Zum Kalenderblatt: 17. Juni Tag der Deutschen Einheit / Wehe den Besiegten

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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4 Antworten zu Zum Kalenderblatt: 17. Juni Tag der Deutschen Einheit / Wehe den Besiegten

  1. Alexander schreibt:

    Eberhard von Cancrin (der Name taucht im zweiten Teil auf) wurde am 17. Juni auf der Arbeit verhaftet und noch am selben Tag auf der Zentralen Mülldeponie in Espenhain von den Russen erschossen. Eine kleine Tafel im Ort meines Bruders erinnert an den Mann, dessen einziges Verbrechen es war eine kurze Rede gehalten zu haben. Das er als einziger aus der Belegschaft erschossen wurde, lag vermutlich an dem „von“ in seinen Namen. Einer seiner Vorfahren stand an exponierter Stelle im Dienste des russischen Zaren.

    Und noch eine Bemerkung: Die Freiheit, die ich mir 1989 erhoffte, ist nicht dieselbe, die Gauck in seiner Rede gepriesen hat. Vom Kommunismus zum Konsumismus, ist nicht das, was ich unter Freiheit verstehe.

    Was am 17. Juni wirklich abgelaufen ist, kenne ich nur aus dem Geschichtsbuch – in ganz unterschiedlichen Versionen. So, wie ich immer wieder erstaunt feststelle, ob die, die heute über 1989 große Reden halten, denn überhaupt dabeigewesen waren. Es ging der Masse der Ostdeutschen ab Mitte Dezember mitnichten um „Freiheit“ oder „Einheit“, sondern um Bananen und die „D-Mark“. Die deutschen Fahnen verschwanden sehr, als klar wurde, dass die „D-Mark“ kommt.

    Ich schreibe das, damit sich niemand über die Motive „des Volkes“ Illusionen macht. Es war, entgegen aller offiziellen Erinnerung, auch nicht besonders mutig. Aber das ist ein anderes Thema.

  2. Pingback: 17. Juni, Tag der Deutschen Einheit « rundertischdgf

  3. rundertischdgf schreibt:

    An Eberhard von Cancrin erinnert nur noch dieses kleine Schild in Geithain, das nach der Wende an dem Wohnhaus seiner Familie angebracht wurde. Die CDU Bürgermeisterin und die sie auch tragenden SED Nachfolger, Die Linke, kümmern sich nicht um das Andenken. Die haben andere Sorgen, zum Beispiel die Pflege des Thälmann-Denkmals. http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/06/17/17-juni-tag-der-deutschen-einheit/

  4. Alexander schreibt:

    Auf dieses genau dieses Schild bezog ich mich. Als ich heute Morgen daran vorbei ging, hing immerhin ein kleiner Kranz darunter. Wahrscheinlich irgendein formeller Verwaltungsakt. Ob echte Erinnerung oder nur schlechtes Gewissen dahintersteckt, vermag ich nicht zu beurteilen.

    Das „Thälmann-Denkmal“ ist ein echtes Ärgernis, weil es keinen Bezug auf die Geschichte der Region hat. Der Dreck gehört schlicht abgerissen. Aber das Thema zeigt, wieviele Russenknechte hier zu überwintern suchen.

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