ESFS: Eine Antwort auf die Antwort eines Bundestagsabgeordneten

Seite 1 von 4

Lutz Radtke

Von:

Gesendet:

An:

Betreff: Der Bundestag gegen seine Wähler

haben Sie Dank für lhre Mail vom ’16. Oktober 2011. lch bin zwar mit deren Inhalt alles andere als einverstanden, weiß lhre Bemühung um Information aber zu schätzen.

lch fürchte, dass die Aufgabe, der Sie sich mit dieser Mail unterzogen haben, einfach nicht zu leisten ist. Zu groß sind die Fehler der Regierung, zu irreführend die Vorgehensweise, zu nebelhaft die Kommunikation. so spiegelt denn auch diese Mail – leider, leider – eher Hilflosigkeit als Aufklärung, eher Uneinsichtigkeit als das Bemühen um die überfällige Sachlösung. Das übliche spiel also einer ebenso unfähigen wie verbrauchten Politik.

Da werden Tatsachen ignoriert, zum Beispiel dass..

– die immense Staatsverschuldung hemmungslos weiterausgeweitet wird und Deutschland sogar für schulden einstehen muß, die es selbst nicht gemacht hat;

– die dagegen aufgestellten Barrieren von Maastricht im Handstreich ausgehebelt wurden – unter Beteiligung der deutschen Bundeskanzlerin. Ein Vertragsbruch!

– die neue Weisheit. Schulden müssen durch weitere, noch höhere Schulden bekämpft“ werden, immer tiefer in den Abgrund führt;

– schrittweise auf nationale Souveränität verzichtet wird, ohne eine neue, demokratisch legitimierte Ordnung verfügbar zu haben. Ein Eidbruch!

– der Bundestag seiner eigenen Entmachtung als Vertretung unseres Volkes zugestimmt und den Einfluß anderer Kräfte auf den nationalen Haushalt zugelassen hat; (Haushaltsausschuß in ,,Notfällen“ bleibt ein Feigenblatt);

– die EZB-Käufe maroder Staatsanleihen – noch dazu in großem Stil! – ein weiterer Vertragsbruch sind; (Nur ein Achselzucken bei lhnen…?)

– die Währungsunion, schon wieder vertragsbrüchig, in eine Haftungsunion verwandelt wird; …und all diese Entscheidungen, vor denen Fachleute warnten, gegen den Willen des Volkes getroffen werden, das lhnen noch vor zwei Jahren sein Vertrauen geschenkt hat!

Die Folge: Das Vertrauen in unser ganzes politisches Establishment ist dahin. Das ist schlimm für Sie, für den Bundestag, für die Regierung! Am allerschlimmsten aber ist es für unser Land und seine Zukunft. Wir haben allen Grund, sehr besorgt, ja empört zu sein!

Nach der Rückschau mit all den fatalen Begründungen (immerhin wiederholen Sie nicht mehr die falschen Argumente lhres Briefes vom ’10. Mai 2010, die wohl von der Fraktion vorgegeben waren) versuchen Sie einen neuen Ausblick. Doch was kann wirklich besser werden – mit dieser Regierung etwa, diesem Bundestag, der sich so massiv unter Druck setzen ließ? Und vor allem – wer glaubt lhnen noch, den Abgeordneten, die sich so ängstlich dem Fraktionszwang unterwarfen?

Wir empfinden eine tiefe Enttäuschung. Das soll nun die politische Führung von Europas größtem Nationalstaat sein? Überhaupt Nationalstaat – wie lange denn noch, wenn der Ausverkauf von

Souveränität so fortschreitet? Sie liefern Absichtserklärungen. Die sind müßig – angesichts einer Bundeskanzlerin, der es gelungen ist, sich ein ganzes Parlament zu unterwerfen, die heute so und morgen anders entscheidet!

Nein, da nutzt es wenig, auf lhre Argumente im einzelnen einzugehen.

Eine gute Absicht, ein guter Wille, den ich unterstelle – das reicht nicht mehr. Wir alle haben zusehen müssen, wie das Parlament sich selbst entleibte. Das war unwürdig und beschämend. Es tut mir leid für Sie…

Wir Bürger fühlen uns in die Irre geführt, übergangen, betrogen, schlichtweg misshandelt. Solch einen Bundestag hatten wir nicht gewählt!

