Woanders gelesen: Landshut: Politischer Mißbrauch um und in Schulen?

Landshut: Politischer Mißbrauch um und in Schulen?

Wir haben ja an dieser Stelle bereits berichtet, daß Parteien an Schulen nichts verloren haben! Siehe hier ! Jetzt erhielten wir von einem Landshuter einen Brief, den wir hier wörtlich weitergeben:Ich war heute so etwa um 12 Uhr zum Weihnachtseinkauf mit meiner Frau in der Stadt und wunderte mich über die vielen Polizeiautos. Bald wußte ich warum es ging, es war eine Demonstration gegen Rechts. Ich war 14 Tage im Ausland und habe die Aufregung um das Hans-Leinberger-Gymnasium gar nicht mitbekommen. Da sich an der Demonstration zahlreiche Kinder in vorderste Front beteiligten, fragte ich ein etwa 10 jähriges Mädchen, gegen was sie demonstriere? Gegen Nazis, schoß es aus ihr heraus, dafür haben wir extra schulfrei bekommen und Schilder gemalt. Unser Klassenlehrer ist auch dabei. Mehrere Erwachsene mit dem Schriftzug HLG rannten eifrig und wichtigtuerisch vor dem Rathaus herum. Auch hier fragte ich nach. Wir Lehrer machen die Ordner, war die Antwort! Mittlerweile wußte ich, daß die so genannten Jungen Nationaldemokraten, also die NPD Jugend, eine Veranstaltung am gleichen Ort durchführen wollen, wo zuvor die grüne Jugend tagte. Den Ordnerlehrer fragte ich, da habt ihr ja mächtig Mist gebaut, zunächst lasst ihr die grüne Jugend rein und wundert euch, daß jetzt andere das gleiche Recht einfordern. Und was ist denn eigentlich mit den Linksextremisten? Verweist ihr die hier vom Veranstaltungsort? Die Antwort darauf, du bist wohl auch ein Brauner und dann rannte er davon. Ich hatte zufällig meine Digitalkamera dabei, weil ich einige Fotos auch noch auf dem Landshuter Weihnachtsmarkt machen wollte (übrigens sehr zu empfehlen) . Mit der machte ich gleich mal einen Schnappschuß von den geduldete Linksextremisten bei dieser Demonstration. Alles andere wird sicherlich in der morgigen Zeitung stehen.“

Kinder an vorderster Demofront und dazwischen die Lehrer!

Gefunden beim Runden Tisch Dingolfing.

Zu diesem Thema lasse ich, wieder einmal, den theoretischen Begründer der Einheits-/Volksfront, den bulgarischen Kommunisten Georgi Dimitroff zu Wort kommen. Wenn der Text auch aus der Mitte der 30er Jahre stammt, sich die Wortwahl teilweise antiquiert anhören mag und selbst eingefleischten Kommunisten derzeit das Wort Arbeiterklasse und Revolution nicht mehr über die Lippen kommen mag, so hat dieser Text nichts von seiner Bedeutung verloren. Das Ziel die Diktatur, wenn auch nicht mehr die Diktatur des Proletariats, haben diese Kerle niemals aufgegeben, das mit dem Proletariat war damals eben Mode, der Arbeiter wurde überhöht, heute geht es um die Massenbeeinflussung im Ganzen, viele wurden proletarisiert.
Den Massen wird suggeriert, sie geben die politsche Richtung vor, selbstverständlich ist die Masse nicht in der Lage, konkrete Entscheidungen zu treffen, dafür gibt es ja die Partei, die bundesrepublikanische Einheitspartei.
Wer sich gegen den festgeschriebenen Kurs wendet, ist automatisch im Fadenkreuz der Einheitsfront oder Volksfront, bestehend aus Kommunisten, Liberalen, Sozialdemokraten, Christen, Gewerkschaftern und vielen anderen unterwanderten und gesteuerten Organisationen, die auch staatlich unterstützt und finanziert werden.
Diese kommunistische Theorie wirkt erfolgreich, ebenso wie die stalinistische Geschichtsschreibung übernommen wurde, wurde auch diese Theorie verankert und Bestandteil der Politik (nicht nur) der BRD.

