Die einzige Partei der Freiheit

Will sie sein oder werden, die FDP. Die Partei, die sich frei und demokratisch und Partei nennt. Alles in sich schon ein Widerspruch. Frei hat mit Demokratie nichts zu tun und Partei schließt andere, Nichtparteimitglieder von der Mitwirkung aus. Aber seien wir mal nicht päpstlicher als der Papst, erinnern wir uns aber trotzdem an das kürzliche Begehren einiger Abgeordneter dieser Partei, gegen den offiziellen Parteikurs zu wirken, so frei war das nicht.
Diese freie, demokratische Partei bemüht sich die einzige Partei der Freiheit zu werden, dies will sie mit einem 30-seitigen Positionspapier erreichen, das das neue Grundsatzprogramm werden soll, berichtet WeltOnline.
Es wird was geschrieben von „fairer Bürgergesellschaft“, weiter heißt es, „Als einzige Partei in Deutschland mache die FDP die Freiheit des einzelnen Menschen zum Maß, Mittel und Zweck ihrer Politik“, nur mit der FDP sei „sozialer Aufstieg für jeden möglich“, zitiert WeltOnline dieses Positionspapier. „Alle Paare sollen die Ehe eingehen können“, zitiert die PNP aus dem Entwurf des Grundsatzprogramms.
Weiter steht noch geschrieben, „Aufstieg durch Leistung, unabhängig von sozialer Herkunft, bleibt eine bestehende Herausforderung für die Liberalen – damit Freiheit von allen gelebt werden kann“.
Streng demokratisch und frei, soll das Grundsatzprogramm am 19. März im Vorstand beraten werden und auf dem Parteitag am 21. April beschlossen werden. Nicht einmal die Mitglieder werden in irgendeiner Weise zu diesem Programm befragt, streng nach Parteigesetzen, wird dieses Freiheitsprogramm im Auftrag des Vorstandes entworfen, von diesem „beraten“ und von ausgewählten Delegierten beschlossen.
Ansonsten kann man getrost davon ausgehen, dass es nicht mehr ist als das allgemeine Politgeschwurbel, viel Lärm um Nichts und eine ganze Menge Nebel, um von den wirklichen und drängenden Problemen unseres Volkes abzulenken.
„Faire Bürgergesellschaft“ was soll denn das sein, sollen wir uns mit Bürger anreden und sind alle gleich, getreu dem Motto der großen Französischen Revolution?
„Alle Paare sollen die Ehe eingehen können.“, das ist wirklich ein drängendes Problem. Ehe gibt es zwischen Mann und Frau, dient als Grundsteinlegung für die Familie, in der Kinder gezeugt und aufgezogen werden sollen und normalerweise auch werden. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, gibt es keine Ehe. Ansonsten kann auch jemand mit seinem Kanarienvogel oder Wellensittich als Paar zusammenleben. Das soll und kann jeder machen wie er will. Ein Anrecht auf besonderen Schutz oder Förderung durch die Allgemeinheit hat dieses Zusammenleben allerdings nicht.
Mit der persönlichen Freiheit wird von dieser Partei auch das Recht auf Kindstötung im Mutterleib vertreten, nur mal am Rande. Für ungeborene Menschen gibt es kein Lebensrecht, nur die Freiheit der „Mutter“, es zu töten. Eine schöne Freiheit, dafür lohnt es sich wahrlich zu sterben.
„Liberale wollen allen Menschen die Freiheit eröffnen, sich für eine Familie mit Kindern entscheiden zu können.“, noch so ein Unding. Allen Menschen wollen sie es ermöglichen. Wie soll denn das gehen? Obwohl entscheiden können sie sich ja für Kinder. Ob sie Kinder bekommen können oder nicht, hängt dann doch von vielen Faktoren ab.
Normalerweise eine unbedingte Voraussetzung ist, das Vorhandensein von Männlein und Weiblein, beide müssen fruchtbar sein. Dann können sie sich für oder gegen Kinder entscheiden. Natürlich ist mir klar, dass diese Leute nicht gemeint sind, das ist ja normal, gemeint sind Schwule und Lesben, die sich Kinder anderer Leute unter den Nagel reißen sollen, Kinder importieren sollen, die irgendwo auf dieser Erde gekauft werden. Kinder die nicht gefragt werden, ob sie bei diesen Eltern, in einem fremden Land leben wollen. Kinder die aus einem fremden Kulturkreis in die BRD verpflanzt werden sollen, in eine Gemeinschaft von zwei zeugungsunfähigen und –willigen Menschen, für die ein Kind zum guten Ton gehört oder etwas ist, das man durchsetzen will, da es die „Gesellschaft“ ja verweigert.
Arme Würmer, diese Kinder. Natürlich geht es manchen dieser Kinder  in ihren Heimatländern oft schlechter als Kindern hier. Wer aber gerne etwas für eines dieser Kinder tun möchte, kann auch in dessen Heimatland etwas für dieses Kind tun, ganz uneigennützig. Das wäre der richtige Weg und zeugte von echter Kinderfreundschaft.
Allen Menschen soll die Adoption ermöglicht werden, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen und einen Moment mal darüber nachdenken, was denn bei „allen Menschen“ alles eingeschlossen ist. Da will ich gar nicht mit der Aufzählung beginnen.

