Jugendliche sehen ihre Eltern nicht mehr als Vorbilder

Meldete WeltOnline, mir kam blitzartig der Gedanke: „Welch ein Glück. Wer will es ihnen verübeln.“ Der nächste Gedanke war: „Haben sie das jemals getan?“

Was lehnen die heutigen Jugendlichen ab, was wollen sie verändern, wie wollen sie ihr Leben gestalten?
Wichtige Fragen? Meiner Meinung nach nicht. Hier wird vieles, viel zu wichtig genommen und wichtig geredet.
Es zeigt sich nur eines, dass seit der Kaiserzeit, jede Jugend eine andere Welt zum Vorschein brachte, eine andere Welt, als die, in der sie geprägt wurde.
Für die Pessimisten, das lässt doch hoffen, oder? Oder seid ihr der Meinung, unsere Welt hätte sich seitdem nur zum Schlechten verändert?
Jede Generation hat ihre Probleme/Aufgaben, die ihr gestellt werden, ob sie sie lösen kann, ist eine andere Frage. Manches wird auch für immer unerledigt zu den Akten der Geschichte gelegt und verstaubt.

Wenn ich an meine Jugend denke, ich lehnte eine ganze Menge ab, zeitweise hatte ich mit der damaligen Erwachsenenwelt gar nichts  am Hut. Obwohl ich kein typischer 68er oder besser gesagt Spät-68er war. Durch den Vietnamkrieg kam ich kurzzeitig ins linke Lager, das war ein kurzes, aber lehrreiches, Gastspiel. Danach verabschiedete ich mich von der Politik und blieb ihr bis heute fern.
Obwohl ich opponierte, übernahm ich, ganz unbewusst, die Einstellung meiner Eltern, das klare Nein zu Parteien und zur Parteipolitik.

Abgelehnt habe ich auch die Ehe, das entsprach wahrscheinlich meinem pubertären Wunsch nach vielen Mädchen, schnellem Wechsel oder Gleichzeitigkeit, in diesem Alter vielleicht verständlich. Mit 23 Jahren war ich dann verheiratet, hatte einen Sohn und ein paar Jahre drauf 3 Kinder und jetzt nach über 30 Jahren immer noch verheiratet und immer noch 3 Kinder, mit derselben Frau wohlgemerkt. Es geht schneller als man denkt.

Wer hatte schon seine Eltern als Vorbild, mal ganz ehrlich. Ich schätze auch meine Eltern hatten ihre Eltern nicht als Vorbild. Dies hat nichts damit zu tun, ob man sie schätzt, respektiert oder gerne mag.

Jugendliche haben den Kopf mit allem möglichen voll, heben die Welt aus den Angeln, wollen heute dies und morgen das, sind anmaßend und überheblich, oft schwer erträglich. Sehen den Augenblick und sind daher nicht in der Lage auch nur einen Tag weiterzudenken, auch wenn sie glauben, sie hätten die Geheimnisse des Lebens entdeckt, müssten und könnten alle Welt belehren.
Es mag auch andere geben, dies dürften allerdings seltene Exemplare sein.
Die einen ordnen sich schnell ein/unter, das sind oft die Braven, die, die, i. d. R., keine Sorgen machen; die anderen sind aufsässig, machen und sagen immer das Gegenteil, sind gelegentlich die Sorgenkinder der Familie.
Keiner von diesen beiden Typen, ist besser oder schlechter. Jeder hat etwas für sich, jeder hat seine Wesensart und entsprechend dieser soll er sich entwickeln können.
Aber alles, was problematisch erscheint, wächst sich normalerweise aus. Geduld und Spucke der Eltern und Erwachsenen allgemein, sind gefordert.
Wichtig ist, die Jugendlichen bleiben im groben Rahmen, ansonsten muss man ihnen die Luft zum Atmen lassen. Sie haben genug am Hals.
Jugendliche brauchen ein Gerüst, eine Stütze, den Rest  machen sie alleine, das müssen sie auch. Sie brauchen keine Vorbilder, keine Idole. Diese schränken nur ein. Es genügt ein gesundes Verhältnis zum Elternhaus, ein vernünftiger Umgang miteinander, der Ausgleich von Vater und Mutter.