Umso wichtiger ist es, die Grundlagen, die geistige Heimat dieser Einheits- und Volksfrontideologie, dieser Wühl- und Zersetzungstheorie, zu kennen.

Hier ein Auszugt:

„…Die Herstellung der Aktionseinheit aller Teile der Arbeiterklasse, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu der einen oder anderen Partei und Organisation, ist notwendig, noch bevor die Mehrheit der Arbeiterklasse sich zum Kampf für den Sturz des Kapitalismus und für den Sieg der proletarischen Revolution vereinigt haben wird…..

….Von großer Bedeutung für die Schaffung der antifaschistischen Volksfront ist das richtige Herangehen an jene Organisationen und Parteien, denen die werktätige Bauernschaft und die Hauptmassen des städtischen Kleinbürgertums in großer Zahl angehören.

In den kapitalistischen Ländern befinden sich die meisten dieser Parteien und Organisationen – sowohl die politischen als auch die wirtschaftlichen – noch unter dem Einfluß der Bourgeoisie und leisten ihr Gefolgschaft. Die soziale Zusammensetzung dieser Parteien und Organisationen ist nicht einheitlich. In ihnen befinden sich reiche Großbauern neben landlosen Bauern, große Geschäftsleute neben kleinen Krämern, aber die Führung in ihnen gehört den ersten, den Agenten des Großkapitals. Das verpflichtet uns, an diese Organisationen in verschiedener Weise heranzutreten, zu berücksichtigen, daß die Mitgliedermasse oft das wahre politische Gesicht ihrer eigenen Leitung nicht kennt. Unter bestimmten Umständen können und müssen wir unsere Anstrengungen darauf richten, diese Parteien und Organisationen oder einzelne Teile von ihnen trotz ihrer bürgerlichen Leitung für die antifaschistische Volksfront zu gewinnen. So steht es z.B. gegenwärtig in Frankreich mit der radikalen Partei, in den Vereinigten Staaten – mit den verschiedenen Farmerorganisationen, in Polen – mit „Stronictwo Ludowe“, in Jugoslawien – mit der kroatischen Bauernpartei, in Bulgarien – mit dem Landwirtebund, in Griechenland – mit den Agraristen usw. Aber unabhängig davon, ob Aussichten auf die Gewinnung solcher Parteien und Organisationen für die Volksfront bestehen, muß unsere Taktik unter allen Uniständen darauf gerichtet sein, die ihnen angehörenden Kleinbauern, Handwerker, Gewerbetreibende usw. in die antifaschistische Volksfront hineinzuziehen.

Ihr seht also, daß wir hier auf der ganzen Linie aufräumen müssen mit der in unserer Praxis nicht selten vorkommenden Ignorierung, Geringschätzung der verschiedenen Organisationen und Parteien der Bauernschaft, der Handwerker und der Massen des städtischen Kleinbürgertums…..“

Aus:
Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale
im Kampf für die Einheit der Arbeiterklasse gegen den Faschismus

Bericht auf dem VII. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale
(2. August 1935)

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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2 Antworten zu Woanders gelesen: Landshut: Politischer Mißbrauch um und in Schulen?

  1. Pingback: Nochmals Landshut: Absurdistan oder Kalkül? « rundertischdgf

  2. rundertischdgf schreibt:

    Weil das Thema scheinbar zu einer unendlichen Geschichte in der niederbayerischen Bezirkshauptstadt wird (mühevoll trägt der dortige OB mit seinen Willigen in Töpfen das Licht ins vernagelte, dunkle Rathaus), haben wir es anhand dieser Reflektion auf unseren Bericht am Freitag auch nochmals aufgegriffen.
    http://rundertischdgf.wordpress.com/2011/12/18/nochmals-landshut-absurdistan-oder-kalkul/

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