In Niedersachsen soll ein Skigebiet entstehen – Steuergeld macht´s möglich

Dieses Skigebiet hat nur einen Nachteil, es schneit wenig. Was also tun? Natürlich Kunstschnee ist das Zauberwort. Das Zauberwort, das auch in anderen schneereicheren Wintersportgebieten Schnee garantiert und damit sprudelnde Gewinne.
Man muss alles jederzeit sofort und überall bekommen und machen können. Ein Übel unserer Zeit, wenn nicht DAS Übel. Wer gerne über Gier spricht, sollte mal hierüber nachdenken, über die Gier alles jederzeit, sofort und überall erfüllt zu bekommen. Gier und Raub sind nicht weit voneinander entfernt. Raubbau ist ein Kennzeichen unserer Zeit. Die Erde, unsere Heimat wird verwüstet. Die Wüste lebt, heißt es schon, aber sicher nicht die verwüstete Erde, die Erde die von Menschenhand verwüstet wurde und wird. Diese Wüste befördert uns und unsere Nachkommen in den Abgrund und zwar schneller als wir es glauben wollen.

Um den Schnee nach Niedersachsen, genauer gesagt an den  Wurmberg im Harz, Gemeinde Braunlage, zu bringen, soll der Hügel mit Steuergeld in ein schneesicheres Skigebiet aufgerüstet werden. Beschneiungsanlage, Speichersee mit 5000 Kubikmeter, Parkplatz und ein neuer Sessellift; denn der Skifahrer von heute tut vieles gerne, nur nicht bergauf gehen müssen, da möge Gott vor behüten, Anstrengung und als Lohn der Mühe die Abfahrt, doch nicht mit den Haus- und Hofdeppen der Freizeitindustrie; sollen mit 7,5 Millionen Euro geschaffen werden, wie immer vorläufig, man hört auch schon was von 11 Mio. Euro. Diese 7,5 Millionen, unteres Limit, kommen aus div. Steuertöpfen, auch die EU beteiligt sich an dieser Verwüstung Deutschlands, wenn zerstört wird, ist dieses Monstrum immer dabei.
Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, soll für die Sommerabzocke auch noch ein sog. ZipRider errichtet werden. Der Euro muss rollen.
Mehr als 16 ha deutscher Wald sollen für diesen Irrsinn abgeholzt werden.
Die Stadt Braunlage hat bereits 1,1 Millionen zugesagt, wer nicht beteiligt ist, das sind die, die letztendlich den Gewinn einheimsen. Wo kämen wir denn da hin, wenn diese Leute auch noch investieren müssten, das Risiko tragen. Diese Zeiten sind schon lange vorbei. Risiko ist schlecht für den Gewinn, da hält man sich lieber an den Steuerzahler, der hat einen breiten Buckel und weiß von seinem Glück nicht allzuviel. Die Leute die dann abkassieren, nennen sich im Brustton der Überzeugung und in wahrer Selbstüberschätzung, Leistungselite, Unternehmer und überhaupt die, die den Laden am Laufen halten. Ohne diese Typen ginge es nicht. Wo wären wir wohl ohne sie? Ginge es uns noch schlechter, wäre unsere Heimat noch bedrohter? Würde die gesamte Elite und was sich dafür hält, heute ausgetauscht, was würde wohl geschehen?
Ich möchte diese Kerle sehen, wenn auf breiter Front Subventionen, direkte und indirekte eingestellt würden. Dann könnten sie ihr unternehmerisches Geschick unter Beweis stellen, das sich bisher hauptsächlich darauf beschränkt diverse Fördertöpfe anzuzapfen. Sozialhilfeempfänger, auf ganz hohem Niveau und ich sage euch eines, dort herrschen die dekadenten römischen Verhältnisse, die ein gewisser Westerwelle einmal bei Hartz-IV-Empfängern feststellen glaubte zu müssen. Derweil sprach er über sich und seine Klientel, diese sog. Leistungsträger.
Schaut sie euch an, die politischen Vertreter dieser Leistungsträger und ihr wisst, wie und wer diese Leistungsträger sind. Wie der Herr, so ´s Gescherr.
Der Boss der Leistungsträgerpartei Rösler sprach in rhetorischer Brillanz, so wurde es geschrieben, auf dem Parteitag über die, die leisten und meinte man müsse sie leisten lassen.
Ja, das meine ich auch, nur über die Leute die leisten, sind wir wahrscheinlich sehr unterschiedlicher Meinung bzw. ob das, was sie leisten zu unser aller Vorteil ist.
Rösler hält sich wahrscheinlich auch für einen der leistet, er leistet sich schon was, das ist richtig. Was der sich leistet, geht auf keine Kuhhaut.

