielleicht auch nicht leiden, er ging mit ihm durchaus „moderater“ um. Man merkte ihm an, dass er dem von Leute wie ihm definierten Mainstream entsprechen möchte.
Die Atmosphäre war zwar nicht aggressiv aber recht nickelig.

2. Der BW-CDU-Landesvorsitzende Strobl, sprach und argumentierte wie sein Schwiegervater. Er sieht zwar nicht wie ein Abziehbild aus, wirkt aber wie die Handpuppe von Schäuble; schließt man die Augen, meint man seinen Familien-Boss zu hören. Seine Argumente waren altbekannt und abgestanden, auf der Ebene der Alternativlosigkeit.
Lucke wirkte wie eh vergleichsweise professoral, aber auch professioneller. Die Bemerkung des Moderators, dass Lucke eine Ausstrahlung oder Wirkung “wie ein Schluck Wasser” hätte, ist entlarvend, frech und auch falsch und fällt auf ihn zurück.
Lucke hat sich nicht aus der Gelassenheit bringen lassen.
Seine Bemerkung zu Hoeneß auf die provozierende „was-wenn-Frage“ am Ende der Sendung war unüberlegt, trübt das Bild.

3. Strobl brachte alle sattsam bekannten Argumente der herrschenden Politkaste. Er brachte die zu erwartende CDU-Wahlkampf-Phrase gegen Rot-Grün vor, dass man deren „Eurobonds“ etc. und damit die Schuldenhaftung Deutschlands anderen gegenüber ablehnt. Dass seine Partei und Koalition dies mit den bekannten Beschlüssen zum „Rettungsschirm“ und EFS etc. bereits exekutiert haben, blendet er wie ein Autist aus.
Mit dem EURO-Ausstieg verbindet er Katastrophen wie Arbeitslosigkeit und Verarmung, nicht sehend, dass in Spanien und Griechenland bereits durch den EURO derartiges aufgekommmen ist. Andererseits argumentierte er dass beim „Scheitern von Zypern“ der EURO gescheitert wäre. Was nichts anderes heißt, als dass alle EURO-Rettungsversuche gewissermaßen ein Tanz auf dem Vulkan sind und diese Folgen zeitigen kann, die er den EURO-Kritikern anlasten möchte.
Ich bin kein „Wirtschaftsprofessor“, ein einfacher, aber prüfender und nachdenkender Mensch, der auch aus der Vergangenheit heraus denken mag. Vor dem EURO gelang es Ländern wie Italien und Frankreich durch Ab- oder Aufwertung ihrer nationalen Währungen gröbste Verwerfungen in ihren Handels- und Wirtschaftsbilanzen zu kupieren und zu heilen. Auch im gemeinsamen Markt, der auch vor dem EURO durchaus funktionierte und allen Ländern zu Prosperität verhalf. Das ist auch der Ansatz der Eurokritiker. Das erinnert auch an die durchaus tiefschürfenden und eigentlich nicht widerlegbaren Analysen z.B. von Dirk Müller und Thilo Sarrazin, um prominenteste Fachleute und Autoren zu dieser Thematik zu nennen.
Strobl und der Moderator warfen Lucke das „dünne“ Parteiprogramm vor. Die CDU und SPD mit ihren in Jahrzehnten entstandenen und immer wieder in der Ausrichtung geänderten Programmen sagen auf 100 Seiten Papier inhaltlich ebenso nicht konkret einklagbares aus als die AfD auf vier Seiten.
Ich bin da zuversichtlich, dass von der AfD nachgearbeitet wird. Es muss!
Heute hat mir schon genügt, dass die Präsenz von Prof. Lucke genügt hat, den Hohlkörper Strobl, die Handpuppe Schäubles von der CDU – einschließlich die Hof- und Medienschranze Leif – zu entlarven.

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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5 Antworten zu Zum Video: Bernd Lucke (Alternative für Deutschland) zu Gast bei 2+Leif im SWR

  1. Moritz Haberland D-145.. schreibt:

    Und gestern schon wieder eine „Lucke-Sendung“ (auf pro 7), war doch ganz gut. Der Raab, naja… den Gysi haben sie seit 20 Jahren zum “Top-Talker” aufgebaut…geschenkt, den Lucke haben sie etwas “extra” gesetzt, einwenig Isolation muß sein, er ist ja nur der Herausforderer… und „Mr.Dax“ war gut wie immer.
    Daß Lucke es dennoch auf den zweiten Platz geschafft hat, ist das eigentliche Talk-Thema.

    “Unsere Sozialistische Einheitspartei” mit ihren zwei Vertretern sah blasser als blaß aus!

    Wer auch immer hinter allem steckt, das Thema ist aus der Flasche, es wird sich mehr darin subsummieren als eine strenge Eurodebatte und eine gewisse Eigendynamik entwickeln, die Herr Lucke dann nicht mehr beherrschen wird, darauf könnte man etwas hoffen.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Hoffen, vielleicht; erwarten, nein.
      Falls nötig, wird der eine oder andere Zuchtmeister installiert werden und sollte die Partei „unterwandert“ werden, von wem eigentlich?, dann würde sie sicherlich sehr, sehr schnell wieder in der Versenkung verschwinden.
      Die Partei ist nun bei ca. 10 000 Mitgliedern, wenn da ein paar Nationalisten oder verdeckte NPDler eintreten, so bewirkt das gar nichts, die sind schneller wieder draußen, als sie reingekommen sind. Das Gros der Mitglieder wird im Rahmen des Parteiprogramms arbeiten und der Grundanforderung, der uneingeschränkten Anerkenntnis der FDGO, nicht nur zustimmen, sondern auch für diese eintreten. So meine Einschätzung.

      Wenn wir, die Deutschen, aus dem Ruder laufen sollten, wird uns ganz schnell der Geldhahn abgedreht werden, Schulden haben wir ohnehin genug, das bisschen Gold ist nicht in unseren Händen und so sind wir an der ganz, ganz kurzen Leine. Wenn die Hände, die die Leine halten, nicht schwach werden, haben wir schlechte Karten. Aus eigener Kraft werden wir es DERZEIT nicht schaffen, da müssen die anderen schon stark schwächeln, damit wir uns aus dem Würgegriff herauswinden können. Die Zeit arbeitet für uns, der Koloss schwächelt schon, mal schau´n, wie lange es noch gut geht. Solange ihre bedruckten Scheinchen noch genommen werden, solange haben wir ein Problem.

      • Moritz Haberland D-145.. schreibt:

        Das ganze sehe ich ganz sicher wie Du auch, Itzig Tucholski schrieb in senem
        „Älteren, aber leicht besoffenen Herrn“ sein Credo der SPD in´s Stammbuch:
        „Wenn man diese Partei wählt, hat man
        das gute Gefühl, daß man etwas für die
        Revolution getan hat und man weiß genau,
        mit dieser Partei kommt sie ganz bestimmt nicht.“
        Sag mir, bester Gerd, warum denke ich bei diesen Worten
        (neben vielen anderen auch) immer an „uns“ Beppo Lucke ?

      • Moritz Haberland D-145.. schreibt:

        Zitat: „Hoffen, vielleicht; erwarten, nein.“
        Sicher, zumal ich meine von mehreren Ärzten prognostizierte „Restlebenszeit“ bereits überlebt habe, sind Hoffnungen und Erwartungen sowieso so eine Sache 🙂 .

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Dann mach weiter so. Man darf eben doch nicht alles glauben.

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