Langfristige Öllieferverträge, ohne große Preisschwankungen

Das können wir nicht akzeptieren, diesen Vorschlag müssen wir ablehnen, wir wollen unser Öl auf dem freien Markt kaufen, auch die Spekulanten sollen ihren Teil bekommen und nicht zu vergessen, die Ölkonzerne, die die Beherrschung des Marktes behalten müssen. Zwischenstaatliche Verträge wären da nur hinderlich. Außerdem wären manche Preissteigerungen nicht mehr zu vermitteln. Wo kämen wir denn da hin?
So wird die Erklärung über eine abschlägige Antwort durch die Bundesregierung natürlich nicht aussehen. Wir werden was hören von Abhängigkeit, Lieferzuverlässigkeit, Entfernungen usw.. Falls wir überhaupt irgendetwas darüber zu hören oder zu lesen bekommen.

Von welcher Seite kam das Angebot? Von russischer Seite, die versucht durch die Libyenkrise den Fuß in die westeuropäische Tür zu bekommen. Die Wirtschaftswoche berichtete darüber.

Das Angebot lautet, Lieferzuverlässigkeit, das sind wir von den Russen gewohnt, selbst in Zeiten des Kalten Krieges wurden die Gaslieferungen zuverlässig eingehalten; geringe Preisschwankungen, auch hier sind die Russen sicherlich zuverlässig, wie sonst auch.
Mit China hat Russland vor kurzem  einen ähnlichen Vertrag abgeschlossen, ja die Chinesen dürfen in ihrem nationalen Interesse handeln und tun dies auch.
Geliefert werden 15 Millionen Tonnen jährlich auf eine Laufzeit von 20 Jahren. Die Chinesen geben dafür etwas von ihrer grünen Krätze her, die täglich mehr an Wert verliert, einen Kredit von 25 Mrd. Dollar, zur Erschließung neuer Felder und zum Bau von Pipelines. Die Chinesen machen das, was Länder die nicht abhängig sind, die im eigenen Interesse handeln können, tun. Sie nehmen ein günstiges Angebot an oder schlagen ein für sie ungünstiges aus. In diesem Fall nahmen sie an.
Dollars hätten wir wahrlich auch genug, um uns mit Rechten aller Art in Rohstoffländern einzukaufen, wir lagern sie lieber und lassen unseren Goldschatz in Fort Knox oder wo immer er sich in den USA befindet.

Natürlich sind die Russen nicht blöd und wollen auch Raffinerien bei uns kaufen, wieso sollten sie anderen das Geschäft überlassen, so wie wir es tun. Wir haben nicht eine Raffinerie, die in deutschem Eigentum ist. Wir haben rein gar nichts mehr. Was wir auf dem Energiesektor hatten, wurde verscherbelt und ist nun auch in ausländischen Händen.

Ich brauche kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass wir dieses Angebot nicht annehmen werden. Der Ölpreis wird vielleicht auf 140 oder 150 Dollar steigen, aber was soll´s, was kostet die Welt. Die Heiz- und Fahrkosten der Herren Abgeordneten tragen wir. Höhere Mineralölpreise spülen mehr Geld (Steuern) in die immer leere Bundeskasse. Internationale Ölkonzerne machen ihren Reibach und die Deutschen müssen sparen, um sich eine warme Bude leisten zu können.

Hoppla, ich vergaß, wir führten das E 10 ein, etwas das niemand braucht und niemand, mit Verstand oder ohne Geschäftsinteressen, will. Damit werden wir evtl. Engpässe in der Ölversorgung ausgleichen. Da bin ich mir ganz sicher, der Brüderle, die Merkel und der Röttgens, die werden es schon richten.

Noch ein Wort zum E 10, das ja aus Nahrungsmitteln hergestellt wird, wie ist das jetzt mit den „unnützen Fressern“ in der Dritten Welt, fressen uns die den Treibstoff weg? Mit 150 kg Mais o. ä. kann man immerhin einen Wagen der Oberklasse volltanken. Wenn Schwarzenegger einen seiner Hummer volltankt, er tankt ja schließlich umweltfreundlich, gehen ungefähr 200 kg Mais in den Tank. 200 kg Mais reichen aus, um einen Menschen ein Jahr lang zu ernähren.
Haben diese großen völkerwanderungsähnlichen Bewegungen, die wir in jüngster Zeit vermehrt beobachten müssen, nicht AUCH etwas mit Hunger zu tun? Hunger wurde vor kurzem in der BRD auch als Asylgrund angenommen.
Oder, sehe ich es falsch, dass Hunger in dieser Welt kein Problem mehr ist, dann haben wir natürlich jedes Recht Nahrungsmittel zu verbrennen, Ackerland zu missbrauchen, Urwälder abzubrennen.

Alles, nur keine festen Lieferverträge mit geringen Preisschwankungen.

Über Gerhard Bauer

Sechziger aus dem Südosten Bayerns, gebürtiger Niederbayer. Bayer mit Leib und Seele. Ehemaliger treuer CSU-Wähler. Freizeitbeschäftigung: Lesen, Radeln, Garteln und Fischen. E-Post: bayern71 (at) outlook.com
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