Jugend ist immer gleich. Sie will Neues schaffen, sie will sich ihr Leben selbst einrichten, sie will, sich und anderen, beweisen, dass sie es auch selbst kann, ohne Anleitung, ohne Führung. Wie die Eltern, die Erwachsenenwelt damit umgeht, darauf kommt es an.

Sollen sich Jugendliche überhaupt ein Vorbild an ihren Eltern nehmen? Eine schwierige Frage, die auf verschiedenen Ebenen beantwortet werden muss, etwas, das den Rahmen hier sprengen würde. Jeder definiert die Rolle des Vorbildes etwas anders und hat für sich gesehen Recht.
Kinder nehmen sich ihre Eltern zum Vorbild, ahmen nach. Für Kleinkinder sind Eltern, normalerweise, der Herrgott auf Erden, mit zunehmendem Alter bröckelt dies, bis zur völligen Auflösung. Hier könnte man das Nietzsche Wort „Gott ist tot“ heranziehen. Für manche Eltern eine sehr, sehr schwierige Zeit und Erkenntnis.
Jugendliche müssen Schritt für Schritt ihr eigenes Leben leben (lernen). Das bedeutet, dass sie von den Eltern nicht alleingelassen werden sollen/müssen. Ganz im Gegenteil, die geleistete Hilfe, die Ratschläge sollen, je älter die Jugendlichen werden, unbemerkter und unsichtbarer erfolgen. Letztendlich, muss man auch einmal runterschlucken und anerkennen, dass diese jungen Leute ihre eigenen Wege gehen und mancher Ratschlag nur dann richtig ist, wenn man auch ein anderes Leben führen würde, das Leben der Eltern und das führen sie nun mal nicht.

Infantile Jugendliche und Erwachsene haben Vorbilder, Vorbilder in dem Sinne, dass sie deren Leben, deren Meinungen nachahmen (wollen), sie sich zum Vorbild nehmen. Sie haben keine eigene Persönlichkeit, sind mehr oder weniger gelungene Klone.
Etwas von Eltern oder anderen der älteren Generation zu übernehmen, bedeutet nicht nach deren Vorbild zu leben, es bedeutet ganz einfach, dass manches einfach übernommen wird, im Großen, wie im Kleinen und anderes über Bord geworfen wird. Ganz im Vorbeigehen, so wie wir es auch gemacht haben.

 

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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3 Antworten zu Jugendliche sehen ihre Eltern nicht mehr als Vorbilder

  1. Kersti schreibt:

    Ich finde, die schlimmst Jugend, die je eine Gesellschaft hervorgebracht hat, waren die 68er. Vernagelt in ihre Ideologie, fanatisch besserwisserisch, hasserfüllt gegen alles Eigene und verliebt in alles Fremde, haben sie unser Land zum Stillstand gebracht, indem sie bis heute Leistung behindern und alles gleichmachen. Begabte runterziehen, Behinderte und Dumme hoch. Sie sind uneinsichtig bis heute und fördern diese kranke Gesellschaft von den Positionen aus, die sie erklommen haben, nicht durch Leistung, eher durch ihre Netzwerke.
    Sie haben die Bildung kaputtgemacht bis hin zur Sprache und Schrift, sie haben Millionen Ausländer hergelassen, die unser Land verwüsten, sie haben unsere Kinder durch ihre kranke Bravo versext und durch falsche Vorbilder versaut. Sie haben jahrzehntelang durch bewußte Falschaussagen den Menschen Angst gemacht und ließen bei Pharma- und Lebensmittelindustrie zu, dass wir vergiftet werden. Bis heute lassen sie Diskussionen über bestimmte Themen nicht zu, daher liegt über unserem Land seit gut 30 Jahren Mehltau. Ich kenne eine von dieser Brut, die ist pensioniert und hilft immer noch, unser Volk zu vernichten. Von Einsicht ist bei diesen Neojakobinern keine Spur, nur ein großer Vernichtungswille auf allen Gebieten. Ich vermute, dass diese inneren Feinde von den USA gezüchtet wurden, z.T. sicher auch von der Stasi. Na, Herr Gauck, über nehmen Sie, was wissen Sie über Trittin, Goetsch, Sager, Roth, Künast, Fischer und IM Erika und ihrem Netzwerk aus dem Ossiland? Wir haben von Ihnen nichts vernommen, warum wohl?

