Demokratie

Ohne Demokratie geht gar nichts mehr. Seit dem 19. Jahrhundert in dem die demokratische Ideologie kam, sah und siegte, ist es nahezu schon verbrecherisch/ketzerisch sich gegen diese Ideologie auszusprechen. Die demokratische Ideologie besiegte die Monarchien dieser Erde, sie wurde nach diesem Sieg von konkurrierenden Gruppen übernommen, das liberale Bürgertum zog mit der demokratischen Fahne in den Kampf, ebenso die klassenbewussten sozialistischen Arbeiter, hier entstand die Sozial-Demokratie. Danach ging es weiter, die verschiedensten politischen Richtungen übernahmen den Demokratiebegriff, jeder konnte mit ihm glücklich werden und brauchte am Inhalt nicht großartig etwas verändern. Es gab und gibt keinen. Jeder nimmt sich die Hülle und steckt seinen Inhalt rein.

Man kann es ganz einfach so beschreiben:
Demokratie, ein inhaltsleerer Begriff.

Wer kennt es nicht das Mutterland der Demokratie, die USA?

Wer kennt sie nicht, die Volksdemokratien des Ostens?

Wer kennt ihn nicht, den demokratischen Zentralismus?

Wer kennt sie nicht, die Freien Demokraten, die Christdemokraten, die Sozialdemokraten, die Nationaldemokraten?

Wer kennt sie nicht, die Wiege der Demokratie, die Polis Athen? Deren heutigen Bewohnern, samt Umland, wir derzeitig aus der Patsche helfen müssen, da sie ja die Demokratie erfunden haben, so wollen es jedenfalls die Lehrbücher.

Wer aber kennt schon den Thing, die germanische Form der oder einer Volksherrschaft?
Dies nur mal am Rande erwähnt. In den skandinavischen Ländern, ebenso in der Schweiz finden wir noch Reste des Things, bei uns wurden die Wurzeln nahezu alle gekappt. Der Drache Nidhöggr nagt an den Wurzeln der Weltenesche und verspritzt sein Gift.

Bleiben wir aber im Hier und Jetzt.

Jede Strömung, jedes System behauptet von sich die wahrhaftige Demokratie zu vertreten bzw. zu verwirklichen. Wie sieht dies nun der Welt der Tatsachen aus?
Herrscht wirklich irgendwo das Volk oder wird das Volk beherrscht. Sind Strukturen vorhanden, die man als Volksherrschaft oder Volksmacht bezeichnen könnte?
Ich möchte bei der Gelegenheit nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, Volk bedeutet für mich NICHT das Volk als Untertanengemeinschaft oder Gemeinschaft der Unterdrückten, wie dies von linker und marxistischer Seite behauptet wird.
Bei der Definition von Volk möchte ich mich dem Knaur´s Lexikon von 1987 anschließen:
Volk, Gemeinschaft zahlreicher durch Sprache, Sitte und Abstammung verbundener Menschen
Dann gibt es noch das Staatsvolk, das sich aus einem oder mehreren Völkern zusammensetzen kann.

Lassen wir auch Athen außen vor, zulange ist es her und was dort Demokratie genannt wurde, wäre heute sicherlich eine Art  Apartheitsstaat oder die Diktatur einer Gruppe.

Mit Volksherrschaft oder Volksmacht, was das Wort ja bedeutet, hat Demokratie nichts zu tun, zumindest nicht in jenen Staaten, die sich heute demokratisch nennen oder, falls sie untergingen, nannten.
Demokratien wurden immer mit Waffengewalt geschaffen, eine vorher herrschende Gruppe, wurde durch eine andere Gruppe besiegt, diese nannte sich demokratisch, hatte einen Teil des Volkes auf seiner Seite und damit hatte es sich. Der Rest wurde unterdrückt, waren evtl. gar Feinde der Demokratie.
Ganz deutlich wurde dies in den von den französischen Revolutionären geschaffenen Republiken, in denen die dort lebenden Menschen gezwungen wurden, demokratisch zu sein. Ganz undemokratisch wurden diese geschaffenen Republiken (Nation-Building) später Königreiche und ihr erster Konsul, der kleine Franzose, wurde Kaiser.
Eine kleine Randnotiz weder dieser kleine Franzose, noch der letzte, Sarkozy, waren Franzosen. Wie auch Karl der Große kein Franzose war, wenn sie dies auch gerne hätten.

