Frage zum Thema Grund, Wasser, Luft: Was wäre wenn?

Was wäre wenn, wenn Grund und Boden, Wasser und Luft Allgemeineigentum wären?
Luft kostet derzeit noch nichts und es ist NOCH abwegig sich vorzustellen, dass Luft verkauft werden könnte, privatisiert werden könnte.
Grund und Boden gehören zu den Grundlagen allen menschlichen Lebens, Grund und Boden wurde, beginnend, vor Jahrhunderten von Allgemeingut in Eigentum Einzelner umgewandelt, in das Eigentum einiger weniger, die von da an, sich das Recht anmaßten über die Menschen, die auf diesem Land lebten, zu herrschen, deren Ankläger, Richter und Henker zu sein.
Bestrebungen Grund und Boden wieder zum Allgemeingut zu machen, werden oft nur lächelnd zur Kenntnis genommen oder als sozialistische, marxistische Phantasien abgetan.
Leute wie der Holzer Sepp vom Kameterhof schlagen vor, jedem Bürger ein Grundstück von 1000 qm zuzuweisen, damit dieser eine Lebensgrundlage hat. Sicher ein guter Gedanke, den es weiter zu verfolgen gilt. Der Holzer Sepp hat sich bereits vor einigen Jahren mit einem Offenen Brief an Verantwortliche in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gewendet, wer ihn lesen will, klicke hier.
In einer Zeit, in der, schon seit einigen Jahren, nachgedacht wird, das im Boden gespeicherte Wasser, zu privatisieren, ist es sicher noch ein weiter Weg bis dahin, wo das Land wieder unser Land ist.
Die Rechte auf das Wasser bekämen nicht etwa die Grundbesitzer, was ja nahe liegen würde, diese Rechte würden meistbietend verkauft. Wer die Käufer sein werden, kann sich jeder vorstellen, der das westlich liberal-kapitalistische System kennt, übernationale Unternehmen. Die öffentliche Hand könnte mit den erzielten Verkaufserlösen, Schulden tilgen oder zumindest fällige Zinsen bezahlen, so sagt man, wenn es darum geht Allgemeineigentum zu versilbern.
Dabei wird geflissentlich „vergessen“, dass auch Allgemeineigentum eine Form des Eigentums ist, nur eben Eigentum der Allgemeinheit und nicht einzelner oder einer Gruppe von Privatleuten. Genau die Allgemeinheit wird aber nicht gefragt, ob und zu welchen Bedingungen ihr lebensnotwendiges Wasser an private, gewinnorientierte, übernationale Unternehmen verkauft wird. Von da her gesehen, sind all diese Verkäufe unwirksam, da eine käufliche Politkaste nicht im Interesse und auch nicht im Namen des Deutschen Volkes handelt, wenn Lebensgrundlagen verschachert werden. Die Ermächtigung zu solchem Handeln gab und gibt sie sich selbst.

Eigentum muss nicht mit dem Recht auf Bewirtschaftung einhergehen. Grund und Boden werden vergeben, bisherige Besitzverhältnisse würden nicht berührt, nur Eigentümer ist die Allgemeinheit, Obereigentümer, Lehnsherr oder wie immer man sagen will. Finden sich keine Nachfolger zur weiteren Bewirtschaftung/Nutzung werden diese Nutzungsrechte neu vergeben. Beliehen und belastet darf Grund und Boden nicht werden. So ähnliche Konstrukte gab es bereits, mit Sozialismus oder Marxismus hatte dies absolut nichts zu tun. Es nennt sich Fideikomiss und wird auch von Ina Seidel in „Das Wunschkind“ beschrieben.
Mag es beim Grundeigentum dem einen oder anderen kalte Schauer, aus Gründen der Umerziehung und Prägung, über den Rücken jagen, wird es bei Wasser und Luft keine Einwände geben (können). Auch wenn es beim Wasser Einschränkungen gibt. Grundsätzlich geht man allerdings davon aus, dass Wasser Allgemeingut ist.
Ganz offensichtlich wird es bei der Luft, wer wollte es heute wagen, die uns umgebende Luft als Wirtschaftsgut zu bezeichnen, ebenso gut könnte die Sonneneinstrahlung als Wirtschaftsgut bezeichnet werden und über bestimmte Modi abgerechnet werden. Wieso eigentlich nicht? Was nicht ist, kann ja noch werden.
Halten wir fest, wir benötigen die Luft zum Atmen, sie ist frei, Allgemeingut, wir benötigen Wasser zum Trinken und für andere lebenswichtige Dinge, Wasser ist schon eingeschränkt und soll weiter eingeschränkt werden, Grund und Boden wird ebenfalls zum Leben benötigt, ist schon fast gänzlich in privater oder staatlicher Hand. Die beiden Kräfte Private und Staat, machen mit dem Grund und Boden, was ihnen gefällt. Sie machen häufig gemeinsame Sache, wertvolles Acker- und Weideland wird zur Beton- und Aspahltwüste. Hauptsache es dient dem Gelderwerb, alle anderen Interessen haben hintan zu stehen.

Muss das so sein? Könnte man hier nicht ebenfalls umdenken und Grund und Boden wieder zur wirklichen Heimat unseres Volkes machen.
Ein Volk von Eigentümern ist reich, hat etwas wofür es sich zu arbeiten, zu kämpfen lohnt. Ein Volk von Besitzlosen, sollte wofür arbeiten, für andere, wofür kämpfen, für andere?
Es wird immer davon geredet, die Deutschen gäben IHR Land auf, ist es noch ihr Land, gehört ihnen noch irgendetwas auf/in diesem Land?
Die Zahl der Kleineigentümer sinkt, Bauernhöfe sterben, Mietkasernen schießen aus dem Boden. Was sollten Menschen, denen nichts gehört wohl verteidigen? Es findet in Stadt und Labnd eine Proletarisierung statt, die Zahl der Eigentumslosen steigt.
Sicherlich wer arbeitet, spart, kann sich ein Einfamilienhaus leisten, der eine oder andere hat etwas geerbt und erhält diesen Besitz oder vergrößert ihn gar. Sicher gibt es auch Menschen, die keinerlei eigentumbildende oder –erhaltende Kraft haben, die ein, nur scheinbar, unkompliziertes, besitzloses Leben vorziehen. Bitte schön, kein Problem. Keiner muss, aber jeder sollte können. Rechte, wie das der Grund- und Bodennutzung gehen mit Pflichten einher, wer diese nicht erfüllen will, braucht dies nicht zu tun. Aber die Verfügungsgewalt über große Flächen darf nicht in den Händen einiger weniger liegen. Grund- und Boden darf kein Spekulationsobjekt sein, ebensowenig wie Wasser und Luft, bei Letzterem werden mir die meisten folgen können/wollen.
Was wäre wenn Grund und Boden, Wasser und Luft im Obereigentum von uns Deutschen stünde?
Schmeichlerisch und scheinheilig werden wir als der Souverän bezeichnet, manche glauben dies auch noch, nehmen wir diese Lügner und Schmeichler beim Wort, machen wir uns zum Souverän. Der Souverän gebietet über Land, Wasser und Luft. Der Souverän hat die letzte Entscheidungsbefugnis, er hat die Macht.

 

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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Eine Antwort zu Frage zum Thema Grund, Wasser, Luft: Was wäre wenn?

  1. Esiswisis schreibt:

    Und seit Jahrhunderten haben wir unser Eigentum nicht eingefordert.
    Wo wir wohl wären wenn wir es getan hätten?

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