Beuterepublik: Genug ist niemals genug

Der vietnamesische Parteivorsitzende, nein nicht Ho Chi Minh, der Sieger im Kampf gegen die Weltmacht USA, sondern Philipp Rösler, der beuterepublikanische Wirtschaftsminister und Vizekanzler, mit Merkel als Kanzlerin und ihm als Vizekanzler, dürfte das Ausmaß der totalen Niederlage offensichtlich sein, hat in seinem stillen Kämmerlein beschlossen, die Preise für Medikamente anzuheben. Was für ein Vöglein ihm wohl diese Melodie gezwitschert hat?
Eine der FDP-Klientelgruppen, die Apotheker, brauchen mehr Geld. Wer nicht?
Da es dem liberalen Prinzip der freien Marktwirtschaft widerspräche, direkt auf die Preisgestaltung, die Verkaufs- und Einkaufsverhandlung zwischen Hersteller, Groß- und Einzelhändler Einfluss zu nehmen, geht er einen anderen Weg, um unser Geld in den ewig gierigen und weit offenen Rachen der Interessengruppen zu werfen. Der Markt braucht eben Opfer, der Markt muss befriedigt werden, bevor der Markt oder auch die Märkte unruhig werden, das lernen wir gerade durch die sog. Eurorettung. Der MARKT  die heilige Kuh, die alles regelt, die allein in der Lage ist alles zu regeln, die allein Wohlstand, Glück und Heil verspricht. Da haben wir sie wieder, die Weltbeglückungstheorie in anderem Gewand.

Die Apotheken bekommen derzeit von den Krankenkassen einen festen Zuschlag auf den Arzneimittelpreis, der derzeit 8,10 Euro liegt. Mit diesem Zuschlag sollen die Kosten für Lagerung und Vertrieb der Packung abgedeckt werden. Der Philipp will nun den Zuschlag um satte 25 Cent anheben, die Zustimmung des anderen liberalen Ressorts, des Gesundheitsministeriums, unter Leitung des „Gesundheitsexperten“ Daniel Bahr, liegt bereits vor, das ist der, der den Ärzten Provisionen zuschustern will, die nicht vom Nutznießer der Vermittlung bezahlt werden, sondern, wie könnte es anders sein, von den Krankenkassen.
Auch ein anderes politisches Schwergewicht der CDU-„Gesundheitsexperte“ Jens Spahn schlägt genau diese Erhöhung vor.
Die Mehreinnahmen für die Apotheken beliefen sich dadurch auf 192 Millionen, wurde berechnet, was Berechnung der beuterepublikanischen Ministerien allerdings wert sind, sollte bekannt sein. Woher die 192 Millionen kommen sollen? Das ist doch klar, von den Krankenkassen, also von den Beitragszahlern. Nachdem man sich etwas hart tat, die derzeitigen Milliardenüberschüsse der Krankenkassen wieder an die Beitragszahler zurückzugeben, muss das Geld andere Abnehmer finden.
Die Apotheker sind ja auch nicht gerade auf den Kopf gefallen und wissen genau, dass Geld in den Kassen ist, in den Kassen der kranken Kassen, das Wortspiel sei erlaubt, und verlangen das Vierfache dessen, was ihnen Rösler anbietet, nämlich eine Erhöhung auf 9,14 Euro.
Zudem müssen natürlich noch die Zuschläge für Wochenenddienste und Dokumentationen für Betäubungsmittel angehoben werden.

Ich will mich jetzt gar nicht über die Erhöhung auslassen, 100 oder 200 Millionen, sind ja derzeit die berühmt-berüchtigten Erdnüsse oder auf kolonialdeutsch Peanuts. Was mir auffällt ist, dass die sich liberal nennende Partei, sich offensichtlich nicht daran stört, dass für Dinge des ganz normalen kaufmännischen Lebens eines Unternehmens, Betriebs oder Geschäfts, vom Staat Zuschläge gewährt werden, Zuschläge die aus den Taschen Dritter, die keinerlei Mitspracherecht haben, den Zwangsversicherten, genommen werden.
Kosten für Lagerung und Vertrieb, sind ganz normale Geschäftsunkosten, die über die laufenden Einnahmen gedeckt werden müssen. Im Falle der Apotheken aus dem Rohgewinn, der aus der Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis ihrer Produkte errechnet wird.
Wäre jemals ein, beispielsweise, Auto- oder Lebensmittelhändler auf die Idee gekommen hierfür einen Zuschuss vom Staat o. ä. einzufordern, hätte man ihn, zu Recht, für verrückt erklärt.

Was in dieser Beuterepublik so als vollkommen normal betrachtet wird und keinerlei Überlegungen mehr wert ist, da es bereits ganz normal ist, ist schon erstaunlich.

Die Melkkühe sind diejenigen, die nichts zu sagen haben, die das Maul halten müssen aber die Veranstaltung bezahlen dürfen. Die Melkkühe nennt man auch gerne Solidargemeinschaft, dass die Solidarität dabei immer nur in eine Richtung geht, ist ein wesentlicher Baustein dieser und jeder anderen Beuterepublik.
Die Umverteilung läuft nicht, wie propagandistisch gerne behauptet, von oben nach unten, sondern von unten nach oben.
Sollten die unteren Schichten etwas bekommen, so ist auch diese eine Umverteilung von unten nach oben.
Wieso? Was beispielsweise ein ausländischer oder deutscher Hartz-IV-Empfänger vom Staat bekommt, geht direkt in die Taschen von Lebensmitteldiscountern, Vermieter von Schrottimmobilien, Hersteller von Alkohol oder Zigaretten u. ä..
Wer bezahlt? Die schaffenden Menschen dieses Landes, die die nicht direkt oder indirekt am Steuertopf oder Zwangsgebührensystem hängen. Nur diese bezahlen wirklich, alle anderen sind, mehr oder weniger, auf der Nehmerseite. Dass dies nicht lange gutgehen kann, sollte einleuchten. Das Wetterleuchten, auch Schuldenkrise genannt, ist bereits am Himmel zu sehen, das Unwetter kommt erst. Was dann kommt, könnte man auch lernen nach der Holzhammermethode nennen. Hoffentlich hilft´s.
In dieser Beuterepublik fehlt es an allem, vor allem an Verstand, Verstand der an dem Wohl der Gemeinschaft und nicht einzelner Interessengruppen ausgerichtet ist.

 

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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