Rösler seehofert

Der FDP-Chef Rösler seehofert, er vertritt einen Tag die eine Meinung, am nächsten die entgegengesetzte, vielleicht schafft er es auch noch die beiden Meinungen gleichzeitig zu vertreten, sich selbst zu widersprechen und zu bestätigen. Als guter Politiker sollte er dies doch auch noch schaffen.

Vor Unternehmern in Mailand, die ihn wegen seiner Aussagen zur Rede stellten, stellte Rösler klar, dass er proeuropäisch sei, seine Kritik richtete sich nicht gegen die europäische Idee, gemeint ist natürlich die EU, und er wolle auch die FDP so positioniert sehen. Im Klartext, er ist nicht gegen den Rettungsschirm, die unbegrenzte Haftung der Deutschen für die Schulden anderer und damit die unbegrenzte Bürgschaft für die unermesslichen Gewinne anderer, auch Manhattanboys genannt. Damit zeigt er den Euroskeptikern in der FDP die kalte Schulter und stellt klar wie der Hase bzw. der Rösler läuft, Zick-Zack.
Wie WeltOnline meint, ist die weitere Argumentation der von Wolfgang Schäuble sehr ähnlich. Der Rüffel hat wohl geholfen und den Jungspund auf Kurs gebracht.
Er meinte, Deutschland hätte am meisten vom Euro profitiert. Wenn Deutschland profitiert, wird es gefährlich. Damit macht er die Tür dafür auf, dass es nur gerecht ist, wenn sich die anderen diesen Profit nun zurückholen, dass man dabei nicht kleinlich ist, versteht sich von selbst.
Wenn er von Deutschland spricht, meint er wohl einige Großkonzerne und Banken, die längst nicht mehr in deutscher Hand sind.
Der Euro sei auch weit mehr als eine Währung, es gehe über das Ökonomische hinaus. Damit wären wir bei dem gern benutzten Propagandasatz, dass der Euro Kriege verhindere, Kriege zwischen den europäischen Ländern.
Kann schon sein, wenn man Deutschland auch so ausbeuten kann, wieso sollte man es dann noch bekriegen. Ist dabei doch auch das Risiko, dass man die Deutschen eines Tages nicht mehr besiegen kann, das einzelne Mächte aus der Phalanx ausbrechen, dass das Rudel Hunde kleiner wird und der Bär nicht mehr erlegt werden kann.
Was Rösler damit meint, der Euro sei mehr als eine Währung, wurde nicht hinterfragt oder gar von ihm erklärt. Ist er vielleicht eine neue Gottheit, die angebetet werden muss, der geopfert werden muss? Wer weiß das schon, Rösler wahrscheinlich weiß es auch nicht, das hat man ihm halt aufgeschrieben und er hat es abgelesen.

Auch von Seehofer distanzierte er sich und er stehe wesentlich näher bei der Kanzlerin als die CSU, angeführt von Seehofer. Ob die Kanzlerin noch Platz für Rösler hat, weiß ich nicht, es dürfte jedenfalls mittlerweile eng werden. Seehofer ist ja ein ganz schöner Brocken und auch die anderen Typen wie Pofalla benötigen etwas Platz. Irgendwie tanzen sie alle um Merkel herum und beten sie an, als ob sie eine Gottheit wäre, eine Unberührbare. Auch dies kann sein, die Gottheit nicht aber unberührbar ist sie derzeit schon, das sieht man, sonst wäre es unmöglich, dass diese Person noch in Amt und Würden ist.
Auf jeden Fall bleibt sie es solange, solange die schützende Hand ihrer Auftraggeber über ihr weilt. Das Rudel der Polithyänen weiß und spürt so etwas genau, das ist ihr täglich Brot. Solange der Schutzschirm dicht ist, ist alles in Ordnung, wenn der Schutzschirm aber undicht wird, wird die Meute sofort über die Artgenossin herfallen.
Erinnern wir uns dabei an Edmund Stoiber, sie standen hinter ihm, neben und vor ihm, ähnlich wie die Meuchelmörder Cäsars. Die Dolche kommen aus allen Richtungen und Gegenwehr ist unmöglich. Wer Parteifreunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, die FDP steht zu Recht dort, wo sie jetzt steht. Sie ist keinen Schuss Pulver mehr wert, mögen sie aus den Parlamenten fliegen, wie die Kegel auf der Kegelbahn. Was macht es aus? Manche träumen von einer „Erneuerung“ der FDP, einer deutschen FPÖ, träumt weiter. Auch Österreich marschiert im Gleichschritt der EU, das darf dabei nicht vergessen werden. Welche Rolle spielt die FPÖ, lenkt sie die Unzufriedenheit nur ab, in ungefährliche Bahnen?