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Die 68er hätten nie Fuß fassen können oder auch nur einen Fuß in die Tür bekommen, hätten sie nicht die Unterstützung von finanzgewaltigen Dunkelmännern gehabt, deren Plan es war und ist, die Staaten zu schwächen, die Nationen zu vermischen.
      Die 68er wären eine kurze Erscheinung gewesen.
      Die Nachfolger der 68er sind auch nicht besser, sie werden ebenfalls von denselben Mächten unterstützt.

  2. Kersti schreibt:

    Da hast Du recht, und diese Umfrage soll deren Gedankengut unterstützen, sie ist gegen die Familie gerichtet. Seien wir doch mal ganz ehrlich, es ist so, wie Du schreibst, man nimmt sich die Eltern nicht vordergründig als Vorbild, aber man lebt, wie Du es auch schreibst, nach den Regeln der Kindheit weiter. Ich bin noch mit guten Sitten aufgezogen, nach Sprüchen wie: „Iß zu Hause, als wenn Du beim Kaiser wärst, dann ißt Du beim Kaiser, als ob Du zu Hause wärst.“ Diese Eßmanieren habe ich an meine Kinder weitergegeben, auch Werte, dass man das, was man versprochen hat, auch halten muss, dass man Papier aufhebt und nicht die Straße beschmutzt, dass man Achtung vor Älteren hat, bitte, danke usw, alles Dinge, über die sich die Neojakobiner lustig machen. Ich bin stolz, dass nicht nur meine Kinder so geworden sind, sondern meine Enkel auch. Neulich sagte mein Sohn zu meiner Enkelin „Denk an den Spruch beim Froschkönig“. Meine Tochter hat mir aber einmal mitten in der Pubertät gesagt, dass ich ein Vorbild für sie bin. Ich hatte in der DDR mein Studium geschafft, dann 1987, als die Ideologie in der Schule so schlimm war wie heute, einfach aus dem Schuldienst ausgeschieden, obwohl es einen Einstellungsstop für ehemalige Lehrer gab. Ich fand durch Klinkenputzen trotzdem eine gutbezahlte Arbeit, wir reisten über Ungarn aus, ich machte sofort mein 2. Staatsexamen und wurde Studienrätin. Meine Tochter mag vor allem mein gerades Wesen, das sich nicht verbiegen läßt. Ohne, daß ich auf sie einwirkte, übernahm sie meine Lebensweise, kauft nichts von Konzernen, trinkt den von mir gesammelten Tee. Fast hätten sie diese Grünfaschisten in den 90ern umerzogen mit falschen Vorbildern (Claudia Schiffer) oder irgendwelchen Hopsern von Boybands, sie ist dann auch fast unter die Räder gekommen, jeder gab der jungen Göre Kredite. Als sie sich dann an mich wandten, habe ich gefragt, mit wem sie die Verträge abgeschlossen haben, mit mir oder meiner Tochter. Und von der war nichts zu holen. Meine Tochter hat gelernt, dass ich für Blödsinn nicht bezahle, dass sie die Verantwortung trägt. Ich bin stolz auf meine Kinder. Wir machen hier übrigens regelmäßig einen Stammtisch, um wenigstens mit Gleichgesinnten reden zu können. Wir alle möchten unser Land nicht verschenkt sehen von Linksfaschisten aller Farben.

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