E-Petition unterschreiben oder nicht?

Nachdem unter dem Artikel „Besatzungskosten in Deutschland“ eine kleine Diskussion darüber aufkam, ob man unterschreiben solle oder nicht, möchte ich dazu auch ein paar Worte schreiben.

Wenn ich die Petition für richtig halte, unterschreibe ich, ganz egal, ob es etwas bringt oder nicht.
Was sagt etwas bringen oder nicht bringen aus? Keiner von uns kann in die Zukunft sehen, niemand kann das Steinchen erkennen, dass eine Lawine ins Rollen bringen kann.
Was spricht gegen die Unterzeichnung einer Petition, die ich für richtig halte? Nichts.

Ich habe lediglich ein paar Tasten zu drücken, evtl. eine Anmeldung auszufüllen und schon ist die Sache gelaufen. Keinerlei Aufwand, kein Risiko, nicht einmal meine vier Wände muss ich dazu verlassen.

Bei all diesen Aktionen, sei es Abgeordnetenwatch, E-Petitionen, Offene Briefe etc., geht es doch in der Hauptsache gar nicht darum, direkt etwas zu verändern, wenn es gelingt umso besser, aber hauptsächlich geht es darum, der politischen Kaste zu zeigen, es gibt Strömungen im Volk, die bereit sind etwas zu tun, persönlich aktiv zu werden.
Das ist aber nur ein Aspekt bei der Sache, andrerseits ist es ein Zeichen für die gesamte Opposition, im Volke, dass es nicht nur Einzelne sind, sondern durchaus eine erkleckliche Anzahl von Menschen hinter diesen Dingen stehen und das ist die Hauptsache.
Wir sind nicht allein, wieviele wir sind, können wir gar nicht abschätzen, wir kennen der breiten Masse nicht, wir wissen nur, sie hält relativ still. Keiner rührt sich.

Das Unterstützen von solchen Aktionen zeigt, dass es welche gibt, die sich rühren.

„Sich regen bringt Segen“

oder

„Steter Tropfen höhlt den Stein“

Also hofft nicht auf das große Ereignis, auf das Auftauchen einer Person/einer Gruppe, die die Sache in die Hand nimmt und für euch erledigt, das wird nicht geschehen und wenn, dann nur zu den Bedingungen, die diese Menschen setzen und für die Ziele, die diese verfolgen.

Selbst ist der Mann und hilft Dir selbst, dann hiflt Dir Gott

Jeder einzelne ist verantwortlich, verantwortlich dafür, dass er im Rahmen seines Bewusstseins- und Kenntnisstandes handelt. Wer Dinge erkennt und nicht handelt, noch dazu obwohl keinerlei persönliche Gefährdung besteht, handelt nachlässig und zeigt, dass er bereits aufgegeben hat oder gar nicht bereit ist für seine Ziele irgendetwas zu tun. Denn was bringt schon was? Wenn diejenigen, die nicht mitzeichnen, bessere Wege haben etwas zu ändern, dann her damit. Ich weiß derzeit keine.
Was bringt es einen solchen Blog zu betreiben? Vielleicht bringt es etwas, vielleicht aber auch nicht. Wer weiß das schon? Ich bin mir nicht sicher.

Also Leute unterschreibt die E-Petition und zeigt Flagge. Das ist es, was die Linken abhebt, wenn da etwas angeleiert wird, sind sie alle dabei, haben keine Berühungsängste. Dagegen zeigt sich auf der nationalen, konservativen Seite meist nur ein verlorenes Häufchen, der Rest jammert darüber, dass niemand etwas tut, dass der Michel nicht aus den Puschen kommt. Dabei sollte sich doch jeder selbst fragen, ob er nicht selbst der Michel ist, der nicht von der Ofenbank runterkommt.

Hier noch einmal der Verweis zur Petition:

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=20795

Wenn ich mir die Anzahl der Mitzeichner ansehe, dann ist dies ein jämmerliches Bild. Tagein, tagaus wird gejammert, über dies und das, die fehlende Souveränität eingefordert, der weitere Abbau von Hoheitsrechten beklagt, das Klagelied ist lang.

Wer glaubt ihr denn, wird uns die Souveränitiät geben/zurückholen?
Dann schaut euch mal in der Zeit der Befreiungskriege und vorher um. Es waren nicht die Fürstenhäuser, nicht die Eliten, die Napoleon zum Teufel wünschten und den Widerstand organisierten, es waren die Menschen aus dem Volk. Dabei riskierten die was, einige mussten dafür ihr Leben geben, die haben nicht gefragt, bringt es was. Sie wollten nicht unter fremder Herrschaft leben, das war ausschlaggebend und sonst nichts.