Doch wieder zurück zum Thema.
Wer es schaffte den Begriff Demokratie propagandistisch für sich zu vereinnahmen, hatte immer das moralische Recht auf seiner Seite, war der Menschenfreund, wer dies nicht schaffte oder gar offen gegen den Begriff Stellung nahm, war ein Unmensch, der mit allen Mitteln bekämpft werden musste, dem das geringste demokratische Recht abgesprochen werden durfte, ja sogar abgesprochen werden musste. Schließlich ging es ja um die Verteidigung der Demokratie und dazu ist jedes Mittel recht und billig.
Wer kein Demokrat ist, hat auch keine Rechte. Dies gilt auch noch heute. Wehe dem Nichtdemokraten.

Wer sich gegen die Demokratie oder sagen wir die herrschende Definition von Demokratie auflehnt, hat seine Rechte verwirkt, für den sind auch sog. Grundrechte des GGs aufgehoben, er hat sie verwirkt. International werden Staaten von der sog. internationalen Gemeinschaft bekämpft.
National bekämpfen die Demokraten, jede Regung die gegen die herrschende Definition, sprich die herrschenden Machtverhältnisse, Stellung bezieht. Dem Volk selbst wird jede Entscheidung darüber entzogen, wie es sich organisieren möchte.

In der BRD, in dem Land also in dem wir die Demokratie erleben dürfen, dem freiesten Deutschland aller Zeiten, wurde dafür extra ein Artikel ins Grundgesetz eingefügt, der folgendermaßen lauten:

Artikel 18

Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Abs. 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Abs. 3), die Versammlungsfreiheit (Artikel 8), die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9), das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das Eigentum (Artikel 14) oder das Asylrecht (Artikel 16a) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen.

Wer legt oder legte fest, was die freiheitlich demokratische Grundordnung beinhaltet, das Bundesverfassungsgericht, eingesetzt von Parteien, genehmigt von den westlichen Siegermächten des Zweiten Weltkriegs.
Hatten die Deutschen jemals nur einen Hauch von demokratischen Rechten, um diese Definition mitzubestimmen oder gar zu entwickeln? Nein, es ist das Werk der Sieger und deren Zuarbeiter.

Demokratie, jede Demokratie, hat natürlich ihre Grenzen, evtl. sogar mehr als manch andere Herrschaftsform.
Im deutschen Kaiserreich gab es mehr Freiheiten als in der Weimarer Republik oder in der BRD. Freilich, freilich den Kaiser durfte man nicht beleidigen, seinen Mitmenschen darf man aber heute auch nicht beleidigen, die Kanzlerin und den Bundespräsidenten auch nicht, dafür gibt es auch heute eigene Paragraphen.
Im Kaiserreich wurde das Leben der Menschen nicht so eingeschnürt, wie es heute der Fall ist. Der Beamten- und Verwaltungsapparat hatte vielleicht ein Zehntel des Umfanges, den wir heute ertragen müssen.
Man denke auch an diverse Bauvorschriften, das Waffengesetz, Energieeinsparverordnung, gesetzlich festgelegte geschichtliche Tatsachen, Verbot von Büchern, Filmen und vieles, vieles mehr. Beispielsweise wurde das Waffengesetz aus dem Jahre 1938 am Anfang der 70er Jahre verschärft, von wegen RAF und so. Damit die RAFler, die Waffengeschäfte ausplünderten, um sich ihre Waffen zu beschaffen, ihre Waffen nicht auch noch einkaufen konnten. Auch so ein Treppenwitz. Seit den 70ern wird dieses Gesetz ständig verschärft, wir Bürger werden gezwungen nahezu wehr- und waffenlos zu sein.
Mag doch jeder versuchen herauszufinden, aus welchem Jahr denn das Gesetz, die Verordnung stammt bzw. die letzte Fassung, wegen der er sich bedrückt fühlt. Niemand wird allzu weit zurückgehen müssen.

Demokratie bedeutet nicht Freiheit, wie so oft missverstanden wird. Oft genug hört man, wenn einem etwas verboten wurde, „Das kann doch in einer Demokratie nicht sein“ oder so ähnlich. Dies ist ein Missverständnis.
Demokratie (die Mehrheit entscheidet), wäre die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit. Es gäbe keinerlei Schutz für die Minderheit, die Mehrheit könnte alles entsprechend ändern. Gewaltenteilung etc., Fehlanzeige, die Mehrheit entscheidet. Basta.

