„Du bist eine Schwuchtel“

Dieser, unter sein Auge geschriebene, Satz beschert einem Baseballstar der nordamerikanischen Profiliga derzeit eine Spielsperre und damit nicht genug, will der Verein auch noch drei Spielgehälter des Spielers an Schwulen- und Lesbenorganisationen „spenden“.

Was ist geschehen? Yunel Escobar, ein gebürtiger Cubaner, bemalte sich, wie üblich, unter den Augen, dies soll als Blendschutz dienen. In diese Bemalung ritzte er folgende Worte: „Tu ere maricon“ übersetzt heißt dies „Du bist eine Schwuchtel“.
Wenn man einige amerikanische Filme gesehen hat, bei denen auch Baseballspiele(r) etc. gezeigt werden, weiß man, dass hier ganz andere Sprüche losgelassen werden, auch im Umgang unter Polizisten ist da so einiges geboten. Diese Sprüche betreffen oftmals Mütter, Schwestern, Brüder in sehr, sehr unanständiger Weise. Das ist ganz normal, so könnte man meinen, zumindest nimmt daran niemand Anstoß.

Ganz anders, in diesem Fall. Während des Spiels nahm niemand daran Anstoß. Der Gegnerwurde dadurch nicht verunsichert, für die weiter entfernt sitzenden Zuschauer war der Schriftzug ohnehin nicht zu lesen. Wie es aber sie ist, ein aufmerksamer Zeitgenosse, betrachtete nach dem Spiel ein Photo des Spielers und oh Graus, entzifferte die Worte. Es wird schon der richtige Zeitgenosse gewesen sein, Denunzianten und dergleichen gibt es überall, und fertig war der Skandal. Presse und politische Korrektness tun was sie können, um die geliebte und geschützte Schwulen- und Lesbenschar vor  Beleidigungen oder Grobeheiten zu schützen.

Die Wikipedia definiert Schwuchtel wie folgt:

Schwuchtel ist eine meist salopp und abwertend als Schimpfwort verwendete Bezeichnung für Schwule oder einen sich weiblich benehmenden Mann. Seltener kommt es als wertneutrale ironisierende Selbstbezeichnung vor, manchmal zur Differenzierung untereinander.[1] Der Unterschied ist meist im Tonfall zu hören oder aus dem geschriebenen Kontext zu entnehmen. Als Verb existiert die Bezeichnung schwuchteln. Es gibt kein weibliches Pendant.

Was soll´s, Escobar musste an einem Sensibilisierungsseminar teilnehmen und bereut inzwischen seine ungeheuerliche Tat. Wer dächte in diesem Zusammenhang nicht an Umerziehungslager, öffentliche Selbstkritik, Wandzeitungen, öffentliche Demütigungen, soziale Strafmaßnahmen etc? Dies alles, ohne gegen ein Gesetz verstoßen zu haben, ohne jemanden geschädigt zu haben, ohne jemanden persönlich beleidigt zu haben und gar nicht zu reden von einem ordentlichen Gerichtsverfahren, bei dem, dem Delinquenten, ein Verteidiger zugestanden wird und ein Richter oder Geschworene zu urteilen haben.

Die Politische Korrektness ist vergleichbar, wenn auch (noch) nicht in der vollen Qualität, mit den Vorgängen während der chinesischen Kulturrevolution.
Verzichtet wird auf die phyische Vernichtung, da sind noch einige Schranken zu überwinden, die psychische und soziale Bekämpfung und Vernichtung des „Täters“ ist jedoch eine Tatsache die nicht geleugnet oder abgestritten werden kann.

Dieser Schriftzug ist nun wirklich ein harmloses Vergehen, das normalerweise keinen Gedanken wert wäre und doch findet der Vorgang weltweite Verbreitung und wurde auch durch die Springerpresse, „Die Welt“ verbreitet. So werden Denk- und Sprechverbote verbreitet. Immer öfter hört man, „Das darf man ja heute nicht mehr sagen.“ oder „Unter uns gesagt, es hört ja kein Unrechter zu.“. Das sind nicht nur die Zustände im freiesten Deutschland aller Zeiten, sondern in weiten Teilen dieser Welt. Jeder Teil auf seine Weise, nur eines ist bezeichnend, der sog. westliche, demokratische, freiheitliche Teil der Welt, will seine „Freiheit“ auf die anderen Teile der Welt übertragen und scheut dazu auch nicht vor aufrührerischen und kriegerischen Mitteln zurück.
So geben die USA immer offener und unverblümter zu, sich IN Russland für Demokratie und Freiheit einzusetzen. Normalerweise nennt man so etwas Einmischung in die Innenpolitik eines Landes, in die inneren Angelegenheit, Bürger dieses Landes, die sich an dergleichen beteiligen, machen sich des Landesverrats schuldig. Dies ist allerdings wieder eine andere Baustelle.

 

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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6 Antworten zu „Du bist eine Schwuchtel“

  1. Moritz Haberland schreibt:

    Zitat: „Was soll´s, Escobar musste an einem Sensibilisierungsseminar teilnehmen…“

    Ja, ich weiß das hier ist kein Satireblog und doch mußte ich laut lachen, um mir dann selbst die Frage zu stellen: Ist unser ganzes derzeitiges Leben nicht bereits ein solches Seminar ?

    Neulich, bei einer vorbereitenden Versammlung zur Einschulung der Erstklässler wurde seitens der Schule wortreich die glückseeligmachende Chancengleichheit propagiert, die von der UNO gefordert und prompt in unserer Dorfschule durchgesetzt wird.
    Ein Vater fragte ganz verständnislos, warum sein durchschnittlich gut begabtes Kind nun also mit Schwachsinnigen in einer Klasse lernen muß und daß es dafür schließlich Hilfsschulen gibt.

    Es kam, wie es kommen mußte: anschließend wurde nur noch über das böse WORT und nicht über die Sache selbst gezetert. Ich, der ich in Vertretung meiner Tochter und meines Schwiegersohns gekommen war, entfernte mich kopfschüttelnd.

    Heute habe ich hier ein neues Wort gelernt, und ich werde mich erkundigen, ob der ungezogene junge Vater ebenfalls an einem SENSIBILISIERUNGSSEMINAR teilnehmen muß (ggf. zwangsweise) 😦 .

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Du könntest schon recht haben, dass wir uns in einem riesigen „Sensibilisierungsseminar“ oder genauer Umerziehungslager, befinden. Lebenslänglich, ohne Gerichtsverfahren. Nur die ganz hartgesottenen Querköpfe halten noch durch.

  2. Moritz Haberland schreibt:

    Einen hab ich noch, was „die andere Baustelle“ betrifft:
    Zitat: „So geben die USA immer offener und unverblümter zu,
    sich IN Russland für Demokratie und Freiheit einzusetzen.“

    Gestern gab der DLF ganz zerknirscht bekannt, daß „russischen Wahlbeobachtern“ das Vermögen entzogen wurde, das auf Dollar lautete und nachweislich von einer amerikanischen „Nichtregierungsorganisation“ stammte.

    Nicht minder zerknirscht barmte der Vorsitzende jener Wahlbeobachter-Organisation, dem kein Haar gekrümmt wurde, daß er nun nicht mehr seine demokratische Aufgabe erfüllen könne, denn am amerikanischen Wesen soll die Welt genesen.

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