Am 11 . Februar 2010 hatten sich die Staats- und Regierungschefs zu einem kollektiven Rechtsbruch verabredet. Griechenland sollte ,,gerettet“ werden, koste es, was es wolle. Es kostete u.a. die so oft beschworene No-Bail-out-Klausel.

Uns wurde im Deutschen Bundestag versprochen, dass die Hilfe für Griechenland eine einmalige Hilfe ist, die absolute Ausnahme und sonst nichts. Schon einen Tag später wurde in Brüssel der Schuldenschirm EFSF vereinbart.

AIs der Deutsche Bundestag das sogenannte Euro-Rettungspaket verabschiedete, wurde erklärt, dass ohnehin niemand unter diesen Schirm flüchten wird. Es dauerte nicht lange – und schon fanden sich auch Irland und Portugal darunter.

Und so geht es weiter…

War das gute Absicht? Alles sollte besser werden? Weit gefehlt!  Es wurde immer noch schlimmer. Die Lage in Griechenland verschärfte sich, ebenso die Überschuldungskrise in anderen Staaten und Banken. Es wurde nur teuer Zeit gekauft – ohne eine überwölbende und durchdachte Strategie. Was für ein tolles Polit-Management. Und das wollen Sie in Schutz nehmen?

lndes wurde – und wird – mit Angst Politik gemacht. Die war schon immer ein schlechter Ratgeber. Heute pflastert sie den Weg in eine monetäre Planwirtschaft und den politischen Zentralismus – wo, um Gotteswillen, ist Ludwig Erhard geblieben und seine Partei der Sozialen Marktwirtschaft?

lm Internet wird schon vor der CDU gewarnt.
Beispiele: – Es gibt Anzeichen, dass Frau Merkel – verfassungswidrig – einen europäischen Bundesstaat anstrebt.

– Durch die Errichtung islamischer Fachbereiche fördert Frau Merkel die Islamisierung Deutschlands.

– Angela Merkels kurzatmiger Beschluß, deutsche Kerntechnik zu vernichten, gefährdet den lndustriestandort Deutschland und ist wissenschaftlich nicht nachvollziehbar.

– Angela Merkels Behauptung, Kohlendioxyd-Emissionen seien klimaschädlich, ist wissenschaftlich unhaltbar und verursacht exorbitante volkswirtschaftliche Schäden.

Diese Politik dient nicht dem Wohle unseres Volkes. Sie befördert seinen Niedergang – und das nicht nur in Sachen Euro-Mißmanagement.

Wie viele Generationen von Deutschen wollen Sie noch in Haftung nehmen? Bis 2010 bezahlten wir noch Restschulden des l. Weltkrieges. Unsere Geschichte wird öffentlich gefälscht. Forderungen aus Weltkrieg ll nehmen kein Ende, unsere Staatsschulden sind schon heute unermesslich hoch (Angela Merkel übernahm als Kanzlerin 1,5 Billionen Schulden, unter ihrem Regime wurden es bis heute 2 Billionen). Wie sollen sie überhaupt bezahlt werden? Und jetzt noch dieses ,,Europa“, die große Illusion ohne eine große Strategie! Mein Gott, Merkel! Wer soll da noch, selbst wenn er möchte, CDU wählen?

Mit freundlichen Grüßen nach Berlin,

lhr Lutz Radtke

 

________________________________________________________________________________

Wer auf die mittlerweile standardisierten Antworten „unserer“ Bundestagsabgeordneten antworten möchte, kann aus diesem Schreiben manch nützliches Gegenargument herausziehen.

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, EU, Finanzwirtschaft abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu ESFS: Eine Antwort auf die Antwort eines Bundestagsabgeordneten

  1. Alfons Huber schreibt:

    Jeden Abgeordneten, der dem EFSF zustimmte, könnte man solche Fragen stellen, wie diese hier an den FDP Generalsekretär und „Volksvertreter“ Lindner.
    http://www.abgeordnetenwatch.de/christian_lindner-575-37779–f315082.html#q315082
    Weitere Hintergründe findet man auch hier http://rundertischdgf.wordpress.com/ !

Kommentare sind geschlossen.