Spezlwirtschaft

Ich habe nichts gegen Spezlwirtschaft, wenn sie denn funktioniert und das tut sie in der Regel. Wieso sollte man mit Spezln keine Geschäfte machen, Aufträge nicht an jene Leute erteilen, die man kennt, von denen man weiß, dass sie zuverlässig arbeiten etc..
Wieso sollen Aufträge nicht innerhalb der Gemeinde, des Landkreises vergeben werden dürfen, wieso muss man sich Angebote aus ganz Europa oder der ganzen BRD einholen, wenn vor Ort oder am Ort entsprechende Betriebe sitzen?
Wieso sollte ein Abgeordneter nicht seine Frau beschäftigen dürfen?
Wieso, wieso, wieso?

Da gibt es etwas in der Politik, das da heißt, den anderen schlechtmachen, diffamieren und diffus beschuldigen. Das funktioniert immer und die Meute ist ganz heiß darauf eine neue Sau durch´s Dorf zu treiben. Ganz egal, was denn nun wirklich los ist/war, ganz egal, ob nicht andere das gleiche Spiel treiben, nur in einer bisschen anderen Variante. Ganz egal, ob durch diese gesamte Kaste, wie der politischen, nicht ganz andere Beträge durch den Schornstein gejagt werden. Alles egal, man kann wieder mal so richtig kräftig vom Leder ziehen, ist ja moralisch um sooooo vieles besser.

Die Spezlwirtschaft wird der CSU nachgesagt, das mag auch stimmen, man kennt sich, man weiß, was man voneinander hat und die letzten Jahrzehnte hat es recht gut funktioniert. Für die CSU, für Bayern und für die vielen Zugeroasten, die doch sicher nicht nach Bayern gekommen sind, um uns Entwicklungshilfe zu leisten, sondern die Früchte dessen mitzuernten, die die Bayern und auch die CSU gesät haben. Sich dann über die Lederhosen und die Spezlwirtschaft künstlich aufzuregen, passt dann wie die Faust auf´s Auge. Dass es auch Bayern gibt, die sich darüber künstlich aufregen, ist eine andere Sache.
Wenn man sich aufregen muss, dann doch über den gesamten Zustand, nicht über das Verhalten einzelner, die doch nur innerhalb des Systems leben und handeln. Der Rest ist Geschmackssache, ich würde auch lieber meine Frau beschäftigen und schauen, dass das Geld in der Familie bleibt, als, dass es nach außen geht und ich nichts mehr davon habe. Vorausgesetzt, meine Frau könnte diese Arbeit erledigen und, das wäre auch im Falle Schmids, den ich überhaupt nicht mag, zu prüfen, ob diese Frage und dieses Gehalt denn üblich ist, sprich auch von anderen Abgeordneten an ihre Angestellten bezahlt wird.

Alles andere ist das was man gemeinhin Hexenjagd nennt und über das man sich so gerne beschwert, wenn es einen selbst oder nahestehende Menschen betrifft.

Ob nun der Schmid gejagt wird, der Steinbrück, der Hoeneß, der Bauer oder sonst irgendjemand, ist vollkommen egal, ist im Prinzip immer das gleiche Verhalten und Jäger und Meute sollten sich im Spiegel betrachten, ob sie nicht das gleiche Spiel spielen, wie die anderen auch, nur es trifft halt andere, solche, die man selbst zur Jagd freigegeben hat. Jedem sein Wild, jedem seine Jagdsaison. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Man könnte sich ja die Frage stellen, muss ein Abgeordneter so hohe Diäten erhalten, muss er Angestellte haben, braucht er die hohen Steuerfreibeträge?
Müssen Abgeordnetenposten in Versorgungsposten umgewandelt werden?
Was auch nicht ganz unwichtig ist, welche Arbeit leisten diese Abgeordneten? Kann man ihnen das Geld durchgehen lassen, da sie ohnehin gut arbeiten und es uns allen gut geht? Oder ist es vielmehr so, dass sie keinen Tag abgehen würden, wären sie nicht im Amt?

Wenn man sich solche Fragen stellt, dann stellt man die richtigen Fragen und bekommt auch die richtigen Antworten. Dies sind dann Antworten, die dem Herrn Schmid nicht gefallen, aber auch keinem anderen dieser Burschen. Dann wird man ganz schnell feststellen, dass diese Kerle zusammenhalten wie Pech und Schwefel und sich mit Gebrüll auf den Fragesteller stürzen.
Das andere, das Massen- und Medienspiel ist dem Wahlkrampf geschuldet, dem Kampf um Posten und weiche Abgeordnetensessel. Lassen wir es jene spielen, die etwas davon haben, uns sollte der Schmarnn nicht jucken.

Und ich sage noch eines, wer sich an Treibjagden beteiligt, hat kein Recht sich zu beschweren, sollte eines Tages eine Treibjagd auf ihn und seinesgleichen eröffnet werden. Egal in welchem System, egal in welchem Zusammenhang, Treibjagden dieser Art sind immer ein schmutziges Geschäft, da sollte man sich raushalten, muss man sich raushalten, will man seine Anständigkeit behalten.

