Übles Gift – schwerwiegender Fehler – fahrlässig

Dies sind drei Kernaussagen von drei Kommentatoren des ZDF-Interviews mit dem iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, die von WeltOnline zitiert wurden. Die Kommentatoren sind, Graumann, Nouripour und Wahdat-Hagh. Auch WeltOnline bedauerte, dass das Interview im Iran als Erfolg gefeiert wurde und als Prestigegewinn für Ahmadinedschad gewertet wird. Ja, ja, manchmal geht ein Schuss auch nach hinten los. Sollte Ahmandinedschad tatsächlich gepunktet haben, passt das gar nicht in die Kriegstrommelei der westlichen Propaganda. Wir werden sie deshalb vermehrt zu hören bekommen.

Der erste Kritikaster, ist der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, der zweite, ein Iraner und Bundestagsabgeordneter der Grünen, der dritte, ein als Iran-Experte bezeichneter Mensch.

Sie sind sich einig, dass das Interview so nicht gesendet hätte werden dürfen. Entweder hätte es gekürzt werden sollen, hätte widersprochen werden sollen oder zielgerichteter thematisiert werden sollen. Dass das Interview im Iran als Erfolg gefeiert wurde, wie genügsam die Iraner doch sind, stößt ihnen sauer auf.

Das „üble Gift“ nennt man auch Meinungsfreiheit oder die andere Seite zu Wort kommen lassen. Dass da auch Dinge angesprochen werden, die dem einen oder anderen nicht gefallen, liegt in der Natur der Sache. Meinungsfreiheit ist nicht nur, über die anderen ungestört vom Leder ziehen zu können, es gehört auch dazu, die andere Meinung ebenfalls zu Wort kommen zu lassen. In den Staatsmedien sollte es hier ausgewogen zugehen. Schön wär´s.

Nouripour passt ebenfalls gut in die politische Landschaft der Bunten Republik und in das Lager der Grünen. Nach zwei erfolglosen Versuchen brach er seine Studienversuche ab und widmete sich voll und ganz der Politik. Nun regiert er uns. Recht so.
Auch er ist einer jener, die die BRD-Staatsbürgerschaft haben, ihre ursprüngliche, in diesem Fall die iranische, aber nicht aufgegeben haben. Nouripour ist auch Mitglied der Rechtsextremismus-Kommission der Grünen, wie könnte es auch anders sein. Wen wundert es da noch, dass jeder Deutsche ein Rechtsextremer ist oder zumindest potentiell gefährdet und deswegen der staatlichen, parteilichen und antifaschistischen Aufsicht bedarf. Um im Jargon der Grünen zu sprechen, natürlich ist auch jede Deutschin gefährdet.

Der Dritte im Bunde ist irgendein Schreiberling, auf die Kürze habe ich nichts gefunden, außer, dass er einiges in Sachen Iran veröffentlicht hat. Welchen Inhalt das Veröffentlichte hat, dürfte nicht schwer zu erraten sein.

Ahmadinedschad hat den Finger auf einige Wunden gelegt, den Westen und dessen Propaganda alt aussehen lassen. Dass der iranische Präsident gepunktet hat, scheint mir auch sicher. Wenn man sich die Lügner der westlichen Demokratien und deren Geschwafel so anhört, ist es einmal wohltuend, den Gegenstandpunkt, mit einigermaßen offenen Worten, hören zu können. Das WeltOnline den iranischen Präsidenten als Despoten zu verunglimpfen versucht, passt genau ins Schema.

Ich weiß, der Iran ist auch nicht das Schlaraffenland. Das ist mir aber so etwas von egal, sollen die ihr Leben so gestalten, wie sie es für richtig halten und soll man uns dasselbe gestatten. Wir brauchen keine zentralen oder dezentralen Empörungsräte, keine politische Korrektness und schon gar keine Politiker vom Schlage des oben genannten oder andere Parteipolitiker, die uns sagen wo´s lang geht. Wir  haben sie so nötig, wie einen Kropf.

Was wir brauchen, ist Luft zum Atmen und genügend Bewegungsfreiheit, damit wir uns  unseren Talenten, unserem Wollen und unseren Fähigkeiten entsprechend entfalten können. Mehr brauchen wir nicht, dazu müssen wir allerdings erst den Mehltau entfernen, der über uns und unserem Land liegt. Der Bereich, in dem sich die politische Kaste für unentbehrlich, allwissend und weit über uns stehend hält, die Regierung und Verwaltung unseres Lebens, unseres Landes, das können wir allemal besser als diese Versager, die es im richtigen Leben zu nichts gebracht haben oder hätten.
Die, die in der freien Wildbahn nicht einen Tag überleben würden, sondern dem Sozialstaat, den tüchtigen und leistungsfähigen Menschen zur Last fallen würden, maßen sich an über uns zu stehen, uns zu regieren. Welch Hohn.
Sie maßen sich an, die Leute, von deren Arbeit und Leistung sie leben, zu regieren, zu regulieren, zu beschneiden, zu maßregeln und zu bestrafen. Welch Schmach, für jene die sich dies widerspruchslos gefallen lassen.
Jeder, der ausschließlich von Steuergeld, von der Arbeit anderer, lebt, sollte vom politischen Leben, vom Mitspracherecht ausgeschlossen sein. Mal sehen, wie unser Land dann aussieht, wer dann das Sagen hat, diese Kerle bestimmt nicht.

„Gegen das Vergessen“, das ist ein Spruch der in der Bunten Republik sehr konsequent verfolgt wird.
Das Interview wäre bei den meisten, denke ich, fast schon wieder aus dem Gedächtnis verschwunden. Das kann und darf nicht sein. Hier kommen die Erinnerer ins Spiel, sie weisen auf diese und jene Punkte hin, die auf keinen Fall vergessen werden dürfen. Sollte jemand sagen, ich kann das Gesums nicht mehr hören, ist dies Beweis und Ansporn zugleich, wie wichtig doch das ständige Erinnern ist.

Wir dürfen nicht vergessen, wir sollen nicht vergessen und wir werden nicht vergessen. Wollen wir überhaupt vergessen, ich für meinen Teil nicht. Entscheidend ist nur, was ich nicht vergessen werde und darauf haben diese Erinnerer (fast) keinen Einfluss. Mit ihrem Erinnern erreichen sie nur eines, das sollten sie sich hinter die Ohren schreiben, mit jedem Erinnern, werden auch Fragen gestellt, anfangs leise, dann immer lauter. Es werden auch Quellen aufgesucht oder zufällig gefunden werden, die nicht vergiftet sind, denen reines Quellwasser entspringt, mag es auch hin und wieder bitter und/oder ungewohnt schmecken, dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man wirklich nicht mehr vergisst und auch nicht mehr vergessen will.

In diesem Sinne:

Gegen das Vergessen

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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