Nehmen wir mal an, die Linken kämen stark in die Parlamente, nicht, dass ich mir dies wünschen würde, nur mal so als Gedankenspiel, es wäre doch eine gute Demaskierung, wenn auch die Linken den internationalen Banken die Milliarden zuschieben würden. Ich sehe die Gefahr nicht, dass die Linken viel mehr kaputt machen könnten, als es die Kartellparteien ohnehin tun. Wer anderer Meinung ist, glaubt immer noch an das Ammenmärchen vom „kleineren Übel“.

Von den Kartellparteien weiß ohnehin schon fast jeder, wem sie dienen. Die Linken können sich noch ein bisschen rumdrücken und große Reden, bei Sekt und Kaviar, schwingen, die zählen noch nicht, spielen noch am Rande mit, haben noch die Rolle des Sammelbeckens der Unzufriedenen, das Sammelbecken dient zugleich als Bindemittel. Die darin Gebundenen werden zu einer klebrigen, unappetitlichen Masse.
Wenn sie mehr in den Politikbetrieb eingebunden werden, müssten sie ebenfalls mitmachen, Kriegsbeteiligungen absegnen, Blankoschecks für Bankengewinne unterschreiben etc.. Erst wenn sie soweit politikfähig sind, werden sie wachsen und mehr Wählerstimmen erhalten. Die Medienmacht wird sie nicht mehr so stiefmütterlich behandeln, wird die Kompetenz führender linker Politiker aufzeigen und ihre realpolitischen Fähigkeiten. Das alles kann schneller gehen als wir denken, die etablierten Parteien wirtschaften rapide ab, die Glaubwürdigkeit sinkt, die Mitglieder- und Wählerzahlen ebenfalls. Das Finanzkapital braucht dann neue Zugpferde, wieso nicht die Linke, wenn sie sich als realpolitisch fähig erweist, gehört ihr die Zukunft.
Unmöglich? Seht euch die Grünen an, die sind auf dem besten Weg und ihre Mitglieder und Wähler fahren voll auf sie ab, diese Partei hat Bindekraft. Das muss eine Partei leisten, wenn sie Wert haben soll, wenn sie ihren Auftraggebern wertvolle Dienste leisten soll. Sie sollen die Massen führen und lenken, ablenken von den wichtigen Dingen, (z. B. die Geldverschwendung bei S21 anprangern, die Mrd-Verschiebungen im Bundestag abnicken) den Tatsachen und den Möglichkeiten die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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Eine Antwort zu Rösler seehofert

  1. Bauer Gerhard schreibt:

    Röslers Äußerungen über eine mögliche Insolvenz Griechenlands brachten Unruhe an die Börsen und verursachten Kursrutsche. Als ob sich die Finanznomaden von einem Nullchecker wie Rösler beeinflussen lassen würden, sie benutzen ihn höchstens. Er bekommt eine Einflüsterung, natürlich nicht direkt, sondern über sieben Ecken, dann bläst er hinaus, was ihm eingeflüstert wurde. Daraufhin fallen die Kurse und die Shorthändler können ihre Bestände wieder günstig auffüllen, kurzfristige Börsengewinne werden realisiert, danach geht man wieder zur Tagesordnung über und lässt die Kurse wieder steigen, man hat den Leuten die Aktien billig abgekauft, die sie erst teuer gekauft haben und man will ja wieder Short gehen. Dass diese Bewegungen nicht ihre Ursache in der Äußerung eines Röslers haben kann, sollte klar sein (wenn ein Warren Buffett etwas sagen würde, so würde dies gehört und hätte Auswirkungen, nur der sagt nichts, der lässt sagen, von solchen Leuten wie Rösler; oder wenn er etwas sagt, ist der Handel längst über die Bühne gegangen), die Äußerung Röslers ist eine Folge und die Kursbewegungen sind erwünscht. An den Börsen wird kein Kapital vernichtet, wie gerne behauptet wird, es wechselt nur den Besitzer. Wie heißt es so schön, die Bank gewinnt immer…
    http://kompakt-nachrichten.de/?p=10888#comments

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