Demokratie, so wie sie heute praktiziert und verstanden wird, bedeutet nichts anderes, als die Mehrheit zu gewinnen und durch sie zu herrschen, auch regieren genannt. Diese Mehrheit selbst hat nichts zu sagen, muss sich dem fügen, was die von ihr gewählten Herrscher entscheiden. Die überstimmte Minderheit natürlich auch.
Was sagt die jacobinische Definition über die Minderheit sinngemäß, die Minderheit wusste nur nicht, dass sie nicht im Sinne der Mehrheit abgestimmt hat, sie hat sich folglich geirrt. So kann man es auch sagen.

Dazu kommt noch, dass eine Begriffsvermengung stattfindet, dass Parlamentarismus und Demokratie miteinander verbunden/vermischt werden. Der Parlamentarismus ist eine Erscheinung oder Folge des Liberalismus, ist eine in den westlichen Demokratien vorherrschende Praktik. Nennt sich doch auch die bundesrepublikanische Fassung der Demokratie, parlamentarische Demokratie. Also nichts von wegen Volk und so.
Interessengruppen ringen mit Geld und anderen Mitteln um Einfluss in den Parlamenten, im Staat, um ihre Interessen gegenüber anderen durchsetzen zu können. Dies hat mit Demokratie nichts zu tun, nicht im Entferntesten. Das ist schnöder Parlamentarismus, der im Mäntelchen der Demokratie daherkommt.

Verlassen wir nun das bekannte Terrain und wenden uns dem zu, was Demokratie, Volksherrschaft oder Volksmacht, sein könnte oder besser gesagt, versuchen wir herauszufinden, wie der Wille des Einzelnen und der Wille der Gesamtheit, nicht nur der Majorität, gefunden und umgesetzt werden könnte. Ob dies dann noch Demokratie ist oder nicht, ist völlig egal.

Einiges möchte ich noch vorausschicken, es geht nicht an, dass die Mehrheit über die Minderheit herrscht und sei die Minderheit nur einer. So könnte eine Mehrheit den Tod eines Einzelnen beschließen, seine Enteignung, seine Rechtlosmachung und dieser hätte keinerlei Möglichkeit sich gegen diese Entscheidung zu wehren.
Demokratie, im Sinne von, die Mehrheit entscheidet, bedeutet „durchregieren“, Aufhebung sämtlicher Grenzen, wenn diese von der Mehrheit aufgehoben werden. Nichts wäre vor der Mehrheit sicher. Das kann nicht die Lösung sein.
Dazu kommt noch, dass Mehrheiten sich ändern können, heute so, morgen so. Auch die Massenbeeinflussung über Massenmedien, charismatische Persönlichkeiten etc. darf nicht unberücksichtigt bleiben.
Reine Mehrheitsentscheidungen haben zu viele Schwachpunkte, um darauf aufbauen zu können.

Das allgemeine Wahlrecht, jeder hat eine Stimme, jede Stimme wiegt gleichviel. Ist dies erstrebenswert? Hat nicht jede Demokratie bisher Eingrenzungen, sei es altermäßig oder Beschränkungen von wegen Staatszugehörigkeit, Geschäftsfähigkeit oder Verbrechertum. Auch die Aberkennung von bürgerlichen Ehrenrechten, also auch des Wahlrechts, ist möglich.

Wir kennen sie alle die verdienten Mitglieder der Gesellschaft, wenn dies auch zur Selbstbeweihräucherung der politischen/herrschenden Kaste verkam.
Daher gehen wir, um ein einfaches Beispiel zu bekommen, in einen x-beliebigen Verein. Dort gibt es immer Menschen, die reißen sich den Allerwertesten auf, arbeiten, schuften, opfern ihre Freizeit und gelegentlich auch ihr Familienleben dem Wohl des Vereins. Am Tag der Abstimmung haben diese Leute allerdings auch nur eine Stimme, können im Bedarfsfalle von Mitgliedern die das ganz Jahr nichts anderes tun, als auf der faulen Haut zu liegen und die Früchte der Arbeit anderer zu genießen, überstimmt werden. Manchmal geschieht es auch, dass von außen kommende Gruppen den Verein übernehmen möchten und dazu Mitglieder einschleust und überraschend bei einer anstehenden Wahl zuschlagen.
Richtig oder falsch? Müssen hier Hürden eingebaut werden?

