Apple liest mit? Nur Apple?

In der gestrigen WeltOnline wird über einen Fall berichtet, bei dem eine E-Mail von der Apple-Cloud nicht angenommen wurde und ohne Kommentar „verschwand“.
In dem E-Mail haben sicher anstößige Begriffe befunden, in diesem Fall wurde wegen „barely legal teens“ aussortiert. Da war wohl ein Sittenwächter unterwegs, „to bare“ bedeutet soviel wie entkleidet, entblößt.

Apple weist in den Nutzungsbedingungen auch darauf hin, dass
„…Apple behält sich […] das Recht vor, jederzeit zu überprüfen, ob Inhalte angemessen sind […], und kann ohne vorherige Ankündigung und in seinem alleinigen Ermessen Inhalte jederzeit vorab sichten, verschieben, ablehnen, modifizieren und/oder entfernen, wenn diese Inhalte […] Vereinbarungen verletzen oder in sonstiger Weise anstößig sind.“
Zitat: WeltOnline

Vor kurzem stellte ich fest, dass auch Google die E-Mails ganz offiziell mitliest und entsprechend Werbung schaltet, woraufhin ich mein Googlekonto stilllegte. Hilft natürlich im Prinzip nichts, denn der nächste Anbieter liest ebenfalls wieder mit, da bin ich mir sicher, nur werden da keine Anzeigen geschaltet.
Nur, wenn jemand dachte, das Briefgeheimnis gelte auch für E-Mails, der lag und liegt falsch.
Alles was sich im Netz bewegt, wird von den verschiedendsten Stellen kontrolliert, überwacht und beobachtet. Nur deswegen und nur deswegen, ist die Nutzung der diversen Angebote „kostenlos“.
Sie wollen und brauchen soviele Nutzer wie nur möglich, selbst der hinterletzte Weiler muss noch ans das weltweite Spinnennetz angeschlossen werden. Am besten wäre es, nur noch über das Spinnennetz zu kommunizieren, Geschäfte zu tätigen usw. usf.. Dann wäre die Kontrolle vollkommen und man könnte auch ganz gezielt, den einen oder anderen abschalten. Ganz problemlos.

Wer glaubt, durch seinen Nicknamen bliebe er anonym, der irrt. Genau die Leute, die es nicht wissen sollten oder dürften, die wissen alles, die beobachten jeden Schritt bzw. jeden Klick, den jeder im Netz unternimmt. Vorratsdatenspeicherung, nur ein Problem innerhalb unseres Landes, außerhalb wird gespeichert, was das Zeug hält. Insofern ist dies alles auch kein so großes Problem. Ein Klick und dabei bist Du.

Wenn man jetzt davon ausgeht, dass die Inhalte überwacht werden, sowohl von privater, wie von staatlichen Stellen, dann ist wohl der nächste Schritt nicht mehr allzuweit oder allzu schwer nachvollziehbar, dass hier Zersetzungsmaßnahmen und Provokationen organisiert stattfinden. Vor einigen Tagen fand ich bei einem meiner Streifzüge durch´s Netz einen interessanten Verweis, den ein Kommentator bei Altermedia einstellte. Der Verweis betrifft „Die Anwendung von Maßnahmen der Zersetzung“ des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.
Dass solche Maßnahmen natürlich nicht nur von der Stasi angewandt werden, bedarf wohl keiner Erläuterung. Von der Stasi wurde nur einiges bekannt, da der Apparat zerbrach. Man darf getrost davon ausgehen, dass die westlichen Geheimdienste, einschließlich der buntesdeutschen, über ähnliche und weitergehende Anweisungen verfügen. Man denke dabei auch an die „Kill-List“ die dem US-Präsidenten jeweils am Todesdienstag vorgelegt wird, in dem eine Liste mit Namen vorgelegt wird, die per Drohne oder anderswie ermordet werden sollen.
Das weltweite Spinnennetz der Kommunikationswege wird bei der Auffindung der Delinquenten sicherlich einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Kann man im Kontakt mit Menschen noch beurteilen, was man zu wem sagt, so muss man sich im Netz unbedingt darüber klar sein, dass hier alles und jedes mitgelesen und protokolliert wird. Hier kann man nichts im Vertrauen oder „unter uns Pfarrerstöchtern“ sagen, hier ist alles offen. Privatsphäre, nitschewo, niente.

