Presse:

Frankreich staunt über die deutsche Energieromantik

Die Franzosen finden die deutsche Entscheidung zur Energiewende irrational, freuen sich aber über ihre dadurch verbesserten Wirtschaftsperspektiven…..

http://www.welt.de/politik/article13403689/Frankreich-staunt-ueber-die-deutsche-Energieromantik.html

Dann ist ja alles gut, wenn wir wenigstens den Franzosen eine Freude bereiten konnten. Sie denken da allerdings auch ein bisschen kurz, wenn Deutschland als Zahlmeister ausfällt, ist es Schluss mit lustig.

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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6 Antworten zu Presse:

  1. Dirk schreibt:

    …ist in Frankreich äußerst reserviert aufgenommen worden. Die Direktorin des französischen Atomkonzerns Areva … nannte den Beschluss eine „absolut politische Entscheidung“ …

    Erstaunlich, wer da als legitimer Repräsentant Frankreichs akzeptiert wird. Aber mit einem hat sie ja schon recht: Die Entscheidung jetzt ist genauso hingemerkelt wie die Laufzeitverlängerung vorher. Erstaunlich übrigens, wie die langjährigen Freunde der Atomkraft alle das Endlager nicht bei sich im Land haben wollen. Und in diesem Zusammenhang alle Achtung vor Herrn Kretschmann!

    Als Lichtblick sei notiert, dass mit der Schweiz bereits ein weiteres Land verstanden hat, dass es so nicht weitergeht. Die französische Wirtschaft kann übrigens so richtig strahlen, wenn in Civaux mal ein Kern schmilzt. Nach Murphy wird es dann aber wohl eher in Fessenheim sein…

    • Alexander schreibt:

      Der Atomausstieg wird sich noch rächen und die Steuerzahler werden die Kosten dafür spüren. Der Sammelaufwand und damit die Kosten sind für ‚erneuerbare Energie‘ (ein Nonsens-Wort) unvergleichlich größer als für Atomstrom, Gas oder Kohle. Wenn es anders wäre, dann hätte sich Windkraft, Sonne oder ähnliches längst durchgesetzt. In kritischen Zeiten, in harten Wintern oder heißen Sommern fallen die ‚erneuerbaren Energien‘ regelmäßig aus. Dann muss Deutschland Strom importieren. Aus französischen Atomkraftwerken.

      Die Politik hat mit Vernunft wenig zu tun. Eher mit der kafkaesken Angst der Deutschen vor moderner Technik.

      Bei allem, was die Deutschen anfassen kommen sie offenbar nicht ohne Extreme aus. So langsam schämt man sich wirklich ein Deutscher zu sein.

    • Dirk schreibt:

      Wenn es anders wäre, hätte sich Windkraft, Sonne oder ähnliches längst durchgesetzt.
      Wo das Experiment zugelassen würde, z.B. in Schönau, hat sie sich durchgesetzt. Hier ist, gerade wegen der Dezentralisierung, viel Raum für kleinere Mitspieler. Und genau deswegen tun die Energieriesen alles erdenkliche, um diese Entwicklung zu verhindern.

      kafkaesken Angst der Deutschen vor moderner Technik
      „Moderne Technik“ ist für mich effiziente Ausnutzung von Energien, die ohnehin bereitstehen (Sonne, Wind, Gezeiten, Erdwärme) und wenn man sie nicht nutzt, einfach so verpuffen. Aber gerade eben nicht die Fortführung einer offenbar nicht wirklich beherrschbaren 60er-Jahre-Technologie, die man fortlaufend aktiv kühlen muss, damit sie einem nicht um die Ohren fliegt, und die ein seit einem halben Jahrhundert nicht gelöstes Entsorgungsproblem mit sich herumschleppt.

      So langsam schämt man sich wirklich ein Deutscher zu sein.
      Es stimmt schon: Wie dieses wichtige Zukunftsthema von der „Regierung“, und seit gestern auch von den Grünen, behandelt wird – das spottet jeder Beschreibung. Dennoch: Sie sollten den Stolz auf Ihre Nation nicht nur aus den Leistungen der jeweiligen Regierung schöpfen.