Sollte es hier nicht die Möglichkeit geben, dem schaffenden Menschen oder dem Soldaten der sein Leben für die Gemeinschaft in die Waagschale wirft, ein Extrastimmrecht oder ein Vetorecht zu gewähren?
Schwierig zu lösen, sicherlich. Aber unlösbar?

Dann gibt es noch die Leute, die dem Verein Übles wollen, aus welchen Gründen auch immer.
Sie arbeiten offen und/oder verdeckt gegen den Verein, schonen das Allgemeineigentum nicht, verursachen Schäden etc. Sollen die Stimmen dieser Leute gleichviel wiegen, wie die Stimmen anderer, verdienter Mitglieder?

Wenn wir es demokratisch betrachten oder was darunter verstanden wird, muss jeder eine Stimme haben und diese muss gleichviel wiegen.

Wenn wir es allerdings vom Gerechtigkeitsstandpunkt aus betrachten, müssten Stimmen unterschiedlich gewichtet werden können.

Damit ihr nicht meint, so etwas gäbe es nicht, wenn auch nicht im obigen Sinne, will ich darauf hinweisen, dass bei den Wahlen zum EU-Parlament, die Stimmen der BRDeutschen weniger wiegen, als beispielsweise die Stimmen der Malteser oder der Polen. Es gibt sie also die Gewichtung und sie wird auch noch demokratisch genannt. Wobei diese Gewichtung lediglich dazu dient, das zahlenmäßige Übergewicht der BRDeutschen zu minimieren. Dafür dürfen wir mehr zahlen, somit hebt es sich wieder auf. Jedem das Seine.

Damit dürfte die Diskussion über eine Gewichtung von Stimmen auch nicht der FDGO zuwiderlaufen, wurde doch diese Stimmengewichtung von der Regierung der BRD und dem deutschen Bundestag anerkannt. Also von den Leuten, die per Definition unsere Vertreter sind. Also stellvertretend für uns unsere Politgeschäfte wahrnehmen, da wir dazu nicht in der Lage sind, sie scheuen sich auch nicht das ganz offen zu sagen.
Dafür erhalten sie, ganz demokratisch und nach Art von Analphabeten unser Kreuzchen, wer es verweigert gibt es auch, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Das Kreuzchen auf dem Wahlzettel ist geradezu der Inbegriff, das Wahrzeichen der Demokratie.
Der Satz: „Das Kreuz mit dem Kreuz“, bekommt hier eine ganz neue Bedeutung.

Also halten wir fest, Stimmen dürfen gewichtet werden, müssen nicht aber dürfen.
Wie gewichtet wird und ob, das lassen wir nun beiseite, das können wir ein andermal abhandeln. Dies ist sicherlich eine Generationenaufgabe, die von den besten Köpfen unseres Volkes ausgearbeitet werden muss.

Dann gibt es noch den allgemeinen Willen eines Volkes. Er ist vorhanden, immer und zu nahezu jeder Frage, nicht nur in Fragen der Bundesliga oder der Formel I.
Wen interessiert er? Im Prinzip niemanden, höchstens die Meinungsmacher, die auf Stimmungen im Volk reagieren müssen, daher auch die ständigen Umfragen, um die Meinungen entsprechend manipulieren zu können.
Sollte dieser allgemeine Wille dem einen oder anderen widersprechen, wird derjenige abfällig des Populismus´ bezichtigt, der sich auf ihn beruft. So z.B. in der Frage des Kriegseinsatzes der Bundeswehr, der Euroeinführung, der Wiederbewaffnung.
Franz Josef Strauß wagte gar einmal den Ausspruch und bekam auch noch Applaus dafür, „Vox Populi – Vox Rindvieh“.
Das heißt so viel wie Stimme/Weisheit des Volkes = Stimme/Weisheit von Rindviechern.
Auf der anderen Seite verstand es selten einer besser als FJS den Rindviechern nach dem Maul zu reden, er setzte sich in der Volksseele fest, zumindest in Bayern.
Wenn er uns Rindviecher auch verachtete, so brauchte er sie doch um zu herrschen. Er fütterte sie an.