„Aut prodesse volunt aut delectare poetae
oder
Vorsicht nützt mehr als die Klage danach“

Dies sollte jeder beherzigen, der sich im Netz bewegt und sich mit wildfremden Menschen über dies und jenes austauscht und vielleicht ein oder das andere unbedachte Wort fallen lässt oder sich zu Äußerungen hinreissen lässt, die er so nicht gemeint oder auch nicht gesagt hätte.

Es wird nicht nur Einfluss dahin genommen, dass Pro-Stimmungen erzeugt werden sollen oder Anti-Stimmungen bekämpft.
Man muss einfach aufpassen, was man schreibt und das im freiesten Deutschland aller Zeiten, in der freiesten Welt aller Zeiten, in der nur noch in paar Schurkenstaaten oder in Reichen des Bösen Menschen überwacht und kontrolliert werden.
Ansonsten HERRSCHT die Freiheit und diese ist eifersüchtig darauf bedacht, dass diese Freiheit nicht missbraucht wird und missverstanden wird. Denn natürlich bedarf es auch beim Worte Freiheit einer genauen Interpretation.
Am besten ist es, man sagt gar nichts, hält seine Meinung hinter dem Berg, kreuzt bei Meinungsumfragen genau das Gegenteil von dem an, was man meint oder das, was die derzeitige politische Linie ist. Wer meint, damit sollte die Meinung erfragt werden, um der Meinung, dem Willen, der Menschen Rechnung zu tragen, der irrt gewaltig. Damit wird nur die Meinung ausgeforscht, um entsprechend argumentativ vorgehen zu können.
Wieso ich dann hier was schreibe, ganz einfach, weil ich mein Maul nicht halten kann, das ich mir deswegen, im Laufe meines Lebens, auch schon einige Male verbrannt habe.
Ob es was bringt, im Sinne von Widerstand leisten oder einen Beitrag leisten, dass das System auch nur einen Tag früher stürzt? Ich bezweifle es stark, da nähme ich mich zu wichtig. Ob es in der Gesamtheit etwas bringt, bezweifle ich auch. Das System ist mächtig genug, um uns diese „Freiheiten“ zu lassen, diese überlassen von „Freiheit“ dient wahrscheinlich eher dem Erhalt des Systems, als dass es ihm schadet. Irgendein Ventil braucht der Ärger und am besten ist es, man stellt das Ventil zur Verfügung, kontrolliert den abgelassenen Dampf und evtl. auch Menge und Richtung, des Dampfes den man ablassen lässt.
Bin ich paranoid? Ich schätze nicht, beurteilen kann dies natürlich nur ein Außenstehender.
Allerdings weiß ich eines, auf der anderen Seite stehen die besten Strategen und Taktiker, denen gegenüber stehen wir. Das einzige was uns helfen kann, ist Sturheit, Widerstandsfähigkeit gegen alle Einflüsterungen, Resistenz  und Renitenz gegen alles was von dieser Seite kommt.
Gegen eine Vielzahl von voneinander unabhängigen Gruppen und Einzelpersonen haben sie keine Chance. Was in offener Feldschlacht mit Leichtigkeit besiegt werden kann, wird im Kleinkrieg (auch in dem der nicht mit Waffen gefochten wird) zum unüberwindbaren Gegner.
Das Unbekannte, das ist es was sie fürchten, den Waldgänger, der still und leise Widerstand leistet, der hier und dort ein Zeichen setzt, damit andere sehen, es gibt ihn, niemand ist allein.
Politsche und geistige Partisanen sind nicht zu besiegen, sie sind der Dorn im Auge jeden Systems. Lernen wir vom Gegner, betrachten wir die bunten Bewegungen/Revolutionen, wie sie auf allen erdenklichen Ebenen an Systemen und Völkern nagen. Schlagen wir den Gegner mit seinen eigenen Waffen, betreten wir alle Ebenen.
Der Gegner will diese katholische Kirche bekämpfen, gut soll er, daran können wir ihn nicht hindern. Wir können uns fragen, wieso bekämpft er diese Kirche, wieso wurden wie sooft in der Geschichte vieler Länder, die religiösen Einrichtungen des jeweiligen Volkes bekämpft und was können wir tun, um auch hier Widerstand zu leisten.
Ich benütze die Kirche ganz bewusst, da ich im die Abneigung vieler Widerständler weiß, die der Kirche entgegengebracht wird und nicht erkannt wird, welchen Stellenwert sie im Gefüge der Menschen hat, vor allem dann, wenn die Zeiten schlecht und hart werden. Dass die Kirche immer ein Zufluchtsort ist, wenn es brenzlig wird. Hier heißt es über den eigenen Schatten springen und all jenes stützen, was der Gegner angreift. Oder hätte jemand ein Problem, bei Beschuss, hinter einer Mauer Schutz zu suchen, die von einem „Sowieso“ errichtet wurde?
Hier sind wir an einem Punkt angelangt, in dem Glauben, Weltanschauung und Ideologie zum Hemmschuh wird. Die genau wieder denjenigen in die Hände arbeitet, die man eigentlich bekämpfen will.
Oder, was natürlich auch sein kann. Man will nur SEIN System durchbringen, sein System, das man für das beste hält und damit auch für alle anderen. Dann allerdings ist man genau dort, wo sich der Gegner befindet und nur eine andere Seite der Medaille.

