Piraten werden hoffähig

Die Piraten, die neue Freiheitspartei, wird salonfähig. In Niedersachsen haben die Piraten die Aufstellung eines Kandidaten annulliert. Sein Vergehen, er forderte Straffreiheit für das Leugnen des Holocausts und für den Verkauf des Hitlerbuches „Mein Kampf“, so wird es in der gleichgerichteten Presse verkündet, seine Worte werden nicht zitiert.

Die Partei verkündete, dass einige Mitglieder die Entkriminalisierung der Holocaustleugnung forderten, dies jedoch der Auffassung der meisten Piraten diametral entgegenstehe, verkündet die Partei, wohlgemerkt.
In der Stellungnahme des Landesverbandes hieß es deshalb auch: „Keine Stimme und kein Fußbreit den Nazis“.
So schnell geht´s meine Damen und Herren, man fordere die Freiheit der Wissenschaft, wozu auch die Geschichtswissenschaft gehört und schon ist man Nazi. Man fordere die Abschaffung des Maulkorbparagraphen 130 StGB und schon ist man ein Nazi. Das geht schneller als man Gick sagen kann, auch bei den Piraten oder vielleicht auch vor allem bei den Piraten. Die können ja noch rigoroser werden, im Kampf gegen alles was deutsch ist, die beginnen ja gerade erst. Wer weiß schon, was die unter Freiheit so alles verstehen, welche Freiheiten die sich herausnehmen wollen?

Ich weiß nicht, ob „Mein Kampf“ verkauft werden darf, verboten ist das Buch jedenfalls nicht, die Urheberrechte liegen beim Freistaat Bayern und sollen demnächst ablaufen. Wieso sollte man ausgerechnet dieses Buch nicht lesen dürfen? Denken diese Leute, man könnte infiziert werden, die Seuche bekommen, es könne die jahrzehntelange Propaganda mit einigen wenigen Seiten wegwischen? Ich weiß es nicht, ist mir auch egal.
Nur für diejenigen, die denken, ich hätte das Buch gelesen oder würde es empfehlen zu lesen, ich habe es NOCH nicht gelesen und ob es ein anderer liest oder nicht, ist mir wurscht. Falls das Trara darum allerdings anhalten sollte, werde ich es einmal lesen oder zumindest mal reinlesen. Irgendetwas muss ja dran sein, wenn man uns so sehr davon abhalten will. Der reine Schutzgedanke, uns vor Schaden zu bewahren, kann es ja nicht sein, denn vom Lesen eines Buches ist noch keiner gestorben und die Grätze wird auch keiner davon bekommen.

Wichtiger als alle Bücher der Vergangenheit, ist die Gegenwart, hier leben wir, hier wird das morgen und übermorgen gestaltet. Nur in der Gegenwart kann die Zukunft gestaltet werden, was geschehen ist, ist geschehen, aus und vorbei. Da gibt es nichts mehr, was man ändern könnte, so nicht und so nicht.
Der Vorgang in Niedersachsen ist Gegenwart, die Gegenwart zeigt mehr, als es die Vergangenheit aufzeigen könnte, Geschichte wiederholt sich nicht, auch wenn es Parallelen geben sollte, beschäftigen wir uns deshalb mit der Gegenwart und damit mit der Zukunft.
Der Kandidat in Niedersachsen wurde gewählt, die Partei annullierte dessen Wahl. Wie verträgt sich dies mit Freiheit, Demokratie oder was auch immer? Was helfen Wahlen, wenn der Parteivorstand, da haben wir sie wieder die unselige Partei und ihre Bosse, via Veto Wahlen und Entscheidungen annullieren kann? Für was dann den ganzen Käse, nur um den Leuten Sand in die Augen zu streuen. Entweder oder, Katz oder Koder (Kater), wenn es Wahlen und Mehrheitsentscheidungen gibt, dann sind diese auch gültig, ansonsten braucht man sie gar nicht erst zu machen. Dann könnte allerdings auch einiges aus dem Ruder laufen, deshalb werden Wahlen und Mehrheitsentscheidungen entsprechend abgefedert und äußerst selten über konkrete Projekte oder ähnliches zugelassen. Eine Schutzmaßnahme ist die Entsendung von Delegierten, eine andere ist, die sog. repräsentative Demokratie, hier gibt der Wähler zwar direkt seine Stimme ab, gibt damit aber eine Blankovollmacht und auch, vom Gewählten, vor der Wahl gemachte Versprechungen brauchen nicht eingehalten zu werden. Ebenso wenig wie der, nach der Wahl, gesprochene Eid. Die Eidesformel bedeutet für diese Leute nur eines, weiche Sessel, Dienstwagen, Chauffeur, Fahrdienst, hohe Diäten, hohe Pensionen, die Macht sich in das Privatleben anderer einzumischen, das, um was bei der Eidesformel im Wesentlichen geht, das Wohl des deutschen Volkes, das Allgemeinwohl, das geht ihnen am Allerwertesten vorbei und das auch noch ziemlich weit.
Eine fein gesponnenes System von Schutzmaßnahmen wurde installiert und wird beständig anpasst, damit die richtigen Leute, an den richtigen Stellen zu sitzen kommen, kleinere Abweichungen werden toleriert, damit wird Freiheit simuliert.