Seit dem Ersten Weltkrieg, wird vom Selbstbestimmungsrecht der Völker gefaselt, wird an Worte geglaubt, werden die Waffen gestreckt. Niemand anders als die Völker können ihr Selbstbestimmungsrecht verteidigen und erringen.
Ein Zeichen von nationaler Selbstbestimmung ist, dass keine fremden Truppen im eigenen Land stehen. Also raus mit ihnen, sollen sie in ihre Heimat gehen, wir brauchen sie nicht. Oder hat jemand Angst, dass uns unsere Freinde aus der Nachbarschaft angreifen werden, wenn wir nicht geschützt werden?

Wenn wir davon auch entfernt sind, möchte ich doch das Schwertlied von Theodor Körner, einer derjenigen, die ihr Leben gaben, veröffentlichen:

Du Schwert an meiner Linken,
Was soll dein heit’res Blinken?
Schaust mich so freundlich an,
Hab‘ meine Freude dran.
Hurra!

 

Mich trägt ein wack’rer Reiter,
Drum blink‘ ich auch so heiter,
Bin freien Mannes Wehr;
Das freut dem Schwerte sehr.
Hurra!

 

Ja, gutes Schwert, frei bin ich
Und liebe dich herzinnig,
Als wärst du mir getraut
Als eine liebe Braut!
Hurra!

 

Dir hab‘ ich’s ja ergeben,
Mein lichtes Eisenleben –
Ach, wären wir getraut!
Wann holst du deine Braut?
Hurra!

 

Zur Brautnachts-Morgenröte
Ruft festlich die Trompete;
Wenn die Kanonen schrei’n,
Hol‘ ich das Liebchen ein.
Hurra!

 

O seliges Umfangen!
Ich harre mit Verlangen.
Du Bräut’gam, hole mich!
Mein Kränzchen bleibt für dich.
Hurra!

 

Was klirrst du in der Scheide,
Du helle Eisenfreude,
So wild, so schlachtenfroh?
Mein Schwert, was klirrst du so?
Hurra!

 

Wohl klirr‘ ich in der Scheide,
Ich sehne mich zum Streite,
Recht wild und schlachtenfroh.
Drum, Reiter, klirr‘ ich so.
Hurra!
Bleib‘ doch im engen Stübchen!
Was willst du hier, mein Liebchen?
Bleib‘ still im Kämmerlein,
Bleib‘, bald hol‘ ich dich ein!
Hurra!

 

Laß mich nicht lange warten!
O schöner Liebesgarten,
Voll Röslein blutigrot
Und aufgeblühtem Tod.
Hurra!
So komm denn aus der Scheide,
Du Reiters Augenweide,
Heraus, mein Schwert, heraus!
Führ‘ dich ins Vaterhaus.
Hurra!

 

Ach, herrlich ist’s im Freien,
Im rüst’gen Hochzeitreihen.
Wie glänzt im Sonnenstrahl
So bräutlich hell der Stahl!
Hurra!

 

Wohlauf, ihr kecken Streiter,
Wohlauf, ihr deutschen Reiter!
Wird euch das Herz nicht warm?
Nehmt’s Liebchen in den Arm!
Hurra!

 

Erst that es an der Linken
Nur ganz verstohlen blinken;
Doch an die Rechte traut
Gott sichtbarlich die Braut.
Hurra!

 

Drum drückt den liebeheißen
Bräutlichen Mund von Eisen
An eure Lippen fest!
Fluch, wer die Braut verläßt!
Hurra!

 

Nun laßt das Liebchen singen,
Daß helle Funken springen!
Der Hochzeitsmorgen graut.
Hurra, du Eisenbraut!
Hurra!

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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10 Antworten zu E-Petition unterschreiben oder nicht?

  1. Ralph Pape schreibt:

    Die schlimmsten Feinde eines Landes sind die, die das Unrecht sehen und nichts tun.

  2. Kersti schreibt:

    Magnus Milvus aus Swakopmund
    Samstag, 03-12-11 20:35

    @Otto Ohnesorge aus Berlin – Sonnabend, 03-12-11 15:02

    Der Druck im Kessel steigt zusehends, während taub-blindes
    Bedienungspersonal unverdrossen weiter Kohlen in die Feuerluke schaufelt.
    Nur über die bereits bedrohlich dröhnend auf Hochtouren laufende
    Propagandamaschine läßt sich der Kesseldruck freilich nicht senken, da
    sämtliche Sicherheitsventile mangels vorhergehender, turnusmäßiger Wartung
    blockiert sind. – Die Explosion naht unausweichlich:

    „Dann kann man auf dem Weg dahin auch faulenzen.“

    Denn wer sich jetzt schon verausgabt, wird dann, wenn’s dereinst ans
    Aufräumen geht, möglicherweise nicht mehr mit dabei sein.