 

 

 

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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6 Antworten zu Apple liest mit? Nur Apple?

  1. ubjay schreibt:

    Besserwessi sagt: barely heisst in dem Fall so viel wie: gerade so; fast nicht.
    Also: Teenies am Rand des gesetzlich Erlaubten.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Passt schon.
      Wie es immer so ist, wenn auf der einen Seite Porno, dann auf der anderes Seite zugeknöpft bis zum Scheitel. Daher schrieb ich auch, dass da ein Sittenwächter unterwegs war.
      Auch ich kann bestimmte Kommentare ausfiltern, indem ich Wörter eingeben, die wenn sie in einem Kommentar enthalten sind, erst einmal im Spam landen. Ich habe auch solche Wörter eingegeben, bisher landete allerdings noch kein Kommentar deswegen im Spam.
      Man solle allerdings davon ausgehen, dass alle Beiträge, alle Kommentare, von allen möglichen legalen und illegalen Seiten nach bestimmten Schlüsselwörtern durchsucht werden.
      Vor einigen Jahren hieß es noch, diese und ähnliche Dinge könnten nicht realisiert werden, da es Speicherplatz fehle, das Problem ist inzwischen gelöst.

  2. ubjay schreibt:

    Wenn Bürgerrechte wie Briefgeheimnis und Meinungsfreiheit abgeschafft werden, zeigt das nur, wie gross die Angst der vermeintlich Herrschenden schon ist.
    Die wissen natürlich, dass sie nicht dauerhaft das Volk nach Belieben ausplündern können, ohne eines Tages dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.
    Brot und Spiele reichen nicht, um das Volk für immer vom Denken abzuhalten.
    Dass bei kaum legalen Mädels die Zensur zuschlägt, wundert mich allerdings, da die Pornoindustrie ja zu der Ablenkung mit Spielen gehört.
    In der DDR wurde FKK dem Volk als Ventil zugestanden. Und die haben noch gedacht, das hätte was mit Freiheit zu tun, wenn die Stasi Spitzel auch nichts anhatten.

  3. Kersti schreibt:

    Leuts, ich durfte in der DDR kein Kaderleiter werden, da hatte die Stasi etwas dagegen, warum, weiß ich nicht. Daher wurde ich auf einen gut bezahlten belanglosen Posten im Büro des Direktors kaltgestellt. Also hatten sie mich im Visier. Und trotzdem haben sie nichts von unserer Flucht mitbekommen. Je größer der Bewachungsapparat, je mehr Daten die speichern, umso unübersichtlicher wirds im System. Als wir dann weg waren und wir aus dem „Ungarn-Urlaub“ nicht wiederkamen, hat die Stasi unsere Wohnung aufgebrochen. Der Firmenschlüssel lag auf dem Tisch, unsere Privatsachen hatte ein Freund, der dichthalten konnte, die hatten wir nachts weggeschafft. Ich schätze mal, so sind wir hier auch, nicht wirklich gefährlich, daß wir intensiv überwacht werden müssen, man wird uns im Auge haben, mehr doch nicht. Und fatal für die, wir werden immer mehr.

