Woanders gelesen: Ungarn gibt sich eine christliche Verfassung

Ungarn gibt sich eine christliche Verfassung
Dienstag, den 19. April 2011 um 11:51 Uhr
Ganz Europa, insbesondere die Europäische Union und ihre verschiedenen Institutionen scheinen sich gegen Ungarn verschworen zu haben. Seit der Machtübernahme der neuen ungarischen Regierung, die mit einer Mehrheit von über zwei Dritteln regiert, hören die Angriffe der EU und zahlreicher Mitgliedsstaaten gegen dieses Land und seine Regierung nicht auf. Der Grund: Die ungarische Regierung bekennt sich zu ihren christlichen Wurzeln, zum hl. König Stefan, dem Staatsgründer und sie ist konservativ. Nun hat sich dieses Land, das in vergangenen Jahrhunderten besonders hohe Verdienste im Kampf zur Abwehr des islamischen Invasion gesammelt hat, sich eine neue, christliche Verfassung gegeben.Die Verfassung Ungarns beginnt mit einer Bitte an Gott und einer nationalen Erklärung, die auch als nationales Glaubensbekenntnis bezeichnet wird. Lesen Sie den Text der neuen christlichen Verfassung Ungarns:GOTT, SEGNE DIE UNGARENNationales Glaubensbekenntnis / Nationale Erklärung

Wir, die Mitglieder der ungarischen Nation, am Anfang des neuen Jahrtausends, in Verantwortung für alle Ungaren: erklären Folgendes:

Wir sind stolz darauf, dass unser König Stefan der Heilige vor tausend Jahren den ungarischen Staat auf feste Grundlagen gebaut hat und unsere Heimat zu einem Teil des christlichen Europas machte.

Wir sind stolz auf unsere Vorfahren, die für die Aufrechterhaltung, Freiheit und Unabhängigkeit unseres Landes kämpften.

Wir sind stolz auf die herausragenden geistigen Leistungen der ungarischen Menschen.

Wir sind stolz darauf, dass unser Volk Europa jahrhundertelang in Kämpfen verteidigte, und seine gemeinsamen Werte durch seine Begabung und Fleiß mehrte.

Wir anerkennen die die Nation erhaltende Kraft des Christentums. Wir achten die verschiedenen religiösen Traditionen unseres Landes.

Wir schwören, dass wir die geistige und seelische Einheit unserer in den Stürmen des vergangenen Jahrhunderts in Teile zerrissenen Nation bewahren werden.

Wir nehmen auf uns, dass wir unser Erbe, die ungarische Kultur, unsere einmalige Sprache, die menschgeschaffene und von Natur gegebenen Werte des Karpatenbeckens pflegen und bewahren. Wir tragen Verantwortung für unsere Nachfahren, deswegen schützen wir die Lebensgrundlagen unserer Nachfolger durch den sorgfältigen Verbrauch der materiellen, geistigen und natürlichen Ressourcen.

Wir glauben, dass unsere nationale Kultur einen reichen Beitrag zu der Vielfalt der europäischen Einheit leistet.

Wir achten die Freiheit und Kultur der anderen Völker und streben eine Zusammenarbeit mit allen Nationen der Welt an.

Wir bekennen uns dazu, dass die Grundlage des menschlichen Daseins die Menschenwürde ist.

Wir bekennen uns dazu, dass sich die Freiheit der Einzelnen nur im Zusammenwirken mit anderen entfalten kann.

Wir bekennen uns dazu, dass die wichtigsten Rahmenbedingungen unseres Zusammenlebens die Familie und die Nation sind, die Grundwerte unserer Zusammengehörigkeit sind Treue, Glaube und Liebe.

Wir bekennen uns dazu, dass die Grundlage der Kraft der Gemeinschaft und der Ehre aller Menschen die Arbeit, die geistige Leistung der Menschen ist.

Wir bekennen uns zu dem Befehl, die Hilfsbedürftigen und Armen unterstützen zu müssen.

Wir bekennen uns dazu, dass die Vervollkommnung der Sicherheit, der Ordnung, der Gerechtigkeit und der Freiheit gemeinsames Ziel der Bürger und des Staates ist.

Wir bekennen uns dazu, dass eine richtige Volksherrschaft nur dort gegeben ist, wo der Staat seinen Bürgern dient, und ihre Angelegenheiten mit Billigkeit, ohne Missbrauch und Parteilichkeit erledigt.

Wir ehren die Errungenschaften unserer historischen Verfassung und die Heilige Krone, die die verfassungsmäßige staatliche Kontinuität von Ungarn verkörpert.