Natürlich können einzelne, komplizierte Sachfragen nicht von Rindviechern entschieden werden, manchmal braucht man dazu auch ausgewachsene (Polit)-Leithammel. Wie z. B. beim Einkauf des fliegenden Sarges, der auch Starfighter genannt wurde oder bei der Beteiligung der Landesbanken an mehr oder weniger unmöglichen Einkaufsaktionen, hier sei die Hypo-Adria genannt.
Was zeigt uns das, die (Polit)-Leithammel sind auch nicht vor Fehlern gefeit.
Bedeutet dies aber, dass es daher egal ist, wer entscheidet?
Nein.
Sachentscheidungen sollten von ausgewiesenen Fachleuten gefällt oder zumindest vorbereitet werden. Diese sind dafür ausgebildet, sie haben in ihrem Leben bewiesen, dass sie mit der Materie umgehen können, diese verstehen und auch ethisch in der Lage sind Entscheidungen zu treffen, die sowohl den spezifischen Anforderungen, wie auch dem Gemeinwohl zu dienen.

Was hat dies mit Demokratie zu tun? Gar nichts. Außer, dass die Rindviecher dies erkennen, den Leithammeln die alleinige Entscheidungsgewalt entziehen und jenen übergeben, die etwas davon verstehen und diese kontrollieren (lassen).

Da sind wir jetzt an einem gewichtigen Punkt angelangt.

Politiker halten sich für befähigt und das schon ab Eintritt in die Schülerorganisation einer Partei, alles besser zu wissen, als der Rest des Volkes und der Menschheit. Aber halten wir uns nicht mit Politikern auf, sie sind uns zu genüge bekannt und wir wissen, was wir von ihnen zu halten haben.
Die Partei, das Mutterschiff des Politikers, zieht die Fäden, besetzt Posten. Einmal in die Parlamente eingezogen, besetzt sie auch Stellungen in Verwaltungen, in Ämtern, in Polizei und Justiz.
Parteien durchdringen den Staat, dabei steht vordergründig weniger die Befähigung zu einem Amt im Mittelpunkt, als vielmehr die Treue, die Ergebenheit des Parteimannes, des Gefolgsmannes. Parteileute sind immer Gefolgsleute, diese müssen entlohnt werden, die Beute muss verteilt werden.
Bei der Besetzung von öffentlichen Ämtern sollte das greifen, was ich Teil der Volksherrschaft oder Volksmacht nenne.
Der allgemeine Wille, aber nicht nur dieser. Denn mal Hand auf´s Herz, wer wäre schon in der Lage zu erkennen, ob ein Jurist, ein Offizier oder irgendein anderer Spezialist wirklich fähig ist und was taugt.

Wie könnte hier Abhilfe geschaffen werden?
Durch die Spezialisten selbst. Nehmen wir einen Richter am Bundesverfassungsgericht, die ja bisher durch Parteien eingesetzt werden. Die Schar der führenden Juristen unseres Landes, würden ein Ausleseverfahren entwickeln, durch das Kandidaten bestimmt würden.
Diese Kandidaten würden uns vorgestellt. Danach träfen wir die Wahl.
Das könnte auf viele Gebiete übertragen werden.
Damit wäre das Problem der „Vox Rindvieh“ erledigt aber auch das Problem der „Vox Leithammel“.

Dann gäbe es noch die großen Entscheidungen, von deren Komplexität wir absolut keine Ahnung haben, die schier unvorstellbare Geisteskräfte erfordern, so will man uns glauben machen.
Dazu sage ich, das kann schon sein, nur jeder einzelne der derzeitigen Politiker verfügt über nicht mehr als durchschnittliche Geisteskraft und manchmal nicht einmal über diese. Großmäulig daherkommen, das können sie, mehr aber nicht.
Wieso sollten sie also besser entscheiden können als wir? Sie verfügen über bessere und mehr Informationen mag der eine oder andere einwenden. Das mag richtig sein, nur, werten sie diese Informationen aus, oder gehen sie unwissend in Abstimmungen, wie einige Tests ergaben.
Sind sie überhaupt in der Lage Informationen auszuwerten, haben sie die nötige Geisteskraft dazu,  muss man nicht für bestimmte Vorgänge/Abläufe Spezialist sein, um sich überhaupt ein Urteil anmaßen zu können?
Für die derzeitige Politkaste stellen sich diese Fragen nicht. Wieso? Ganz einfach, das Ergebnis der Abstimmung ist schon im Voraus bekannt, den Abgeordneten wird gesagt wie sie abzustimmen haben. Von wem, von der Partei. Ungehorsame Abgeordnete werden abgestraft und ausgesondert, ein paar Alibiabweichler sind zugelassen, solange sie nicht an Grundsätzlichem kratzen.