  4. GFC schreibt:

    Ganz interessant Kersti – ich stimme mit Ihnen überein, eine lückenlose Totalüberwachung ist nicht möglich. Nur, ich denke, die herrschende Elite hat in dieser Sache nicht die gleiche Strategie wie die einstigen Herrscher der DDR. Die Methode heißt „Anarcho-Tyrannei.“ Anstatt sich auf einer totalen Überwachung und Kontrolle des Staatsvolkes zu verlassen, spionieren sie das Volk aus, sammeln und speichern die Daten für die spätere Anwendung. Die Gesetze werden so kompliziert und allumfassend, und in so grosses Maß verabschiedet, dass eigentlich alle Bürger gegen mehrere Gesetze vergehen zu jeder Zeit ohne es zu wissen. Wenn jeder ein Krimineller ist, ist es dann leichte Sache unliebsame Bürger aus dem Weg zu schaffen, bis dann werden die „Kriminellen“ geduldet. Die Behörden brauchen nur in den Datenspeicher nachzuschauen, finden einiges was sie an den „Staatsfeind“ anhängen können, und dann sind sie weg. Dies gilt nicht nur für politisch ärgerliche Bürger aber auch für Geschäftskonkurrenten von Firmen, die ein enges Verhältnis mit den richtigen Amtsinhabern haben, usw. Ab und zu mal werden so Gesetze aufs Geratewohl erzwungen damit die kleinen Leute nicht vergessen, wer Herr ist (z.B. es gab vor kurzem einen Fall, wo das US-Landwirtschaftsministerium sein Eingreifskommando „SWAT team“ gegen einige Kleinbauern eingreifen lassen, weil sie Rohmilch produziert haben).

    Die Methode setzt auch viel auf Instabilität und hohe Kriminalität in den Städten. Dabei fungieren die Unterschicht (meistens Ausländer, Minderheiten, usw.) als Hilfstruppen für die Elite – die stellen eine ernste Bedrohung zu Leib und Besitz dar, schüren Angst unter dem Volk, das Volk wird gezwungen auch viele Ressourcen zu verbrauchen, sich vor dieser Bedrohung zu schützen bzw. zu entkommen („white flight“) und sind hilflos auf den eigentlichen Feind – den Staat / die herrschende Elite – angewiesen für Schutz. In so einem Zustand kann das Volk keine wirkliche politische Bedrohung für die herrschende Elite darstellen. Daher wird diese Kriminalität nie ernst nachgegangen, weil sie die Elite zu nützlich ist. Neukölln ist überall, weil die Elite es so haben will. Neukölln heißt Kontrollmechanismus. Man kennt ja die tagtäglichen Beispiele – z.B. man wird angezeigt und gnadenlos verfolgt, wenn man die Müll nicht sauber in richtigen Ökotonnen sortiert, kann aber nicht sicher nachts durch die Innenstadt gehen. Man kann sogar die ruinierten Städte der USA – Detroit, Camden, St. Louis, usw. als Schlachtfelder eines Krieges gegen das Volk betrachten, dessen Ruinen behalten werden als Beispiele ans Rest des Volkes.

    So sieht ein aufkeimender moderner Unterdrückungsstaat aus. Nichts vom grauen Ostblock Polizeistaat-Totalitär-Image, aber am Ende der gleiche Effekt. Natürlich beschreibe ich den aktuellen Stand der USA aber es würde mich nicht überraschen, wenn dies auch in Deutschland der Fall wäre. Und wenn nicht, dann bald: wie Gerhard es an andere Stelle bemerkt hat, die Mächte die dahinter stehen, sind ausserstaatlich organisiert und agieren international.

  5. Kersti schreibt:

    GFC
    Interessante Ausführungen, aber praktisch wird auch das nicht umsetzbar sein, dann nämlich, wenn die „Staatsfeinde“ in der Überzahl sind und die Datensammler nicht mehr bezahlt werden können. Das mit den Kleinbauern ist erschreckend. Ich kaufe hier nur noch etwas von den „Kleinen“, da weiß ich, daß die mich weder anlügen noch betrügen. Wenn das alle täten, stünden die mit ihren Konzernen verdammt einsam da. Und wenn die Weißen alle anderen ignorierten, weder Dienstleistungen oder Waren von ihnen annähmen, wären sie überflüssig. Es fehlt der Zusammenhalt und es gibt den Geiz und die Gier. Da nimmt man sich eben das billige spanische Kindermädchen, auch wenn es schlampig ist.

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