„Märkte“ glauben nicht an Spaniens Rettung

Wer tut das schon?
Weder Spanien noch die EU, noch der Euro sind zu retten. D. h. Spanien wird nicht untergehen, Spanien wird auch nach einem Bankrott weiter existieren, Spanien muss halt seinen Bankrott erklären, das es ohnehin ist. Ganz schlicht, einfach und ergreifend.

Wenn es darum geht, den Bankrott zu erklären, kann sich die Bundesregierung gleich anschließen. Einem Unternehmer würde längst wegen Konkursverschleppung der Prozeß gemacht, wenn dieser ein Deutscher und kleiner oder mittlerer Unternehmer sein sollte, würde er auch eine hohe Gefängnisstrafe zu erwarten haben.
Anders bei „systemisch“ wichtigen Unternehmen, allen voran Banken, hier geht es nicht anders, die sind, wenn man es genau nimmt, immer pleite.
Banken könnten zu keiner Zeit, die Ansprüche ihrer Kunden erfüllen, wenn diese lediglich ihr Geld von der Bank abholen wollten, dass sie der Bank üblicher- und dummerweise ohne entsprechende Besicherung überlassen.
„Sicher wie eine Bank“, ich weiß nicht, ob dieser Spruch jemals etwas mit der Realität zu tun hatte, heute jedenfalls auf keinen Fall. „Unsicher wie eine Bank“, das kommt der Sache schon näher.
Gib mir einen Euro, ich verleihe 10 oder gar 100 Euro. Das ist das Tagesgeschäft der Banken, ich gebe 1 % und weniger, dafür nehme ich 5, 10, 17 oder mehr Prozent, das ist das Geschäft, mit dem Banken in die Hilfsbedürftigkeit getrieben wurden.
Kann man ja auch verstehen, bei den geringen Margen von nur einigen Prozent, würde ich jetzt sagen, wenn ich Kanzlerin dieser Republik wäre. Das entspricht ja kaum dem, was Brüning einst als Aufschlag zuließ.

Was fällt, soll man auch noch stoßen. In diesem Fall ist dies auf jeden Fall richtig. Lieber ein schnelles Ende, als ein Schrecken ohne Ende oder ein Ende mit Schrecken. Manchmal ist es gnädiger, wenn es ganz schnell geht oder gehen darf.
Leider ist es heutzutage so, dass nicht darauf geschaut wird, ob etwas noch lebensfähig, lebenswert ist, sondern nur darauf, ob es Geld bringt. Je mehr Geld es bringt, umso länger muss es am Leben erhalten werden, selbst wenn sich schon Leichenflecken abzeichnen. Nur im Falle einer möglichen Ausschlachtung, wird eine Ausnahme gemacht, da darf man den Schalter umlegen, das ist menschenfreundlich und bringt viel, viel Geld.
Solange die Maschine läuft, im Falle der EU, die Gelddruckmaschine, die Maschinerie der neokolonialen Ausbeutung, solange wird der Patient nicht sterben dürfen. Wobei, ich möchte es noch einmal betonen, der Patient nicht einmal stirbt, sondern lediglich eine Wandlung erfolgt, vom bankrotten Schuldner, zum durch Bankrott entschuldeten Schuldner, ein ganz normaler Vorgang, der durch Gesetzbücher ermöglicht wird.
Auch die Herren Rothschild, Rockefeller und Konsorten, werden nicht sterben, sie werden nur ein bisschen weniger oder nicht ganz so viel gewinnen.

„Wir retten die ganze Welt und wenn sie in Scherben fällt, so bauen wir sie nicht mehr auf“, das könnte der Wahlspruch der Welten-, Euro- und Bankenretter sein.

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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2 Antworten zu „Märkte“ glauben nicht an Spaniens Rettung

  1. Pingback: “Sicher wie eine Bank?” “Unsicher wie ein Bank?” « rundertischdgf

  2. Sympathieträger schreibt:

    Okupy „Deutsches Eck“ durch „Runden Tisch“ oder wie heißt hier diese Veranstaltung?

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