In einer Demokratie könnte sogar eine Diktatur errichtet werden.  Wenn die Mehrheit für die Errichtung einer Diktatur stimmen sollte, gibt es nichts und niemanden, der dies stoppen könnte, außer einem neuerlichen Mehrheitsbeschluss. In einer Demokratie kann alles durch Mehrheitsbeschluss beschlossen werden, es gibt keinerlei Schranken. Die Demokratie könnte, im wahrsten Sinne des Wortes, durchregieren, es gibt keine Gewaltenteilung, nichts dergleichen, der Mehrheitsbeschluss zählt, was immer die Mehrheit auch beschließt.
Demokratie ist in unserem System nichts, in dem die Mehrheit entscheidet, es wird nur so getan als ob. Entschieden werden darf über das, was gewünscht wird, was erlaubt ist, alles andere ist tabu, undemokratisch, hier kommt dann die wehrhafte Demokratie ins Spiel. Wer oder was demokratisch oder undemokratisch ist, das sagen uns die, über die wir abstimmen dürfen, allerdings wiederum nur vordergründig. In der Welt der Tatsachen, wird uns eine Schauspielertruppe vorgesetzt, die einzelnen Schauspieler können wir auswählen, der Regisseur ist weitestgehend unbekannt und möchte dies auch bleiben.
Selbst entscheiden, das können wir nicht, dazu sind wir nicht in der Lage, auch sind wir nicht in der Lage komplexe Vorgänge zu verstehen (was ja auch manchmal richtig sein mag).
Ich wage aber zu behaupten, was eine Merkel, ein Gysi, ein Ramsauer, ein Seehofer, ein Schröder, ein Ströbele, eine Roth, eine Schavan, ein Westerwelle oder irgendjemand anderer der politischen Kaste versteht, das versteht der Großteil unseres Volkes auch. Darüber kann jeder von uns ebenso entscheiden wie die, wenn es um unsere ureigensten Interessen, unsere privaten Angelegenheiten geht, sowieso aber selbst in diesem Bereich sind diese Damen und Herren der Überzeugung, sie könnten es besser, sie müssten uns vor uns selbst schützen, uns Gutes tun, da wir zu blöd sind für unser Wohl zu sorgen.
Woher sich diese Leute das Recht nehmen uns das Verständnis dessen abzuerkennen, was sie angeben, aus dem Effeff zu verstehen, weiß ich nicht. Das ist schon ein seltsamer Fall von Anmaßung und Überheblichkeit, ob es dafür Ausdrücke aus der psychiatrischen Praxis gibt, weiß ich nicht, kann es mir allerdings vorstellen.
Was aber noch wichtiger ist, wir, das sog. einfache Volk, das populistisch denkt und ebenso belogen wird, wissen in der Regel darüber Bescheid, was wir verstehen, was wir wissen  und was nicht, auch wissen wir, dass es Menschen gibt die sich besser auskennen wie wir, deren Rat wir gerne befolgen, deren Entscheidungen wir akzeptieren (schauen wir nur mal in viele Unternehmen und Betriebe) oder auch in den Privatbereich, jeder wird Menschen kennen, deren Rat er akzeptiert und wünscht.
Wir erkennen allerdings auch, wenn sich Menschen dies anmaßen oder deren höhere Erkenntnis- und Entscheidungskraft gegen uns richtet.
Nicht jeder der besser Bescheid weiß, ist auch ethisch gesehen ein besserer, für die Allgemeinheit nützlicherer Mensch. Hier gilt es anzusetzen und die Auswahl zu treffen. Menschen denen wir vertrauen, Menschen denen wir zutrauen, für uns, für das Allgemeinwohl zu wirken, die bewiesen haben, dass sie in der Lage sind Leistungen zu erbringen, deren Entscheidungen sich bereits als segensreich gezeigt haben, diese Leute müssen wir finden und auf den Schild heben. Wir, nicht die, nicht die Parteileute, die Partei sind, die nicht unsere Leute sind, sondern die ihrer Partei, der sie Gehorsam schulden und unterworfen haben.
Die Parteien und deren Hintermänner wachen eifersüchtig darüber, dass wir uns nicht auf die Suche nach solchen Männern machen, sie wollen keine Götter neben sich haben. Die Partei, die Partei hat immer Recht.

