Woanders gelesen: Hundtsföttereien

Hundtsföttereien

Wieder mal ein Beispiel für die Bundesdeutsche „Elite“: Der Präsident des BDA – der sog. „Arbeitgeberpräsident“ – Dieter Hundt fordert, die Elternzeiten in Deutschlande im Interesse der Wirtschaft“, sprich der Industrie, zu kürzen.
Vielleicht gar abschaffen? Denn Elterzeiten „haben sich negativ auf die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt ausgewirkt.“
Frauen sollen anscheinend genötigt werden, spätestens nach einem Jahr , wenn nicht gleich ihre Kinder abzugeben! Denn die Elternzeiten seien „reine Störfaktoren bei der Produktivität einer Gesellschaft“.
Ginge es nach Hundt, sollten wohl die Frauen überhaupt auf das Kinderkriegen verzichten, interpretiert die Bayer. Sozialministerin Christine Haderthauer die Forderungen des Verbandspräsidenten.

Es ist symptomatisch für unsere links-grün gestrickten Zeitgeistmedien und Ausdruck unserer gesellschaftlichen Verwahrlosung, dass hier keine Empörungslaute zu vernehmen sind, wenn einer mit seinen Forderungen die Axt an die Wurzeln der Gesellschaft legt.
Auch einem BDA-Präsidenten aus Schwaben dürfte nicht entgangen sein, dass „Die Zerstörung der Familie, der seit vier Jahrzehnten anhaltende dramatische Geburtenrückgang, auch heute schon die Erosion der Fundamente unserer Volkswirtschaft bedeuten“, wie Dieter Stein von der JF richtig beschreibt.

Im Zusammenhang mit der Diskussion über das Betreuungsgeld ist dieses widerliche, ignorante und ständig abwertende Reden, die von Misstrauen gezeichnete Einstellung gegenüber Frauen und Eltern, die sich für ihre Kinder verantwortlich fühlen und mit ihrer ganzen Kraft dafür da sind, wieder ganz deutlich geworden.

Der Hundt fühlt sich ja in seinen Forderungen von der Politik gestützt, hat doch der sozialistische EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla kürzlich gefordert, dass sich Frauen in Deutschland weniger um Kinder und Familie kümmern und stattdessen mehr arbeiten gehen sollen. Die Erwerbsquote der Frauen in Deutschland sei nicht hoch genug, ließ Spidla wissen, dadurch ginge „wertvolle Produktivität“ verloren. Das war wohl die Vorlage für Hundt.

Eine Gesellschaft, die über solche „Eliten“ verfügt, braucht sich um ihre Zukunft keinerlei Hoffnungen mehr machen.

http://altmod.de/

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
Dieser Beitrag wurde unter Familie, Woanders gelesen abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Woanders gelesen: Hundtsföttereien

  1. Kersti schreibt:

    Es ist schon hirnrissig, wie die linksgrünen Siozialisten mit ihrem Emanzipations- und Gleichstellungswahn für Frauen den Konzernen zuarbeiten. Frau und Mutter zu sein bezeichnen Schwarzer und Roth als spießig. Naja, wenn man einen Blick auf die armseligen Gestalten wirft, weiß man, warum die von Familie nichts halten.

  2. Moritz Haberland schreibt:

    Künstler (aller Länder) nehmen schon erstaunlich häufig Entwicklungen wahr, wenn sie so noch gar nicht eingetreten sind (Orwell ist eines der bekanntesten Beispiele dafür, doch beileibe nicht das einzige).

    Hier ein bekanntes Lied von 1979, das neben Text und Musik auch eine klare Videobotschaft hat, an die ich immer denken muß, wenn es um dieses Thema geht.

    Hoffnungsvoll will ich hinzufügen, daß die Erfolgsaussichten nicht so groß sind
    wie die Furcht davor, was jedes DDR-Kind bestätigen kann, stimmt´s Kersti ?

    Hier der Link zum Lied : http://www.youtube.com/watch?v=fvPpAPIIZyo

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Lassen wir die doppelten Verneinungen beiseite (künstlerische Freiheit oder Notwendigkeit) oder glaubst Du, der Texter hat diese bewusst benutzt, vor allem, da er in der darauffolgenden Textzeile (dark sarcasm) diese nicht angewandt hat?

  3. Gassenreh, Jakob schreibt:

    So toll sind Krippen für 0 – 3jährige Kleinstkinder nicht, für die seltsamerweise linke und gewerkschaftsnahe Parteien als auch Wirtschaftslobbyisten (Arbeitgeberpräsident HUNDT; Präsident von Gesamtmetall DULGER) wie wild trommeln: „Befreit die Mütter von ihren Kindern und fesselt sie an die Maschinen“
    Nicht nur die Familie, sondern vorallem die Schwächsten, die Kinder, werden möglicherweise ernste Probleme bekommen und damit die Zukunft unseres Volkes.

    Ausgerechnet diejenige Partei, die sich für die Schwachen einsetzen will, argumentiert reflexhaft gegen das Betreuungsgeld und trifft damit die Schwächsten der Gesellschaft.
    Die Krippe scheint eine Einrichtung zum Wohlergehen von Erwachsenen zu sein, denn ein bezüglich der sehr frühen Krippenaufbewahrung nicht ausreichend beachtetes Problem (neben zu befüchtender erhöhter Stresshormonausschüttung infolge „learned helpnessless“ und Wachstumshormonmangel infolge reduziertem Langsamen-Wellen-Schlaf in der Krippe) ist die mögliche Störung bzw. Verzögerung der frühkindlichen Sprachentwicklung. Ein wichtiger Unterschied zwischen Tier und Mensch ist die Sprache auch als Basis des Denkens. Mangelnde primäre (besonders 0- 1,5 Jahre) frühkindliche Sprachentwicklung hat oft die Folge von Lese- und Rechtschreibstörungen und letztlich ungünstiger kognitiver Entwicklung.
    Dadurch ist zu erwarten, dass die wichtigste Resource, welche unser Volk besitzt, nur ungenügend sprachlich und kognitiv entwickelt geerntet wird. (Siehe Ärztereport der Barmer Ersatzkasse vom Januar 2012 mit bereits jetzt schon ca. 40% sprachgestörten Kindern im Alter von 5-6 Jahren (Gründe: Zunahme Tagesmütter: 2006
    ca. 14%, bereits 2010: 23%;; enorme Lärmpegel in Kitas); logopädische Behandlungskosten etwa 1 Milliarde Euro).
    Warum heißt es Muttersprache und nicht Vatersprache?
    Bereits ab der 20. Gestationswoche hört der Foet im Mutterleib flüssigkeitsangekoppelt die Mutterstimme und ist nach der Geburt massiv darauf fixiert, sodass eine längere (max. bis zu 3 Jahren) dyadenspezifische Beziehung zwischen diesen beiden Personen notwendig ist, zumal in diesem Zeitraum zumindest zwei kürzere Phasen besonders begierigem Sprechlernen des Kleinkindes individuell verschieden auftreten (siehe „Vergewaltigung der menschlichen Identität; über die Irrtümer der Gender-Ideologie“)

Kommentare sind geschlossen.