„Aufstieg durch Leistung…“, diesen Blödsinn liest man immer wieder und wird oft genug, meist gedankenlos, beklatscht. Leistet ein Hilfsarbeiter, eine Putzfrau, ein LKW-Fahrer oder ein Facharbeiter nichts, die leisten evtl. mehr als manch anderer der auf dem Chefsessel sitzt. Nicht, dass ich die Leistung mancher Chefs oder Vorgesetzter schmälern will, aber Leistung ist nicht an Positionen gebunden, ebensowenig wie Fleiß, Qualität, Verantwortungsbewusstsein und anderes.
Trotz bester Leistung wird die Aufstiegsmöglichkeit begrenzt sein und sehr häufig durch staatliche Willkürmaßnahmen begrenzt. Z. B. dadurch, dass bestimmte Tätigkeiten nur ausgeführt werden dürfen, wenn eine staatliche Anerkennung vorliegt, wobei diese meist nichts über die Leistungsfähigkeit oder Qualität aussagt. Hier müsste man den Menschen vor Ort die Entscheidung überlassen, wer leistet was und wer ist für was geeignet.
Wie sieht es z. B. mit jemandem aus, der zwar sehr leistungsbewusst ist, ansonsten aber ein absolutes A……l……, einer der über Leichen geht und keinerlei ethisches oder soziales Bewusstsein hat? Soll der unbedingt aufsteigen, möchte jemand solch einen Typen als Vorgesetzten?
„unabhängig von sozialer Herkunft“, recht und schön, trotzdem tun sich manche leichter als andere, sei es weil die Eltern einfach anderes Erbgut an den Nachwuchs weitergeben und deshalb schon ein Vorsprung oder Nachteil besteht oder weil sich manche Eltern einfach mehr um ihre Kinder bemühen als andere, sie z. B. nicht der frühkindlichen Bildungspolitik in Kitas überlassen oder sie mit Videospielen und Medienkonsum ruhigstellen.
Damit will ich nicht sagen, dass sich Eltern aus sog. einfachen Volksschichten nicht mehr um ihre Kinder kümmern, als sog. höhere Schichten oder umgekehrt. Es kommt immer auf die Menschen/Eltern an.
Es wird immer eine Verbindung zur Herkunft geben, sei es genetisch, sei es erzieherisch. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit hier, wie auch anderswo, eine Gleichheit zu schaffen. Sozialer Auf- oder auch Abstieg, ist eine Sache, die immer über Generationen hinweg geschieht und vielen Faktoren unterliegt.
Zum Schluss noch einige Gedanken. Es dürfte in dieser Republik unmöglich sein, einen Aufstieg hinzulegen, wie es einem Hermann Abs noch möglich war. Vom Bankkaufmannslehrling zum Vorstand der Deutschen Bank. Zuviel „Papier“ ist heute gesellschaftlich und vor allem staatlich vorgeschrieben.
Oder denken wir nur an den Werk- und/oder Industriemeister, die meist keine Meisterausbildung genossen und diese auch nicht nötig hatten. Sie wurden firmenintern befördert, manch theoretisch talentierter Geselle konnte Aufgaben übernehmen, die später nur noch an Leute mit Ingenieursabschluss vergeben wurden. Die Qualität der Arbeit stieg dadurch nicht zwangsläufig. Was auf jeden Fall anstieg, war der Papierberg, die Verwaltungskosten und  blödsinnige, unpraktische Entscheidungen.
Hier könnte etwas geschaffen werden, dies würde allerdings Einschränkung staatlicher Einmischungen bedeuten und damit Beschneidung der Möglichkeit solcher Typen von Parteipolitikern, wie sie in auch in der FDP zu Hauf zu finden sind.
Hier wäre nichts Neues zu schaffen, es war ja bereits da, dieses Prinzip, dass der der etwas leistet und schafft auch noch oben kommt, wobei auch die sozialen, ethischen Komponenten berücksichtigt wurden. Es wird zuviel Wert auf die „staatliche Anerkennung“, man denke an den Schuldnerberater, gelegt und ebendiese „staatliche Anerkennung“ ist der größte Hemmschuh. Das wird allerdings eine Partei wie es diese FDP ist, nicht kapieren und auch nicht kapieren wollen, würde es doch Machtverlust für Politiker bedeuten.

 

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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4 Antworten zu Die einzige Partei der Freiheit

  1. rundertischdgf schreibt:

    Eine wohl treffende Analyse dieser Partei. Deshalb übernehmen wir auch diesen Beitrag, indem wir einen Verweis setzen. An der Basis gibt es aber auch hin und wieder Mitglieder, die eher in das Lager der FPÖ gehören. Das ist übrigens auch die Partei der vielen Schnarrenbergers
    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/01/09/schnarrenberger-mit-recht-gegen-rechts/

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Natürlich darf man Parteimitglieder und Parteiführung nicht in einen Topf werfen, das liegt mir auch fern.
      Danke für den Verweis auf diese Seite.

  2. Pingback: FDP mit FPÖ vergleichbar? « rundertischdgf

  3. rundertischdgf schreibt:

    Wo sich gute Beiträge niederschlagen können! Hier auch im FDP Forum http://forum.fdp-bundesverband.de/read.php?4,1501231,1501583#msg-1501583

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