Revision der Geschichte des Zweiten Weltkriegs unzulässig

Wie RIA-Novosti meldete, nahm Putin an der Einweihung einer Kriegsgedenkstätte im israelischen Netanya teil und sagte am Montag: „Wir müssen alles von uns Abhängende tun, damit die verbrecherischen Nazi-Doktrinen, in welchem Gewand sie auch immer daherkommen, zur Vergangenheit gehören und damit die Schlüsse des Nürnberger Tribunals auch heute noch unverrückbar sind.“.
Weiter führte er aus: „Wir müssen die Wahrheit über den Krieg bewahren und verteidigen und jeglichen Versuchen, die Handlager des Nazismus zu rechtfertigen, entgegenwirken“.
Putin weiter: „Wir dürfen es nie zulassen, dass die Henker und ihre Opfer in eine Reihe gestellt werden. Wir erlauben es nicht, die Wahrheit zu entstellen und sie durch Fälschungen und Erfindungen aller Art zu ersetzen. Ein solches ‚Wenden’ der Geschichte wäre verbrecherisch in Bezug auf das Gedenken an die Millionen, die ihr Leben für den Sieg gegeben haben. Verbrecherisch gegenüber den kommenden Generationen, die die wahren Helden des Zweiten Weltkrieges kennen und zwischen der Wahrheit und zynischen und frechen Lügen unterscheiden müssen“.

Die offizielle Geschichte schreibt der Sieger, das ist hinlänglich bekannt. Dass auch Russland ein lebhaftes Interesse daran hat, die Geschichtsschreibung der Siegermächte zu festigen, ist klar. Haben doch die Russen auch sehr viel Dreck am Stecken und die offizielle Version des Überfalls der faschistischen Räuberheere auf die Sowjetunion ist längst nicht nur ins Wanken geraten, sondern widerlegt. Wenn dies auch keinen Einfluss auf die offizielle Geschichtsschreibung hat und wie Putin anmerkt, auch nicht haben darf. Hier sind sie sich ausnahmsweise einmal einig, haben sie doch ein gemeinsames Interesse an der Verschleierung der Tatsachen.

Das ausgerechnet der Russe Putin das Nürnberger Tribunal zur Sprache bringt, hat schon etwas von Frechheit an sich. Deutsche wurden von Russen für etwas abgeurteilt, was sie gemeinsam mit den Deutschen vereinbart haben, die Besetzung Polens. Die Russen durften ihre Beute behalten, Polen aus den besetzten Gebieten vertreiben und in die, den Deutschen geraubten Gebiete umsiedeln. Mit Umsiedlungen großen Stils haben die Russen ja Erfahrung, Väterchen Stalin verfrachtete ganze Volksstämme nach Sibirien. Ließ diese auf freier Strecke entladen, dann hieß es für die Leute, „Vogel friss oder stirb“.

Hätten die Siegermächte nichts zu verbergen, wären die Archive längst geöffnet. Wären die Deutschen die Alleinschuldigen, wären sämtliche Dokumente frei zugänglich, wären nicht Tonnen von Dokumenten vor Beginn des Nürnberger Siegertribunals vernichtet worden und damit für immer geschichtlichen Untersuchungen entzogen. Darf man überhaupt von Schuld sprechen? Wurde die Kriminalisierung nicht erst durch die Siegermächte des Ersten Weltkrieges eingeführt? Also wiederum ein Instrument, um die Unterlegenen zu unterdrücken, wohingegen man in eigener Sache äußerst großzügig verfährt.

Es gibt allerdings auch Netzseiten wie diese, die sich des Themas Geschichtsrevision oder besser gesagt der Information annehmen und beständig zeitgeschichtliche Dokumente, aus der Zeit von 1914 bis 1945 und Nachkriegszeit, veröffentlichen, die dem breiten Publikum normalerweise von interessierter Seite vorenthalten werden. Diese Netzseite befasst sich auch mit den Kriegsplänen Stalins und veröffentlicht Dokumente, in denen die Alleinschuld Englands am Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung untermauert wird.
Das Material das diese Netzseite zur Verfügung stellt, ist sehr umfangreich und auf Grund der gesetzlichen Situation in der BRD, könnte es sein, dass einiges davon unter den Paragraphen 130 StGB fällt, ich kann dies nicht beurteilen, ich bin kein Jurist, aber vorsorglich möchte ich mich von strafrechtlich relevanten Inhalten distanzieren und weise jeden Leser darauf hin, dass manche Informationen das gängige Geschichtsbild erschüttern können und man dadurch zu einem Neuzeit-Nazi werden kann. Ein Neuzeit-Nazi ist der, der sich nicht selbst als Nazi oder Nationalsozialist bezeichnet, sondern von anderen zum Nazi ernannt wird und dadurch gebrandmarkt werden soll.
Wen aber Geschichte neben der offiziellen Geschichte interessiert, sollte seine Kenntnisse auf jeden Fall abrunden und nicht auf Informationen verzichten, die, von offizieller Seite, gemieden werden wie die Pest.
Verbotenes hat auch immer seinen Reiz oder etwa nicht? Vor allem wenn es sich um Verbote handelt, die etwas verbieten, was man nicht wissen darf. Da wird doch die Neugier angestachelt.

Auch zieht Putin den Schluss, dass die nazistische Doktrin in mancherlei Gewand daherkommt und damit schließt er den bekannten Kreis, jeder Versuch hier tätig zu werden, wird mit nationalsozialistischer Betätigung in Verbindung gebracht.
Das ist die Abschreckungswaffe Nr. 1, die jedoch beständig an Wirkung verliert.
Sollen sie doch Nazi schreien, solange und so laut sie wollen. Was juckt es eine deutsche Eiche, wenn sich eine … dran kratzt.

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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Eine Antwort zu Revision der Geschichte des Zweiten Weltkriegs unzulässig

  1. Kersti schreibt:

    Ich verweise dazu auch noch auf Deinen rechten Link zu Vorkriegsgeschichte.
    Die Russen waren nicht besser als die anderen Siegermächte, und der KGB Mensch Putin ist nicht anders, genau wie Gauck ein Teil des alten Systems. Was sollte sich hier wie dort ändern?

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