Vom Rösler ist kein weiter Weg mehr zu unseren Bundestagsabgeordneten, den Oberleistern, und von dort ist es nur noch ein kurzes Stück Weg, zu denen, die erstmals in den Bundestag kommen wollen, der Wahlalternative für Deutschland.
Die schreibt in ihrem Wahlprogramm:

„Wir fordern, alle bezahlten Nebentätigkeiten für Bundestagsabgeordnete zu verbieten. Für mehr als 10.000 Euro Einkünfte kann man erwarten, dass die Abgeordneten ihre volle Arbeitskraft dem Parlament widmen.“

Ich stelle dagegen, mehr als 10 000 Euro ist zuviel für einen Dienst, der ein Ehrendienst ist, zumindest für jeden anständigen Volksgenossen.
Für Volk und Vaterland zu arbeiten, an einem Platz an dem über die Geschicke unseres Volkes und Landes entschieden werden soll, ist das höchste Ziel, das jemand erreichen kann, in Bezug auf Dienst für das Allgemeinwesen.
Da darf Geld keine Rolle spielen, eine Aufwandsentschädigung, dagegen habe ich nichts, Ausgleich von Verdienstausfall, wenn notwendig, aber wieso sollte jemand der über genügend Mittel verfügt auch noch bezahlt werden, dafür bezahlt werden, dass er die Geschicke unseres Volkes mitbestimmen darf.
Wer nicht will, soll es bleiben lassen und von mir aus Schafe hüten.
Die Tätigkeit des Abgeordneten darf unter keinen Umständen als Grundlage für eine Karriereplanung oder als Versorgungsposten missbraucht werden können.
Auch sollte ein Abgeordneter ein Mindestalter von 45 Jahren haben müssen, um dem Jugendwahn mal einen Riegel vorzuschieben. In dem Alter kann jeder auf Lebenserfahrung zurückblicken, hat manchen Sturm erlebt, seine Mitbürger können sehen, was er für ein Mensch ist und was er zustande gebracht hat und vor allem auch WIE er es zustande gebracht hat. Nicht jeder der auf einem Geldsack sitzt, ist ein anständiger, ehrlicher Mensch. Geld macht nicht glücklich, das ist richtig, noch weniger macht Geld aber zu einem anständigen Menschen.
Zudem muss die Abgeordnetentätigkeit zeitlich beschränkt sein, im Laufe eines Lebens zwei Legislaturperioden müssen genügen. Das Parlament muss ständig aus dem Volk, erneuert werden. Parteien haben darin gar nichts zu suchen. Sie MÜSSEN draußen bleiben.

Um wieder auf das Skigebiet zurückzukommen. Wären wir ein wirklich föderales Staatswesen, mit weitgehender Autonomie und Eigenverantwortung, könnten solche Projekte überhaupt nicht einmal angedacht werden, da die Mittel fehlen würden. Wer außerhalb dieses geplanten Skigebietes würde schon einen Euro für den Mist ausgeben wollen? Dies gilt natürlich nicht nur für den Wurmberg in Niedersachsen, sondern gleichermaßen für alle und alles.
Müssten die, die den Schmarrn benutzen wollen, für die wirklichen Kosten aufkommen, wäre schneller Schluss, als begonnen worden wäre.
Aber es ist nicht alleine die wirtschaftliche Seite, die hierbei betrachtet werden muss, es muss auch gesehen werden, dass unsere Heimat weder ein Gewerbe- noch ein Freizeitpark ist. Wir brauchen Wälder, Wiesen, Flüsse, Seen etc. die weitestgehend im natürlichen oder vernünftigem bäuerlichen Zustand sind, d. h. nicht extensiv bewirtschaftet werden.
Sehen wir uns nur unseren Wald und die Tiere die darin leben an. Unser deutscher Wald verkommt. Die Nutzung ist von Raubbau nicht mehr weit entfernt.
Die Jagd auf Hoch- und Niederwild nimmt immer mehr den Charakter von Schädlingsbekämpfung an, ganze Reviere werden leergeschossen. Ein Reh oder Hirsch könnte ja ein Bäumchen verbeißen. Das verträgt der deutsche Wald nicht oder besser gesagt das Neidingsverhalten mancher, leider allzu vieler, Waldbesitzer. Wenn dagegen 16 ha abgeholzt werden müssen, für einen guten Zweck versteht sich, dann gibt es kein Problem. Wie der deutsche Wald in früheren Zeiten, als es Wild in Hülle und Fülle gab, sich regenerieren konnte, das bleibt wohl ein Geheimnis, wenn es auch keines ist. Wald und Wild gehören zusammen, Rehe und Hirschen werden dem Wald nie und nimmer gefährlich, sehr wohl aber die, die mit Erntemaschinen in den Wald fahren, die mit Planierraupen den Wald hektarweise zerstören und ausgerechnet diese Verbrecher/geldgeilen Idioten haben auch noch die Macht über diesen, unseren Wald. Diese Macht MUSS ihnen genommen werden. Es ist unser Wald, auch wenn im Grundbuch anders geschrieben steht. Auch diese Buchgläubigkeit muss aufhören. Der deutsche Wald, wie unser gesamtes Land, ist Allgemeingut. Wir alle leben in diesem Land, das unser Lebensraum ist und niemand hat das Eigentumsrecht daran, sehr wohl aber das Nutz- und Nießrecht, solange es nicht den allgemeinen Interessen zuwiderläuft. Wer Wald und Wiesen zerstört oder zerstören lässt, hat das Nutz- und Nießrecht verloren.
Wenn Nützlichkeit nur noch im Sinne des Geldverdienens gesehen wird, dann ist es nur noch ein kurzer Schritt zum Nutzmenschen oder zum Schadmenschen, dem Schädling, der zur Last fällt und entfernt werden muss.
Nutztiere haben wir bereits, Nutztiere werden in Ställen/Batterien gehalten. Nutzmenschen in Siedlungen und Wohnsilos, die ebenfalls den Charme von Ställen und Batterien aufweisen.

