Woanders gelesen: Elternrecht- und Elternpflicht: Kindererziehung

Elternrecht – und Elternpflicht: Kindererziehung
Der heutige Staat versucht immer offener, Rechte an sich zu reißen, die ihm eigentlich gar nicht zustehen. Das gilt auch und vor allem für den eigensten Bereich, den ein Mensch haben kann: seine Familie. Nicht allein, dass die einzig korrekte Definition der Familie aus Vater, Mutter Kind(ern) aufgehoben und durch weniger bis gar nicht geeignete Formen eines wechselnden Zusammenlebens ersetzt wird (was prinzipiell gar nicht möglich ist) – immer brutaler wird auch der Griff nach unseren Kindern. Mit mehr oder weniger „sanften“ Maßnahmen werden Kinder immer früher der elterlichen Fürsorge entzogen.In erschreckend großer und wachsender Zahl wird Kindern ihr ureigenstes Recht genommen, nämlich in der sicheren und ruhigen Geborgenheit einer normalen Familie für das Leben als Erwachsener Gründer einer neuen Familie gesund aufzuwachsen.Begründung dafür ist, die medialen Kampagnen machen das nur zu deutlich, dass man heutigen Familien immer mehr unterstellt, die Erziehung der Kinder nicht mehr zu leisten. Deshalb sei der Staat, sei das berühmt-berüchtigte Jugendamt gezwungen, einzugreifen und das Kindeswohl zu sichern. Wir wollen hier nicht untersuchen, in wieviel Prozent der Fälle das alles zutrifft. Es geht auch nicht darum, dem Staat zu sagen, dass er dann doch bitteschön die Familien in die Lage versetzen muss, eine sorgsame Kindererziehung zu leisten (zum Beispiel durch die Sicherung der Löhne, die es erlauben würden, eine Familie anständig zu ernähren, ohne dass beide Eltern einem „Job“ nachgehen müssen).

Das Kompendium der Soziallehre der Kirche, herausgegeben vom Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Friede, gibt an mehreren Stellen genaue Grenzen an, auf die der Staat in diesem Bereich normalerweise stoßen müsste, wenn er diese Grenzen denn respektieren würde.

Es ist also an der Zeit, wieder an das Stellvertretungsprinzip zu erinnern, welches einer an höherem Ort angesiedelte Autorität ein Eingreifen zugunsten einer untergeordneteren Ebene erlaubt, falls diese untergeordnete Ebene ihre Aufgaben nicht erfüllen kann (und nur dann!!). In Kapitel 188 des Kompendiums heißt es: „Im Lichte des Subsidiaritätsprinzips darf sich währenddessen diese institutionelle Stellvertretung über das strikt nötige Maß hinaus nicht verlängern und nicht ausdehnen, ab dem Augenblick, in dem sie ihre Rechtfertigung nur in dem Ausnahmecharakter der Situation findet. Das wohlverstandene Allgemeinwohl, dessen Erfordernisse unter keinen Umständen zum Schutz und der Förderung des Vorranges der Person und ihrer wichtigsten gesellschaftlichen Verwirklichung in Widerspruch stehen dürfen, muss in jedem Falle das Unterscheidungsmerkmal für die Anwendung des Subsidiaritätsprinzips bleiben.“

Zusammen mit dem Kompendium der kirchlichen Soziallehre ist auch an die Rolle der Eltern bei der religiösen Erziehung der Kinder zu erinnern: „Die Eltern haben das Recht und die Pflicht, ihren Kindern eine religiöse Erziehung und eine moralische Bildung zukommen zu lassen: ein Recht, welches der Staat nicht streichen kann, sondern respektieren und stärken soll; eine vorrangige Pflicht, welche die Familie weder verweigern noch delegieren kann. (…). Die Eltern haben das Recht, jene Mittel zur (Aus)Bildung ihrer Kinder zu wählen, die ihren Überzeugungen entsprechen, und die Mittel zu suchen, die ihnen in ihrer Aufgabe als Erzieher insbesondere im geistlichen und religiösen Bereich hilfreich sind.“ (Kapitel 239 f.)

Über die unersetzliche Bedeutung der Eltern sagt das kirchliche Lehramt: „Ihr Erziehungswirken ist so entscheidend, daß es dort, wo es fehlt, kaum zu ersetzen ist. Den Eltern obliegt es, die Familie derart zu einer Heimstätte der Frömmigkeit und Liebe zu Gott und den Menschen zu gestalten, daß die gesamte Erziehung der Kinder nach der persönlichen wie der gesellschaftlichen Seite hin davon getragen wird. So ist die Familie die erste Schule der sozialen Tugenden, deren kein gesellschaftliches Gebilde entraten kann. Besonders aber sollen in der christlichen Familie, die mit der Gnade und dem Auftrag des Ehesakramentes ausgestattet ist, die Kinder schon von den frühesten Jahren an angeleitet werden, gemäß dem in der Taufe empfangenen Glauben Gott zu erkennen und zu verehren und den Nächsten zu lieben. Was gesunde menschliche Gemeinschaft und was Kirche ist, erfahren die Kinder zum erstenmal in einer solchen christlichen Familie; durch sie werden sie auch allmählich in die weltliche Gemeinschaft und in das Volk Gottes eingeführt. Daher sollen die Eltern wohl bedenken, wie entscheidend die echt christliche Familie für das Leben und das Wachstum des Gottesvolkes ist “(Erklärung Gravissimum Educationis über die christliche Erziehung, 12)

Die Aufgabe, das Recht, die Pflicht der Kindererziehung durch die Eltern ist auch für die gesunde Gesellschaft so wichtig, dass der Staat keinerlei Recht hat, darin – außer in ganz eng umrissenen, einzelnen Fällen des Versagens von Familien – irgendwie einzugreifen.

(Nicht amtliche Übersetzung der Zitate aus dem Kompendium der kirchlichen Soziallehre: Civitas-Institut)

http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1501:elternrecht-und-elternpflicht-kindererziehung&catid=1:neuestes&Itemid=33

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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4 Antworten zu Woanders gelesen: Elternrecht- und Elternpflicht: Kindererziehung

  1. Maria schreibt:

    Es ist schon wichtig, in frühster Kindheit über Religionen zu sprechen und das als Eltern mit auf dem Weg geben. Später sollte das Kind dann selbst entscheiden in wie weit es dann der Religion weiter folgt.

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