Wir anerkennen nicht die Aussetzung unserer historischen Verfassung während fremden Belagerungen. Wir verneinen die Verjährung der unmenschlichen Verbrechen, die während der Herrschaft von nationalsozialistischen und kommunistischen Diktaturen gegen die ungarische Nation und ihren Mitglieder begangen worden.

Wir anerkennen nicht die Rechtskontinuität der kommunistischen Verfassung aus dem Jahre 1949, die die Grundlage einer tyrannischen Herrschaft war, deswegen erklären wir deren Ungültigkeit.

Wir sind mit den Abgeordneten des ersten freien Parlaments einverstanden, die in ihren ersten Beschluss erklärt haben, dass unsere heutige Freiheit aus unserer den Weltkommunismus tödlich verletzenden Revolution und dem Freiheitskampf von 1956 sprießte.

Wir rechnen die Wiederherstellung der, am 19. März 1944 verlorenen, staatlichen Selbstbestimmung unserer Heimat, ab den 2. Mai 1990, die Konstituierung der ersten frei gewählten Volksvertretung.

Wir bekennen uns dazu, dass wir nach den zu moralischer Erschütterung führenden Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts zweifellos einer seelischen und geistigen Erneuerung bedürfen.

Wir vertrauen in die gemeinsam gestaltete Zukunft, in die Berufung der jungen Generation. Wir glauben, dass unsere Kinder und Enkel mit ihrer Begabung, Ausdauer und seelischer Kraft Ungarn wieder groß machen werden.

Unser Grundgesetz ist die Grundlage unserer Rechtsordnung; ein Vertrag zwischen den Ungarn der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft; ein lebendiger Rahmen, der den Willen der Nation ausdrückt, die Form, in der wir leben möchten.

Wir, die Bürger Ungarns sind bereit dazu, die Ordnung unseres Landes auf die nationale Zusammenarbeit zu begründen.

Übersetzung der Andrássy Universität Budapest – Fakultät für Vergleichende Staats- und Rechtswissenschaften

http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1445:ungarn-gibt-sich-eine-christliche-verfassung&catid=1:neuestes&Itemid=33

Über Gerhard Bauer

Mittsechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler, nun wird taktisch entschieden. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
Dieser Beitrag wurde unter Ausland, EU abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Woanders gelesen: Ungarn gibt sich eine christliche Verfassung

  1. Dirk schreibt:

    Wurde nicht gerade hier schon mehrfach darauf hingewiesen, dass das Grundgesetz aufgrund mangelnder Legitimation keine ordentliche Verfassung ist? Na, dann schauen wir uns doch einmal an, wer das „wir“ da oben genau ist, bzw. wie die Ungarische Verfassung zustandekam:

    Im April 2010 erreichte die Fidesz-Partei bei einer Wahlbeteiligung von ca. 63% knapp über 50% der abgegebenen Stimmen (52,73%) und erhielt damit eine Mehrheit von gut 68% im Parlament. Eine plebiszitäre Abstimmung wurde natürlich nicht durchgeführt. Also stehen hinter dem „wir“ gerade mal 33% der Wahlberechtigten.

    Die neue ungarische Verfassung wurde also in keinem Fall „vom Volk in freier Entscheidung beschlossen“!

    Kalkuliert man einmal durch, wieviele Wähler in Deutschland hinter den Abgeordneten standen, die dem Einigungsvertrag zustimmten, durch den aus dem erklärten Provisorium Grundgesetz eine ordentliche Verfassung für Deutschland wurde, so kommt man auf etwa 75% der Wahlberechtigten(!).

    Wer also die Legitimation des Grundgesetzes ins Visir nimmt, dem müsste sich schon rein formal bei der ungarischen Verfassung der Magen umdrehen. Da muss man dann auf die mehr als fraglichen inhaltlichen Gesichtspunkte gar nicht mehr eingehen.

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Das GG trägt in sich die Aussage, dass es keine Verfassung ist.

    • Dirk schreibt:

      Sei sind nicht auf dem neuesten Stand, lieber Herr Bauer. Mit dem Rückhalt der bereits erwähnten 75% der Wahlberechtigten wurde in Folge des Einigungsvertrages 1990 der Vorbehalt der Gültigkeit für eine Übergangszeit gestrichen und das Grundgesetz damit auch formal in den Rang einer Verfassung erhoben. Und wenn Sie den Fetzen aus Ungarn als neue Verfassung anzuerkennen bereit sind, dann müssen Sie das für das Grundgesetz zwar nicht „schon dreimal“, aber doch schon 2,27-mal tun 🙂

      Wer Jura-Speak mag, kann die Details nachlesen bei Klaus Stern, Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland – Band V, C.H. Beck, München 2000, S. 1969 .. 1973:
      http://www.krr-faq.net/ster1969.htm