Zum Schluss noch etwas fürs Herz:

https://www.youtube.com/watch?v=flaYeJmYdeA

Wer hat dich, du schöner Wald
aufgebaut so hoch da droben?
Wohl dem Meister will ich loben
so lang noch meine Stimm erschallt
Lebe wohl, lebe wohl!
Lebe wohl, lebe wohl, du schöner Wald!

Tief die Welt verworren schallt
oben einsam Rehe grasen
und wir ziehen fort und blasen
dass es tausendfach verhallt
Lebe wohl, lebe wohl!
Lebe wohl, lebe wohl, du schöner Wald!

Banner, der so kühle wallt!
Unter deinen grünen Wogen
hast du treu uns auferzogen
frommer Sagen Aufenthalt!
Lebe wohl, lebe wohl!
Lebe wohl, lebe wohl, du schöner Wald!

Was wir still gelobt im Wald
wollens draussen ehrlich halten
ewig bleiben treu die Alten
bis das letzte Lied verhallt
Lebe wohl, schirm dich Gott!
Lebe wohl, schirm dich Gott
du deutscher Wald!

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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3 Antworten zu In Niedersachsen soll ein Skigebiet entstehen – Steuergeld macht´s möglich

  1. GFC schreibt:

    Gerhard, Dein Kommentar zum Jagd interessiert mich. Ich bin Jäger aber habe nie in Deutschland gejagt. Du meinst, das Wild würde im Wald von Jägern niedergemetzelt. Erlebt Deutschland zur Zeit einen Rückgang der Zahlen von Hirschen und Rehen wegen des Jagd? Ich wusste nur, dass es ziemlich schwierig sollte, einen Jagdschein zu erlangen und auch dass die Jagdvereine ziemlich geschlossene Gesellschaft bilden. In den USA ist Jagen recht populär, aber das Wildmanagementprogramm über die Jahren hinweg sehr erfolgreich ist (in den meisten Bundesstaaten; das wird auf Bundesstaatebene geregelt). Zum Beispiel anfangs des 20. Jahrhunderts schrumpften die Zahlen des Weißwedelhirsches auf 500.000 in den ganzen USA; nach Einführung der Jagdgesetzen gegen 1910 in den meisten Orten stiegen die Zahlen wieder. Schuld an den Rückgang war der kommerzielle Jagd auf diese Tieren fürs Lebensmittelindustrie. Heute gibt es ungefähr so viele dieser Tiere wie beim Ankunft der Europäer in Nordamerika, an die 14.000.000. Ähnlich geht es bei anderen Tierarten, die gejagt werden, wie Truthähne. In Deutschland hätte ich ähnliches erwartet wegen der Strenge der Regelung. Nicht der Fall?

    • Gerhard Bauer schreibt:

      https://deutscheseck.wordpress.com/2013/02/15/aktion-totalabschuss-verhindern/

      https://deutscheseck.wordpress.com/2013/02/11/aktion-mufflons-im-teutoburger-wald-sollen-leben/

      Dass die Jäger das Wild niedermetzenln, ist so nicht richtig. Die Jäger werden via Abschußpläne gezwungen Rehe und Hirsche auf ein absolutes Mindesmaß, das immer weiter nach unten gedrückt wird, abzuschießen.
      Der Grund ist, der „Schutz“ des Waldes von Verbissschäden.
      Verantwortlich hierfür sind Waldbesitzer und die Politik, federführend hier die Grünen, die sogar die Winterfütterung des Wildes verbieten wollen.
      Mit Hege und Pflege hat diese Jagd nkchts mehr zu tun. Die Verantwortung hierfür liegt aber nicht bei den Jägern.
      In früheren Zeiten waren diese Abschusspläne eine Begrenzung nach oben, die gerne überschritten wurde. Vor allem im Bereich der Böcke und mancher Bock „schwarz“ über den Ladentisch ging. Den Rehen hat dies nicht geschadet.
      Standen früher im Winter oft 20 und mehr Rehe in Sprüngen zusammen, so sieht man heute vielleicht noch 5 oder 6.
      Die Reviere werden so klein, dass ein „stehenlassen“ auch nicht mehr möglich ist. Ein Niederwildrevier hat i. d. R. noch so um die 300 ha.
      Ich selbst gehe nicht zur Jagd, komme allerdings aus einer alten Jägerfamilie und ging von Kindesbeinen an mit auf die Jagd und mein Herr hängt immer noch an der Jagd, allerdings nicht bei dieser Jagd.

      Waidmannsheil

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