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5bc0c679bcc.0.html

    Ich ignoriere die politische Aasbande, weil die uns wissentlich verkaufen. Man kann niemanden überzeugen, der in Fremdauftrag handelt.
    Angenommen, ich weiß, dass ich unmoralisch handle, bekomme aber von jemandem Geld für meine Untaten. Und irgendwelche Besserwisser sammeln Unterschriften, die ich, weil ich am stärkeren Hebel sitze, ignorieren kann, da lache ich mich über diese Einfallspinsel doch tot. Ich habe seit 2000 Briefe geschrieben, Petitionen unterschrieben und geändert hat sich nichts.
    Jetzt warte ich ab, bis die sich selbst zerlegen. Es gab einmal einen Film über die Bewohner von Wandlitz, naja, die Macher der DDR, erst haben sie zusammen gefeiert und dann sich gegenseitig gehasst. Darauf warte ich.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Es geht auch nicht darum, diese Leute zu überzeugen. Allerdings kann man mit politischem Druck, wenn er groß genug ist, auch etwas erreichen, siehe Abschaltung der AKWs etc., das ging auf einmal ganz schnell.
      Dass der Druck nicht groß genug ist, ist auch Leuten geschuldet, die sich weigern Druck mit aufzubauen.
      Da verstehe ich Deine Haltung nicht, Du weißt was zu tun ist, Du hast resigniert und versteckst Dich auf der Ofenbank und denkst, das System bricht von alleine zusammen und danach kannst Du mitwirken. Da täuscht Du Dich ganz gewaltig.Selbst, wenn das System zusammenbrechen sollte, bedeutet es noch lange nicht, dass nicht wieder dieselben Typen obenauf sind, siehe DDR.
      Ich will es noch einmal sagen, Petitionen etc, haben nicht den primären Zweck etwas zu ändern, sondern die Reihen zu formieren, sich aufzustellen. Wenn jeder in seinem Kämmerlein für sich abwartet und der Dinge harrt, die da kommen werden, werden andere über die Zukunft entscheiden, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

      Stahl wird im Feuer geschmiedet.

      Bezeichnend für die derzeitige Situation ist auch, dass darüber diskutiert wird ob man mitmacht oder nicht, aber nicht darüber, was man machen kann, wo man den Gegner empfindlich treffen kann, wo Wirkungstreffer zu erzielen sind.

  3. Kersti schreibt:

    Naja, hast Recht, wir kennen uns schon alle ganz gut, die Vernetzung ist wichtig. Deine Seite verlinke ich übrigens, heute bei Böttiger, auch das hilft. Und jeden Tag einen Gutmenschen überzeugen, im Alltag, im Gespräch. Heute habe ich auch wieder heiß diskuriert, ich sitze nicht hinterm warmen Ofen und warte ab. Die Leute in den Petitionen, die kennen sich nicht, die sind auch nicht in Kontakt, ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist. Vielleicht sind die Foren wichtiger?

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Nicht nur ein Weg ist der richtige, es gibt viele Wege und Möglichkeiten und wenn man eine Petition lediglich mitzeichnen muss oder sich als Interessent bei Abgeordnetenwatch eintragen einzutragen braucht, so ist dies kein allzgroßer Aufwand. Den kann jeder betreiben, egal ob er sich schriftlich formulieren kann oder nicht, ob er in Foren diskutieren will oder nicht. Das ist ein Minimumengagement.
      Ich diskutiere deswegen, da man dieses Mittel einfach ncht rundweg ablehnen kann und darf. Niemand kann sagen was, wie wirkt. Es ist ein Konzert und je vielstimmiger es ist, umso besser. Wichtig ist die Richtung stimmt und wir ziehen alle an einem Strang.
      NIemand soll sich verweigern und niemand soll ausgeschlossen werden.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Noch was zu obigem „Faulenzer“-Kommentar.
      Es heißt zwar „Faulheit stärkt die Glieder“, aber wer hat bessere Chancen einen Marathon durchzuhalten oder auch nur eine Kurzstrecke. Derjenige der sich schont oder derjenige der seinen Körper und Geist stählt?
      Ein Boxer der nur mental trainiert, wird beim ersten Schlag zu Boden gehen, der weiß gar nicht wie ihm geschieht.
      Auch hier hat der Volksmund wieder ein Sprichwort geschaffen: Den Jagdhund, den man zur Jagd tragen muss, der taugt nichts.

  4. Kersti schreibt:

    Um es mal ganz platt zu sagen, mir sind die Abgeornetenwatchs zu mühsam. Nicht alles wird zugelassen, und es sind alles Vollpfosten.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Ich schreibe selbst auch ganz wenig, aber als Interessent trage ich mich ein, wenn Fragen gestellt werden, die in die richtige Richtung gehen.
      Der Runde Tisch Niederbayern ist da aktiv und verdient Unterstützung.
      So macht jeder das Seine und wird von uns anderen unterstützt, miteinander wird es dann schon was.

  5. rundertischdgf schreibt:

    Ertappt! Der überforderte Generalsekretär der FDP! Er hat zu diesem Thema, Atombomben und ausländische Militärbasen auf deutschem Boden, keine Meinung oder keine Ahnung oder beides, vielleicht kommt auch noch Angst vor einer Antwort dazu. Was macht man jetzt mit dieser Antwort? Natürlich veröffentlichen! Twittern…………!
    http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-575-37779–f318960.html#q318960

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