      • Alexander schreibt:

        Das mit dem Sammelaufwand haben Sie nicht wirklich realisiert. Ein anderes Wort ist ‚Energiedichte‘. Je höher die Dichte, desto geringer sind die technischen Kosten für Gewinnung des Stoffes, den sie eigentlich gewinnen wollen. Die Energiedichte oder Leistungsdichte der Sonne ist arg limitiert: Leistungsdichte. Zumal Wind- und Wasserbewegungen direkte Folge der Sonneneinstrahlung sind. Von der Erdwärme abgesehen. Aber die ist statistisch vernachlässigbar. Selbst der Ökodiesel auf dem Feld akkumuliert lediglich Sonnenenergie mittels der Fotosynthese. Dass alles geht von der Solarkonstante – der pro Quadratmeter möglichen Sonneneinstrahlung – ab. Hinzu kommt der Carnotsche Wirkungsgrad. Unterm Strich bleibt da nicht viel für die Menschheit übrig. Viel weniger als das, was die Erde über Jahrmillionen an Sonnenenergie akkumuliert (Kohle, Erdöl, Gas) hat, und welche wir im rasenden Tempo, ohne jede Rücksicht auf unsere Nachkommen, nahezu sinnlos im Hedonismus verschleudern

        Ich sag es jedem halbgebildeten PISANER: Es gibt keine ‚erneuerbaren Energien‘, sondern nur welche, die man verbrauchen, sprichwörtlich umwandeln kann. Und zwar nur in eine Richtung. In Richtung Kältetod. Sonst gäbe es keine kosmische Hintergrundstrahlung. Das sagt der zweite Hauptsatz der Thermodynamik. Die Grünen haben das politische Perpetuum mobile zum Patent angemeldet – nur wird so wenig funktionieren, wie das Mechanische. Rapsöl ist keine Lösung, weil man zur Umwandlung in Treibstoff mehr Energie hinsteckt als man herausbekommt. Das ist keine politische Meinung sondern eine schlichte physikalische Tatsache.

        Genau, weil diese wissenschaftlichen Tatsachen, im ehemaligen Volk der ‚Dichter und Denker‘ schlichtweg ignoriert werden, schäme ich mich. So doof will ich einfach nicht sein. Ich bin ein deutscher Ingenieur der alten Schule, den der wissenschaftliche und technische Abstieg dieser einstmals großen Nation einfach schmerzt und das wir – auf unserer Wache – Idioten, wie Dich heranwachsen ließen, kann ich mir nicht verzeihen.

      • Dirk schreibt:

        Hab ich habe mich vielleicht doch irgendwo des Unworts „erneuerbare Energien“ schuldig gemacht? Nochmal lesen … nein. Habe ich irgendwann einmal ein gutes Wort über „Öko“diesel verloren? Suchfunktion … nein. Ist die Sammeldichte in Schönau zum Problem geworden? Kurz googeln … nein, die exportieren.

        Also können Sie sich Ihre Ausfälligkeiten auch ruhig sparen und stattdessen auf mein Kernargument eingehen: Wo das Experiment zugelassen wurde, hat es funktioniert. Die Gegenspieler (wie die in der Welt zitierte) haben ganz offensichtliche Eigeninteressen, sollten also genauso wenig gehört werden, wie die, die jetzt ohne sachliche Grundlage um einzelne Jahre beim Ausstieg feilschen wollen.

        Wenn Sie als (deutscher Ingenieur alter Schule) etwas beitragen wollen, dann beteiligen Sie sich daran, den Wirkungsgrad der Energiegewinnung aus Wind, Sonnenschein, Gezeiten und Erdwärme zu erhöhen. Oder suchen Sie ein Endlager für die Reste von 50, nein, dann 60 Jahren Risikowirtschaft!

  2. Alexander schreibt:

    Für die ganz Doofen: Leistungsdichte.

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