Die Piraten sind eine weitere Partei des Systems, die geschaffen und installiert wird, da die Zugkraft der Altparteien nachlässt, die Jugend sich anderen Alternativen zuwenden könnte. Solange alles in Parteienhand ist, ist alles in Ordnung.
Die Kämpfe innerhalb der Parteien sind lediglich Kämpfe gegen den Artgenossen, hier geht es um Rangordnung, um Revierstreitigkeiten um Futterneid, um nichts anderes. Die Systemfrage wird von keinem gestellt, wenn auch die eine oder andere Partei so tut, als ginge die Welt (das System) unter wenn die Roten, die Grünen oder die Orangen (früher mal die Schwarzen, erinnert euch der Farbwechsel der CDU auch an die orangen und bunten Revolutionen?) an die Macht kommen. Diese Streitereien sind eine Beschäftigungstherapie für die Massen, die können sich dann die Köpfe heißreden oder auch mal die Köpfe einschlagen, all dies dient dem Erhalt des Systems, der Ablenkung und Lenkung der Kräfte, die sich gegen das System richten könnten, die Neues schaffen könnten.
Wer sich an Parteien bindet, bindet sich an Parteitagsbeschlüsse, an Parteiprogramme, an Parteibosse. Nichts von dem hat er mitbeschlossen, entworfen oder gewählt. Das Parteimitglied darf bezahlen, die vorgeschlagenen Delegierten wählen und die Vorschläge der Programmkommissionen abnicken. Parteileute sind Gefolgsleute, zwar mit unterschiedlichen Rängen, sie sind und bleiben aber Gefolgsleute, Erfüllungsgehilfen. Die Burgvögte und Hofmänner der Jetztzeit.

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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Eine Antwort zu Piraten werden hoffähig

  1. Friedrich Schlenker schreibt:

    Naja, einerseits ganz okay der Bericht, aber jeder weiß wer die Gegenwart meistern und verstehen will muß auch die Vergangenheit kennen.
    Genauso wie ein Haus auf dem Fundament und das Dach auf dem Haus steht und nicht umgekehrt.
    Geschichte ist nicht tot sondern die Gebärmutter des heutigen Seins und politischen Heute und alles was noch vor uns in der Zukunft liegt. Der Regen wäscht die Pflanze, tränkt den Boden der die Pflanze nährt – niemals umgekehrt.
    Deshalb ist Geschichte so wichtig – und es ist wichtig sie nicht nur zu kennen, sondern kritisch sein, sie hinterfragen, ob das was wir wissen Wahrheit ist, oder nur was wir wissen sollen, warum man etwas wissen soll, aber anderes nicht wissen darf. Die Frage über das das Warum und Wieso beantwortet von selbst die Frage warum wir etwas wissen sollen. Glücklicherweise gibt es Staatsbibiotheken rund um den Globus, die es sich zur Aufgabe gemacht haben Zeitdokumente zu erhalten.
    All das erklärt uns Teil einer gelenkten Hammelherde zu sein für die der Schäfer seine Hunde
    zur Hand hat. Die Religion innerhalb von rund 800 Jahren Inquisition war ein geschichtliches Beispiel davon wie man den Teufel mit dem Belzebub austrieb, oder anders gesagt:
    Der größte Trick des Teufels ist vorzugeben daß es ihn nicht gibt. Aber es gab ihn und es gibt ihn und seine Zentrale ist der Vatikan noch heute.
    Es ist nicht schwer nach dem +- Prinzip eine Gesellschaft zu spalten indem man einen Bösewicht u. Sündenbock erschafft, um von sich selbst abzulenken (blenden) und gleichzeitig die Massen unter sich zu versammeln, da sie aufgrund des Blendwerks nicht erkennen können, welches perfide System sich hinter dem angehimmelten verbirgt.
    Dem Bösewicht wird alles angelastet und zugeschoben und der „Gute“ wird nicht tätig, außer daß man passende Auseden parat hat für Nichthandeln.
    Das gute daran ist: keiner kann belangt werden weder Mensch noch Phantasiewesen, also der „Gute“, denn auch unterlassene Hilfe, absichtliches Nichthandeln sind eine Straftat.
    Ergo – Politik ist eine Hure, käuflich, korrupt, verlogen und höchst kriminell.
    Die demokratischste Form von Politik ist nach wie vor Anarchie durch Selbstbestimmung und Verwaltung – Handeln u. Denken mit Vernunft und gesunder Moral wieder in eigene Hände zu nehmen anstatt sich wieder aufs neue erzählen zu lassen wie die Welt sich dreht, oder eine Scheibe ist…Das hatten wir in der gesamten Menscheitsgeschichte in jedem Jahrundert zu oft schon (falsche propheten).
    Ende – es ist spät !!!

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