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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12 Antworten zu Spezlwirtschaft

  1. rundertischdgf schreibt:

    Darum geht es nicht, es geht um die Selbstgefälligkeit dieser Typen, die uns Moral einbleuen wollen, selbst aber sich nicht daran halten. Nachsicht haben diese Berufspolitiker nicht verdient. Was heißt hier jagen? Gerade die jagen jeden Menschen, der sich ihnen nicht konform anpasst, zerstören seine Existenz, lassen keine Versammlungs- und Meinungsfreiheit mehr zu. Die CSU ist mittlerweile mit ihrer Führung soweit heruntergekommen, daß sie keine Hemmungen hat mit Antifa, SED Nachfolgern und Grünen zusammen zu arbeiten. Unser Text ist aber ein anderer, wir jagen nicht, sondern stellen die Frage, wissen sie denn nicht was sie tun?
    http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/04/26/huber-und-seehofer-wir-wissen-nichts-unser-name-ist-hase/ und ergänzend bitten wir um Unterstützung dieses Fragestellers, der unserem Bundesinnenminister Friedrich, auch so ein CSU Gewächs wie dieser Seehofer, warum treibst du dich mit solchen windigen Typen herum?
    http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/04/22/herr-bundesinnenminister-was-tun-sie-gegen-kriminelle-auslanderbanden/

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Schmid und Hoeneß werden als Stöckchen hingeworfen und jeder springt drüber.
      Wenn, dann geht es um das Ganze nicht um einzelne, die doch nichts anderes tun, als alle anderen auch.

      Niemand von denen die jetzt Schmid oder Hoeneß kritisieren, haben selbst etwas aufgedeckt, sondern nehmen nur den Ball auf, der ihnen vom Buntfunk zugespielt wird.

      Wie ich geschrieben habe, ich mag den Schmid nicht, der ist mir zuwider, wie viele anderer seiner Kollegen auch, ich bin auch kein Anhänger des FC Bayern oder finde Hoeneß sympathisch, unlängst beteiligte er sich verbal am Kampf gegen Rechts. Darum aber geht es nicht.

      Es geht darum, dass jeder Gruppierung Stöckchen zugeworfen werden, die von diesen eifrigst aufgenommen werden.

      Wie gesagt, es gilt die grundsätzlichen Fragen zu stellen, wie z. B.:
      Wie wollen wir „unsere“ Abgeordneten entlohnen?

      Politiker sind längst kein Vorbild mehr, waren es vielleicht nie oder nur in sehr seltenen Einzelfällen. Den Schaden, den sie am Gemeinwesen anrichten, liegt nicht darin, dass jemand seine Ehefrau beschäftigt oder das Dienstfahrzeug neben dem Zug herfahren lässt. Den Schaden den die anrichten, ist auf einer völlig anderen Ebene und dort müssen sie angegriffen werden.

      • Moritz Haberland D-145.. schreibt:

        Aber, bester Gerd, eben darum wirft die „Elite“ dem „Pack“ doch diese schönen Stöckchen hin.
        „Der Fürst hat gute Laune, solange das Volk spielt.“
        (Wulff, Zschäpe, Höneß und so weiter…)

  2. Pingback: Spezl oder Vorbild | rundertischdgf

  3. Moritz Haberland D-145.. schreibt:

    … oh je, liebe Kersti, was Du alles für´n Schweinkram verlinkst 😦 .

  4. Kersti schreibt:

    Wieso, lieber Moritz? Ich bin kein Soze!

  5. Moritz Haberland D-145.. schreibt:

    So, jetzt muß ich nochmal von vorn beginnen: Beste Kersti, Du bist mir eine der Liebsten, wir haben den selben Stallgeruch und die überzeugendsten Gedanken, die sich auch häufig und wesentlich gleichen.

    Den vergammelten Itzig Broder zu empfehlen, geht mir dennoch ganz und gar ab.
    Nur das habe ich gemeint, mehr nicht, ich mag den Straub, die Beatrix und unter
    Vorsichtsbedingungen auch unseren „Beppo Lucke“. Liebe Wochenendgrüße 🙂 .

  6. Kersti schreibt:

    Broder ist international und eigennützig, wie alle seiner Sorte. Zurecht macht er sich über unseren Deppenstaat lustig, die solche Gewächse wie ihn hochjubeln. Genauso den Reich Ranicki, auch so ein polnischer Itzig-Vogel. Deutschfreundlichkeit kann man von denen nicht erwarten, aber daß Deutsche sich zu deren Büttel machen, kränkt sehr.

  7. Moritz Haberland D-145.. schreibt:

    Kersti, als 1983 nach Westdeutschland (S-H) kam, bin ich aus einem Land gekommen,
    in dem das „Sollen“ gewollt war in ein Land, in dem tatsächlich das „Wollen“ gewollt war.
    Heute leben wir alle in einem Land, in dem Du „Sollen“ sollst. Das kränkt wirklich sehr.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Moritz, Du hast es noch nicht richtig verstanden, wir DÜRFEN sollen.

      • Moritz Haberland D-145.. schreibt:

        Endlich weiß ich, was gemeint ist, ist mir aber gar nicht neu,
        die Engels´sche Parole kenne ich lange… Einsicht in die (?)
        Notwendigkeit, hat die Original-SED auch immer gesagt 🙂 …

        Schönen Sonntagabend noch an alle.

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