      • Gerhard Bauer schreibt:

        Artikel 146

        Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

  2. G. Ebenhöh schreibt:

    Sehr geehrter Herr Bauer,

    mit diesem „Dirk“, der sich auch als „protector fidei“ bezeichnet, hat sich ein(e) echte „Pediculus humanis capitis“ in Ihren Blog gesetzt. Zunächst dachte ich mir: Beckmesser. Das wäre aber fast zu viel der Ehre. „Kopflaus“ passt gut und klingt im Lateinischen genau so hochwertig wie „protector fidei“.
    Dirk nimmt „aktuelle Nachrichten und Einträge in anderen Blogs auf und beleuchtet die möglicherweise missliebigen Hintergründe.“
    Da ist also ein richtiger „Blogwart“ unterwegs, ein Zensor mit selbstlosen, nur an der „Wahrheit“ ausgerichteten Absichten.

    Mit herzlichen Grüßen

    G. Ebenhöh

    • Gerhard Bauer schreibt:

      Ich war überrascht, wie kurz die Zeitspanne war, bis sich ein Blogwart einnistete. Diese Leute durchforsten anscheinend das Weltnetz nach nationalen, deutsch ausgerichteten Seiten, werden schon nichts anderes zu tun haben.
      Ansonsten die übliche Methode, vermischen von Themen, rauspicken einzelner Punkte und verdrehen. Wenn nötig, lösche ich seine Kommentare, ganz einfach und kommentarlos, was auch schon geschehen ist.
      Ansonsten, bin ich überzeugt, die Leser erkennen wess Geistes Kind Dirk ist und er dient als abschreckendes Beispiel.

    • Dirk schreibt:

      Sofern „Blogwart“ an „Blockwart“ erinnern soll, verbitte ich mir diesen Vergleich:

      Die Funktion eines nationalsozialistischen Blockwartes bestand (neben linientreuen Verwaltungsaufgaben, z.B. dem Sammeln von Spenden für das Winterhilfswerk oder dem Entrümpeln von Luftschutzkellern) in der Durchsetzung der Rassenpolitik und der politischen Überwachung, speziell auch im Sammeln und Weitergeben von Informationen über potentiell missliebige Personen. Besonders die Überwachungsfunktion nahm auch der „Hausvertrauensmann“ in der DDR wahr, der (wenig sachgerecht) vom Volksmund ebenfalls als „Blockwart“ bezeichnet wurde.

      Lassen Sie mich abseits des speziellen nationalsozialistischen Kontexts die Schlüsselwörter „sammeln“, „weitergeben“ und „missliebig“ hier aufnehmen:

      Ich sammle nichts, weder fürs Winterhilfswerk, noch Informationen über Herrn Bauer oder Sie. Und ich gebe auch keine Ergebnisse irgendeiner Spitzel-Tätigkeit an Schergen eines totalitären Regimes weiter. Ich lese lediglich „rechte“, „linke“ und auch ganz andere Blogs, forsche ein wenig nach und berichte über die Ergebnisse.

      Überdies sind mir die Autoren dieser Blogs keineswegs missliebig. Vielmehr habe ich große Sympathie für viele ihrer Ansichten (bei Herrn Bauer z.B. die große Unzufriedenheit mit der wenig an den Interessen der Bürger orientierten Arbeit gewählter Politiker, den Einsatz militärischer Kräfte außer zur Landesverteidigung u.s.w.), nicht immer jedoch für den vorgeschlagenen Weg, gegen die Missstände anzugehen. Durch den Hinweis auf Argumentationslücken suche ich den Weg zur Synthese.

      Die Frage, ob ich nichts anderes zu tun habe, stelle ich mir auch manchmal. Nun, man könnte auch fragen: Hat der nichts anderes zu tun, als Zeitung zu lesen? Ganz egoistisch gesehen zeigt sich nämlich, dass (nur) die zeitaufwändige und sorgfältige Erforschung gegensätzlicher Blickrichtungen auf aktuelle politische Ereignisse einen ganz erheblichen Zuwachs an allgemeiner Bildung liefert, der die investierte Zeit mehr als aufwiegen. Das Aufschreiben der Ergebnisse schließlich zeigt oft verbleibende Lücken auf und regt zu weiterer Nachforschung an. Daher verzichte ich ungern darauf. Und wenn sich daraus eine fruchtbare Diskussion ergibt – wunderbar.

      Nachdem Sie allerdings bereits die Konfrontation mit missliebigen Tatsachen zu Tiervergleichen treibt, ohne dass überhaupt eine „Meinung“ ins Spiel kam, kann ich in Ihrem Fall wohl nicht auf eine solche fruchtbare Diskussion hoffen…

Kommentare sind geschlossen.