Von wegen Demokratie.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist auch noch zu beachten. Wer trägt die Last der Fehlentscheidungen? Der Politiker? Das Volk?
Wer sich diese Frage beantwortet, kennt auch die Antwort auf obiges Problem. Wer die Verantwortung trägt, muss entscheiden dürfen.

Wie könnte man dieses Problem lösen? Gehen wir mal davon aus, dass es Abgeordnete gibt. Diese Abgeordneten, die von uns bereits als Kandidaten ausgewählt und später gewählt wurden, gehen in ihre Wahlkreise und informieren uns. Schriftlich und mündlich, auf Versammlungen und in Einzelgesprächen. Danach erfolgt im Wahlkreis eine Abstimmung, wie der Abgeordnete abzustimmen hat. Der Abgeordnete ist nicht nur seinem Gewissen verpflichtet, sondern auch dem Wahlvolk. Wenn er die Entscheidung des Wahlvolkes nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, kann er ja zurücktreten. Niemand muss.
Für kleinere Entscheidungen hat er natürlich Vollmacht, damit nicht wegen jeder Kleinigkeit das ganze Verfahren aufgezogen werden muss. Ähnliche Vorgänge gibt es auch im Geschäftsleben und könnten als Beispiele dienen.
Aussagen die er bei der Kandidatenkür und vor der Wahl zum Abgeordneten gemacht hat, sind gültig und von ihm einzuhalten. Jeder Abgeordnete kann jederzeit abberufen werden, wenn eine entsprechende Anzahl von Wählerstimmen dafür stimmt.

Es sollte auch kein großer Wahlkampf stattfinden, sondern immer nur Teile des Parlaments ausgetauscht werden. So könnte kontinuierlich gearbeitet werden und der Austausch bzw. Bestätigung im Amt erfolgte fließend.

In diesem Zusammenhang komme ich noch auf etwas zu sprechen, da es ja auch um Informiertheit geht. Das ist die sog. Freie Presse, die eine gewichtige Rolle bei der Meinungsbildung innerhalb der breiten Masse spielt und sich für unverzichtbar hält.
Ich halte sie verzichtbar, im Sinne der Sonderstellung die sie heute einnimmt. Ich halte sie auch nicht für frei und unabhängig, was sie auch tatsächlich nicht ist. Hier müssen Regelungen gefunden werden, welche Aufgaben hier die Presse übernehmen muss und in welcher Form. Zu unterscheiden sind hier auch Medienunternehmen die in inländischem oder ausländischem Besitz sind. Vor allem ist eine strikte Kennzeichnung erforderlich und es muss deutlich sein, wer Eigentümer der Zeitschrift oder des Senders ist.
Dies sind Dinge, die allesamt demokratisch geregelt werden können.

Der Präsident, heute Bundespräsident, müsste vom Volk gewählt werden, dieser ernennt die Regierung. Die Regierung wird vom Parlament kontrolliert.
Parlament und Regierung können sich, unter bestimmten Bedingungen, gegenseitig auflösen, auch der Präsident kann abberufen werden, allerdings nur vom Volk, das ihn gewählt hat.
Parteien spielen keine große Rolle mehr, sind sie doch nur private Gemeinschaften, um private Interessen durchzusetzen, mit allgemeinem Willen, Volksherrschaft oder –macht haben sie nichts zu tun. Abgeordnete dürfen keine Parteimitglieder sein, Parteimitgliedschaften müssen mindestens ruhen.

Damit aber Schluss für heute. Ein Anfang ist gemacht.
Demokratie ist ein weites Feld und kann so oder so ausgelegt werden.
Wie kann der allgemeine Wille gefunden und umgesetzt werden, ohne dabei Gefahr zu laufen, dass schwankende Massenmeinungen, schwankende Mehrheiten, oft genug durch unwichtige, nebensächliche Einzelereignisse entstanden, langfristig angelegte Strategien, die dem Wohl der Gemeinschaft dienen, gefährden.
Daran gilt es zu arbeiten, hier muss Hirnschmalz eingesetzt werden, Gedankengut entstehen, auf Tauglichkeit geprüft und entweder verworfen oder weiterentwickelt werden, wir selbst müssen darüber nachdenken, andere tun es sicher nicht für uns, sicherlich wird dabei auch manch verborgenes Kleinod zum Vorschein kommen.

 

 

 

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Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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